VW Multivan und California: Schönheits-OP für den Bulli

VW hat Multivan und California zur Beautykur geschickt. Sie erhalten eine neue Frontpartie, neue Farben, neue Räder und ein moderneres Cockpit mit 12,9-Zoll-Screen. Spannend: Bei den Motoren gibt es keine Neuerungen. Der Multivan startet bei 57.465 Euro, der California bei 66.087 Euro.

Für die einen ist er der ultimative Familien-Versteher, für die anderen das Ticket in die absolute Freiheit: Der Bulli von VW ist Legende und ein echtes Stück Automobil-Kultur. Damit das so bleibt, spendiert die Nutzfahrzeuge-Sparte aus Hannover dem Multivan und dem Camper-Ableger California ein umfangreiches Update. Neben optischen Retuschen an der Front bricht vor allem im Innenraum ein neues Digital-Zeitalter an. Nur unter der Haube bleibt überraschenderweise alles wie es war.

Das Facelift bleibt tatsächlich nur ein kosmetischer Eingriff

Auf den ersten Blick fällt der geschärfte Look unterhalb der Motorhaube auf. Die Designer haben die LED-Scheinwerfer vergrößert, was dem Bulli-Gesicht deutlich mehr Präsenz verleiht. Das obere Tagfahrlicht zieht sich nun wie eine Augenbraue über die Lichtmodule und wird in den höheren Ausstattungslinien durch eine illuminierte Querspange in der Mitte verbunden. Das sieht nicht nur schick aus, sondern sorgt dank einer komplett neuen Lichttechnik auch für eine spürbar hellere und breitere Ausleuchtung der Straße.

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Der Frontstoßfänger wirkt durch die nach unten versetzten Lufteinlässe wie aus einem Guss. Wer es besonders individuell mag, darf sich über fünf neu gestaltete Alufelgen (17 bis 19 Zoll) und frische Farben freuen. Neben der exklusiven Bicolor-Lackierung „Candy Weiß / Sunset Red Metallic“ für das neue Sondermodell „Generation“ bietet VW ab Sommer 2026 für beide Modelle erstmals eine coole Mattlackierung in Indiumgrau an.

Coolerer Innenraum: ID. Buzz-Feeling im Verbrenner-Bulli

Die eigentliche Revolution findet statt, sobald man die Türen öffnet. Das Armaturenbrett wurde komplett umgestaltet und orientiert sich optisch stark am elektrischen Bruder ID. Buzz. Das bedeutet: Der Automatik-Wählhebel wandert als intuitiver Lenkstockschalter nach oben an die Lenksäule. Dadurch wird in der Mittelkonsole Platz für eine deutlich größere, nun 25 Watt starke induktive Ladeschale für das Smartphone frei. Auch die USB-C-Schnittstellen wurden auf bis zu 60 Watt Ladeleistung gepusht.

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Absoluter Hingucker ist das freistehende Infotainment-Display mit einer Diagonalen von 12,9 Zoll (32,8 cm), das mit komplett neuer Grafik und Menüstruktur aufwartet. Ein echtes Komfort-Plus: Die Touchslider für Klima und Lautstärke unter dem Bildschirm sind nun endlich beleuchtet. Dahinter blickt der Fahrer auf das weiterentwickelte „Digital Cockpit“, das sich über das Lenkrad blitzschnell in drei Ansichten verändern lässt.

Mobiler Konferenzraum: Mehr Variabilität im Innenraum

Auch die Sitz- und Komfortausstattung wurde überarbeitet. Erstmals ist für den achtsitzigen Multivan eine Vis-à-vis-Konfiguration erhältlich, bei der sich im Fond zwei Dreierreihen gegenübersitzen. Multivan Life und Style erhalten in der zweiten Sitzreihe künftig Armlehnen auf beiden Seiten.

Außerdem gibt es neue Innenraumfarben, darunter dunkle ArtVelours- und Leder-Varianten mit dunklem Dachhimmel und dunklen Türsäulenverkleidungen, was vor allem Eltern und Hundebesitzer freuen dürfte. Denn die dunkle Farbvariante sollte deutlich unempfindlicher sein als die anderen Optionen in der Farbkarte. Beim California bleibt es bei einer eigenständigen Stoff- und Farbgebung. Neu ist außerdem ein Haltegriff auf der Beifahrerseite, der das Ein- und Aussteigen erleichtert.

Alte Antriebe: Vom Allrad-Hybrid bis Dauerläufer-Diesel

Bei den Motoren bleibt die Auswahl wie gewohnt. VW spart sich aufwändige Neuentwicklungen und lässt den verjüngten Bulli mit den alten Aggregaten vom Band laufen. Topmodell bleibt der erst 2025 eingeführte eHybrid 4MOTION. Der Plug-in-Hybrid kombiniert Allradantrieb mit 245 PS (180 kW) Systemleistung. Dank der 19,7 kWh großen Batterie fährt man im Alltag nicht nur rein elektrisch, sondern profitiert beim Campen von einer überarbeiteten elektrischen Standklimatisierung, die bis zu acht Stunden am Stück kühlt oder heizt. Der California hat als eHybrid zudem zusätzlich die klassische, kraftstoffbetriebene Standheizung für den Dauerbetrieb an Bord.

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Wer lieber klassisch unterwegs ist, bekommt beide Bullis als Fronttriebler mit dem bewährten 2,0-Liter-TDI (Diesel) mit 150 PS oder dem kräftigen TSI-Turbobenziner mit 204 PS. Alle Motoren sind serienmäßig an ein DSG-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt. Den Multivan gibt es weiterhin in zwei Karosserielängen, während der California immer in der langen Version auf Abenteuerreise geht.

In Sachen Sicherheit legt VW die Messlatte höher. Der weiterentwickelte „Travel Assist“ beherrscht nun erstmals eine automatische Ampelerkennung und unterstützt den Fahrer auf der Autobahn beim assistierten Spurwechsel. Ebenfalls integriert ist der „Emergency Assist“, der im Falle eines medizinischen Notfalls des Fahrers den Van selbstständig und sicher bis zum Stillstand auf den Standstreifen lenkt.

Preise und Marktstart

Für beide Baureihen legt Volkswagen Nutzfahrzeuge zudem das neue Sondermodell Generation auf. Es soll besonders attraktiv ausgestattet sein und erhält exklusive Farboptionen. Beim Multivan reicht die Modellpalette künftig von Trend über Life bis Style. Der California wird weiterhin als Beach, Coast und Ocean angeboten. Der Multivan bleibt in zwei Karosserielängen erhältlich, der California basiert grundsätzlich auf der verlängerten Version. Preislich startet der neue Multivan Trend bei 48.290 Euro netto beziehungsweise 57.465 Euro brutto. Der California Beach beginnt bei 55.535 Euro netto beziehungsweise 66.087 Euro brutto. Die Bestellbücher sind ab sofort geöffnet. (Text: an | Bilder: Hersteller)

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Alexander Nocker

Alexander Nocker verstärkt seit 2026 das AutoScout24 Magazin als freier Redakteur mit Fokus auf Antriebstechnologien. Er bringt langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus mit und beschäftigt sich vor allem mit neuen Technologien und aktuellen Mobilitätsthemen. Auch klassische Fahrzeuge kennt und schätzt er. Privat schlägt sein Herz für sportliche Klassiker - sein Traumwagen ist ein BMW M3 E30 Sport Evolution. Aktuell fährt er einen VW ID.3 GTX Fire & Ice.

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