Rivian R2: Der langersehnte Tesla-Schreck feiert sein Debüt

Bisher wilderte die US-Elektromarke Rivian mit den riesigen Modellen R1T und R1S vor allem im sündhaft teuren Luxus-Segment. Doch das ändert sich jetzt radikal: Der R2, Rivians wichtigstes Auto für den Massenmarkt, wird seit April in Serie gebaut – und nun hat offiziell die Auslieferung an die ersten Kunden begonnen! Die ersten US-Fahrberichte zeigen: Der kompakte Kletterkünstler nimmt das Tesla Model Y und die europäische Premium-Konkurrenz direkt ins Visier.
Ein geschrumpfter R1S mit ganz eigenem Charakter
Mit einer Länge von knapp 4,72 Metern ist der R2 rund 38 Zentimeter kürzer als sein großer Bruder R1S und passt damit perfekt in europäische Parklücken. Trotzdem bleibt das unverkennbare, sympathische Klötzchen-Design mit den vertikalen Scheinwerfer-Ovalen voll erhalten. Im Innenraum haben die Ingenieure genau auf das Feedback der Kunden gehört. Es gibt nun endlich zwei echte Handschuhfächer. Das Cockpit wirkt dank eines 12-Zoll-Fahrerdisplays und eines riesigen 15,6-Zoll-Zentralmonitors sehr modern, verzichtet aber erstaunlicherweise weiterhin auf Apple CarPlay oder Android Auto. Stattdessen setzt Rivian auf eine blitzschnelle, hauseigene Software mit integrierten Apps.
Highlight für Outdoor-Fans: Nicht nur das riesige Panorama-Glasdach flutet den Innenraum mit Licht, das Heckfenster lässt sich komplett in die Heckklappe versenken. Perfekt, um lange Gegenstände wie Surfbretter zu transportieren oder beim Camping frische Luft ins Auto zu lassen. Zudem lassen sich alle Sitze, also auch die vorderen, komplett flach umklappen.
Powerplay: Brutaler Punch und echte Offroad-Gene
Zum Verkaufsstart schickt Rivian ausschließlich die Top-Version R2 Performance Launch Edition auf die Straße. Und die hat es in sich: An jeder Achse arbeitet einer der neu entwickelten „Maximus“-Elektromotoren. Zusammen leisten sie 656 PS und generieren ein Drehmoment von 826 Newtonmetern. Der R2 Performance schießt damit bei Bedarf in gerade einmal 3,6 Sekunden auf Tempo 100. Das ist das Niveau eines Porsche 911.
Um Kosten zu sparen, verzichtet der R2 auf die teure Luftfederung des großen Bruders R1S und setzt stattdessen auf adaptive Dämpfer und Stahlfedern. Der Komfort soll auf der Straße dennoch hoch bleiben. Dank stolzer 24 Zentimeter Bodenfreiheit kraxelt der R2 im „All-Terrain“-Modus mühelos über Geröll und durch kleine Flussläufe. Das One-Pedal-Driving ist im Gelände so programmiert, dass der Wagen selbst an steilen Schotter-Abfahrten ohne Bremspedal-Einsatz sicher mit 3 bis 5 km/h herunterschleicht und keine gesonderte Bergabfahrhilfe benötigt.
Batterieperformance: Solide, aber kein Rekordbrecher
Gespeist werden die Motoren von einer flüssigkeitsgekühlten 88-kWh-Batterie, die im harten US-EPA-Zyklus für eine Reichweite von bis zu 531 Kilometern gut ist. Wer sich für die optionalen, grobstolligen All-Terrain-Reifen entscheidet, verliert etwa 35 Kilometer Reichweite.
Geladen wird der R2 über eine 400-Volt-Architektur. Die maximale Ladeleistung an einer DC-Schnellladesäule liegt bei 210 bis 230 kW. Damit knackt der R2 den Ladehub von 10 auf 80 Prozent in knapp 29 Minuten. Das ist solide, haut in Zeiten von 800-Volt-Architekturen der Konkurrenz aber niemanden mehr vom Hocker. Ein riesiger Vorteil ab Werk: Der R2 besitzt in den USA nativ den NACS-Ladeanschluss und kann somit ohne Adapter direkt an allen Tesla Superchargern andocken. In Deutschland wird er selbstverständlich mit einer CCS-Buchse kommen.
Vier Modelle mit attraktiven Einstiegspreisen
| Modell | Marktstart | Antrieb | Leistung | Akku | Beschleunigung | Reichweite | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| R2 Performance | bestellbar | Dual-Motor | 656 PS | 88 kWh | k. A. | k. A. | ab 59.485 Dollar |
| R2 Premium | Ende 2026 | Dual-Motor | 450 PS | 88 kWh | 0–100 km/h in 4,6 Sek. | k. A. | ab 55.485 Dollar |
| R2 Standard Long Range | Anfang 2027 | Single-Motor, Heckantrieb | 350 PS | k. A. | k. A. | ca. 555 km | ab 49.985 Dollar |
| R2 Standard | Sommer 2027 | Single-Motor | k. A. | kleinerer Akku | k. A. | rund 440 km | ab 46.485 Dollar |
Wann kommt der R2 nach Deutschland?
Offiziell plant Rivian den Marktstart in Europa weiterhin für das Jahr 2027. Ein genaues Datum und Preise für Deutschland gibt es aber noch nicht. Spannend: Da Volkswagen Ende 2024 ein milliardenschweres Joint-Venture mit Rivian ins Leben gerufen hat, um die Software und die Elektronik-Architektur des R2 auch für zukünftige VW-Modelle zu nutzen, dürfte der Service und der Vertrieb auf dem europäischen Markt auf einem soliden Fundament stehen. (Text: an | Bilder: Rivian)
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