Volvo XC40 und EX40: Schärferes Design und KI zum Facelift

Auf einen Blick
- Neuer Look: Die ikonischen Thors Hammer-Scheinwerfer wurden verfeinert und strahlen nun serienmäßig aus 15-Segment-Matrix-LEDs.
- Künstliche Intelligenz: Das Infotainmentsystem wächst auf 11,2 Zoll und nutzt künftig den KI-Sprachassistenten Google Gemini für natürliche Dialoge.
- Sicherheits-Upgrade: Neue Sensor- und Softwareplattform mit automatischem Notlenkassistenten, Türöffnungswarnung, 3D-360-Grad-Kamera und neuem Spurwechselassistenten.
- Neue Namen: Der vollelektrische EX40 sortiert seine Antriebe neu (P5 Electric, P5 Long Range Electric und P8 Performance AWD mit bis zu 442 PS und 576 km Reichweite).
- Einstiegspreise: Der Verbrenner XC40 startet ab 43.990 Euro, der elektrische EX40 beginnt bei 47.490 Euro.
Seit ihrer Einführung, damals noch auf der gemeinsam mit Geely entwickelten CMA-Plattform, gehören der XC40 und sein elektrischer Ableger EX40 (ehemals XC40 Recharge) zu den unangefochtenen Bestsellern im Modellprogramm der Schweden.
Um die kompakten Premium-Kraxler frisch zu halten, spendiert Volvo der Baureihe zum Modelljahr 2027.5 ein umfangreiches Facelift. Neben einer optischen Dosis Eleganz ziehen vor allem spürbare Digital-Updates in die Cockpits ein.
Designupdate: Thors Hammer schärft die Kanten
Von außen lassen sich die Neuerungen am schnellsten an der Front ablesen. Der Kühlergrill, die Motorhaube, die vorderen Kotflügel und die Schürzen wurden dezent überarbeitet, um den Schweden mehr Straßenpräsenz einzuhauchen.
Das optische Highlight sind die überarbeiteten Scheinwerfer: Die T-förmige „Thors Hammer“-Lichtsignatur wurde auf ihre reinste Form reduziert und arbeitet ab Werk mit blendfreiem 15-Segment-Matrix-LED-Licht. Am Heck kommen neu gestaltete LED-Rückleuchten sowie frische Stoßfänger zum Einsatz. Eine neue Außenfarbe namens Heather Bronze sowie die optisch geschwärzten Black Edition-Ausstattungen runden das Karosserie-Paket ab.
Intelligente Software: Google Gemini übernimmt das Kommando
Im skandinavisch aufgeräumten Innenraum zieht ein neuer, schärferer 11,2-Zoll-Touchscreen ein. Das integrierte Android-Infotainmentsystem lässt sich nun mit weniger Klicks bedienen und erhält ein kräftiges KI-Upgrade: Über die Einbindung von Google Gemini sollen Fahrer und Passagiere komplexe Anfragen in natürlicher Sprache stellen können, um Fahrzeugfunktionen oder Online-Infos abzurufen.
Auch beim Thema Sicherheit legen die Schweden nach. Dank neuer Radare, Parkkameras und 12 Ultraschallsensoren unterstützen der automatische Notlenkassistent, ein Ausstiegswarner (Door Opening Alert) und ein Spurwechselassistent für den Pilot Assist das tägliche Fahren. Die 360-Grad-Kamera bietet künftig zudem eine hochauflösende 3D-Ansicht beim Rangieren.
Antriebe: Reicht das bewährte Angebot noch?
Auf der Antriebsseite belässt es Volvo weitgehend beim Bekannten, ordnet beim Stromer EX40 jedoch die Modellnamen neu:
Volvo XC40 (Mild-Hybrid-Benziner):
- B3: 2.0-Liter-Turbobenziner mit 120 kW (163 PS) und 7-Gang-Doppelkupplung.
- B4: 2.0-Liter-Turbobenziner mit 145 kW (197 PS), hocheffizientem Miller-Brennverfahren und bis zu 5 % weniger CO₂-Emissionen.
Volvo EX40 (Vollelektrisch):
- P5 Electric: 175 kW (238 PS) Heckantrieb, 70-kWh-Batterie für bis zu 477 km Reichweite.
- P5 Long Range Electric: 185 kW (252 PS) Heckantrieb, 82-kWh-Batterie für bis zu 576 km Reichweite.
- P8 Performance AWD: 325 kW (442 PS) Allradantrieb, 82-kWh-Batterie für bis zu 538 km Reichweite und 205 kW DC-Schnellladeleistung.
Technische Daten & Preise im Überblick
| Modell / Antrieb | Leistung kW (PS) | Batterie / Akku | Reichweite (WLTP) | Einstiegspreis (UVP) |
|---|---|---|---|---|
| XC40 B3 (Mild-Hybrid) | 120 kW (163 PS) | 48V-Bordnetz | Verbrenner | 43.990 € (Essential) |
| XC40 B4 (Mild-Hybrid) | 145 kW (197 PS) | 48V-Bordnetz | Verbrenner | 48.990 € (Core) |
| EX40 P5 Electric | 175 kW (238 PS) | 70 kWh netto | bis zu 477 km | 47.490 € (Essential) |
| EX40 P5 Long Range | 185 kW (252 PS) | 82 kWh netto | bis zu 576 km | 53.090 € (Core) |
| EX40 P8 Performance AWD | 325 kW (442 PS) | 82 kWh netto | bis zu 538 km | 60.590 € (Plus) |
AutoScout24-Fazit: Kosmetik hat es schwer gegen die neue 800-Volt-Welle
Keine Frage: Volvo pflegt seine Bestseller mit feinem Verstand. Man haut kein teures Facelift raus, sondern wertet das Vorhandene geschickt auf. Die Serienausstattung wird spürbar aufgewertet mit Matrix-LED, Google Gemini und Totwinkelassistent ab Werk und das Interieur verströmt weiterhin die gewohnte Wohlfühl-Aura.
Aber ehrlich gesagt schleicht sich die Frage ein: Reicht das noch? Die zugrundeliegende CMA-Architektur hat nun schon etliche Jahre auf dem Buckel. Während die Konkurrenz, seien es neue E-Plattformen aus Asien oder der deutsche Premium-Wettbewerb, mit dedizierten Elektro-Architekturen, ultraschnellen 800-Volt-Ladesystemen und deutlich mehr Effizienz auftrumpft, muss der EX40 weiterhin mit den Baukasten-Kompromissen eines ehemaligen Verbrenners leben.
Dass man für den rein elektrischen EX40 P5 Long Range bereits stramme 53.000 Euro auf den Tisch legen muss, ist selbst für schwedisches Premium-Ambiente eine selbstbewusste Ansage. Wer einen schicken, sicheren und gut verarbeiteten Begleiter sucht, macht mit dem Facelift absolut nichts falsch, doch der technologische Abstand zur echten E-Speerspitze wird langsam spürbar. (Text: an | Bilder: Volvo)
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