Porsche Taycan (2027): Fake-Gänge mit Synthetik-Sound! Zuffenhausen kopiert den Hyundai-Trick

Als die N Performance-Abteilung von Hyundai vor einiger Zeit begann in ihren sportlichen Elektroautos virtuelle Gänge, künstliche Schaltrucke und synthetischen Auspuffsound zu simulieren, war das Gelächter unter den gusseisernen Petrolheads groß. „Völliger Unsinn im E-Auto!“, hieß es in den Foren. Doch die Realität hat die Kritiker eingeholt: Selbst Hardcore-Traditionalisten mussten nach den ersten Testfahrten zugeben, dass der Synthetik-Spaß verdammt viel Emotionen weckt. Und jetzt wird es richtig pikant: Nun zieht sogar Porsche nach und verpasst dem Taycan genau diesen Spieltrieb.
Wenn Zuffenhausen in Korea spickt: Willkommen, E-Shift!
Man muss den Hut vor den Ingenieuren aus Zuffenhausen ziehen: Wenn ein Konzept die emotionale Bindung zwischen Fahrer und Auto stärkt, wird kein falscher Stolz vorgeschoben. Porsche spendiert dem Taycan zum neuen Modelljahr ein völlig unerwartetes Update. Die wichtigste und wohl am heißesten diskutierte Neuerung hört auf den Namen „E-Shift“.
Was genau passiert da? Wer im Taycan den zusätzlichen Modus-Schalter am GT-Sportlenkrad drückt, verwandelt die eigentlich sonst maximal über zwei Gänge an der Hinterachse verfügende Elektro-Limousine in einen virtuellen Achtgang-Sportler. Über die Schaltpaddles hinter dem Lenkrad simuliert die Software gangspezifische Schleppmomente, also das klassische Motorbrems-Verhalten eines Verbrenners, und scheut sich nicht einmal vor einem künstlichen Drehzahlbegrenzer. Schaltet man hoch oder runter, zuckt der Taycan mit einem spürbaren Schaltruck durch die Karosserie. „Multisensorisches Autofahren“ nennt Porsche das offiziell. Wir nennen es: Den perfekten Trick, um das analoge Fahrgefühl in die Elektro-Moderne zu retten.
Der passende Soundtrack: Neu interpretierte Klangkulisse
Um die Illusion perfekt zu machen, reicht es natürlich nicht, wenn das Auto nur ein bisschen ruckelt. Deshalb hat Porsche parallel den Porsche Electric Sport Sound massiv überarbeitet. Der Soundcharakter passt sich nun in Echtzeit an die jeweilige Fahrsituation, die Gaspedalstellung und die gewählte virtuelle Drehzahl an. Und zwar im Innenraum wie auch außen. Je nach Modellvariante haben die Sounddesigner eine eigene akustische DNA komponiert, damit ein Taycan 4 anders klingt als ein Turbo GT.
Warum das clever ist: Puristen werden vermutlich erst einmal die Nase rümpfen. Wer den Modus aber einmal auf der Landstraße ausprobiert, merkt schnell: Das menschliche Gehirn braucht beim sportlichen Fahren akustische und haptische Fixpunkte, um Geschwindigkeiten besser einschätzen zu können. Genau hier liefert das System ab. Wer keine Lust darauf hat, schaltet es einfach per Knopfdruck ab.
Mehr Reichweite und KI im Cockpit
Neben dem emotionalen Software-Feuerwerk hat Porsche dem Taycan auch ein paar handfeste, klassische Upgrades spendiert. So etwa einen neuen Reichweiten-Rekord. Die 700-Kilometer-Marke fällt dank neuer, extrem rollwiderstandsoptimierter Sommerreifen für die heckgetriebenen Einstiegsmodelle. Hier schafft der Taycan in Kombination mit der großen Performance-Batterie Plus nun eine WLTP-Reichweite von bis zu 700 Kilometern.
Am anderen Ende der Taycan-Welt steht der Turbo GT mit Weissach-Paket. Für ihn bietet Porsche erstmals ein Manthey Kit für einen Elektro-Sportwagen an. Das Paket umfasst Aerodynamik-, Fahrwerks- und Antriebsmodifikationen und ist entweder als Nachrüstsatz oder direkt ab Werk erhältlich. Auf der Nürburgring-Nordschleife fuhr Porsche-Testfahrer Lars Kern mit dem Taycan Turbo GT mit Manthey Kit eine Zeit von 6:55,533 Minuten. Laut Porsche ist das eine neue Bestzeit für Elektrofahrzeuge der Oberklasse.
Oberklassig ist auch das frische Infotainment, bei dem nun auch Künstliche Intelligenz künftig an Bord einzieht. Das Infotainmentsystem bekommt dafür eine fünfmal höhere Rechenleistung. Der neue Sprachassistent „Voice Pilot“ arbeitet nun KI-unterstützt, versteht natürliche Konversationen und erlaubt flüssige Anschlussfragen, ohne jedes Mal „Hey Porsche“ sagen zu müssen. Dazu gibt es schneller Saft fürs Smartphone: Die kabellose Ladeschale in der Mittelkonsole lädt mit bis zu 25 Watt Leistung nun rund 1,5-mal schneller als zuvor und hält dank Magnethalterung das Telefon auch bei Porsche-typischer Querbeschleunigung sicher am Platz.
Bestellstart und Preise
Der überarbeitete Taycan kann ab sofort bestellt werden. Die Preise für die Sportlimousine starten regulär bei 102.600 Euro. Wer das emotionale „E-Shift“-Erlebnis inklusive künstlichem Schaltgewitter an Bord haben möchte, zahlt einen recht fairen Aufpreis von 964 Euro, vorausgesetzt, das Sport Chrono-Paket und der Porsche Electric Sport Sound sind bereits als Ausstattung gewählt. (Text: an | Bilder: Porsche)
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