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Fokus: Kauf
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Firmenwagen versteuern: Darauf solltest du achten

Freiberufler, Angestellter oder Außendienstmitarbeiter - wer den Firmenwagen auch privat nutzt, muss das in seiner Steuererklärung als geldwerten Vorteil angeben. Wir zeigen dir, was du beim Versteuern von Dienstwagen beachten musst und geben Antworten auf häufige Fragen.

Was bedeutet „Geldwerter Vorteil“?

Das Finanzamt bewertet die Überlassung eines Firmenwagens zur privaten Nutzung als Sachzuwendung, im Fachbegriff „geldwerter Vorteil“. Als Folge wird er dem Verdienst des Arbeitnehmers anteilig hinzugerechnet.

Dieser geldwerte Vorteil muss vom Arbeitnehmer in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden, damit er versteuert werden kann. Die Abrechnung erfolgt nach dem geltenden persönlichen Steuersatz. Alternativ kann der Arbeitgeber den Vorteil für dich mit einer Pauschale beim Finanzamt versteuern und das auf der Lohnsteuerkarte eintragen.

Wie kann ich meinen Firmenwagen versteuern?

Um den durch die private Nutzung eines Geschäftswagens entstehenden geldwerten Vorteil zu bemessen, gibt das Finanzamt Arbeitnehmern zwei Möglichkeiten: das Fahrtenbuch oder die Ein-Prozent-Methode. Welche steuerlich günstiger ist, hängt davon ab, wie du den Firmenwagens nutzt und wie der Anteil an Dienstfahrten und privaten Fahrten ist. Im Folgenden werden die beiden Möglichkeiten erklärt.

Wie funktioniert die 1%-Prozent-Regel?

Bei der Ein-Prozent-Regel erfolgt eine pauschale Bemessung des steuerlich relevanten, geldwerten Vorteils. Basis für die pauschale 1%-Prozent-Regelung ist der Bruttolistenpreis des Dienstwagens bei Erstzulassung mit Sonderausstattung und Umsatzsteuer. Pro Monat setzt das Finanzamt 1 Prozent des so ermittelten Fahrzeugwerts als zusätzlichen zu versteuernden Verdienst an. Darfst du deinen Firmenwagen auch privat nutzen, kommen pro Monat außerdem 0,03 % des Listenneupreises pro Kilometer Arbeitsweg hinzu.

Beispielrechnung: Stand der Firmenwagen beim Erwerb mit 40.000 Euro in der Liste, berechnet das Finanzamt einen geldwerten Vorteil von 400 Euro monatlich. Hinzu kommt bei 10 km Arbeitsweg der 0,03%-Anteil, der 120 Euro im Monat entspricht. Insgesamt müssen so jährlich 6.240 Euro als geldwerter Vorteil versteuert werden.

Wie funktioniert das Fahrtenbuch?

Mit einem Fahrtenbuch wird der tatsächliche Anteil von Dienst- und Privatfahrten mit einem Geschäftsauto ermittelt. Das Fahrtenbuch kann in Buchform oder elektronisch geführt werden und muss vollständige Angaben zu Datum, Fahrtziel, Route, Kundenadresse, Fahrtzweck und Kilometerständen am Anfang wie Ende der Fahrt enthalten.

Wechsel der Berechnungsmethode ist jedes Jahr möglich

Wer sich bei der Anwendung einer Methode zur Ermittlung des geldwerten Vorteils im Nachteil sieht, kann die Berechnungsgrundlage bei jedem Fahrzeugwechsel oder zu Beginn eines Jahres umstellen.

Vor- und Nachteile der steuerlichen Methoden

Für wen ist die 1-Prozent-Regel vorteilhaft und wer sollte besser ein Fahrtenbuch führen, um den geldwerten Vorteil beim Privatgebrauch eines Geschäftswagens realistisch beurteilen zu können? Das musst du bei deiner Entscheidung beachten:

Mehr Privatfahrten? Die Ein-Prozent-Regelung unterscheidet als Pauschale nicht zwischen den tatsächlich gefahrenen dienstlichen und privaten Kilometern. Das ist vorteilhaft für alle, bei denen der Anteil der Privatfahrten hoch ist und die sich komplizierte Abrechnungen sowie die Buchführung sparen wollen. Nachteil bei gebraucht gekauften Firmenwagen: Hier dient als Grundlage für die Bemessung der 1%-Pauschale der ehemalige Neuwert des Autos.

Mehr Dienstfahrten? Für Außendienstmitarbeiter oder dienstliche Vielfahrer lohnt sich das Führen eines Fahrtenbuchs. So können die tatsächlich zurückgelegten Arbeitsfahrten bei der Ermittlung des geldwerten Vorteils realistisch berücksichtigt werden. Nachteilig ist der bürokratische Aufwand, da jedes Jahr die Fahrzeuggesamtkosten etwa mit Abschreibung und Versicherung genau ermittelt werden müssen.

Versteuerung von Elektro-Auto oder Hybrid als Dienstwagen?

Wer Firmenfahrzeuge mit alternativen Antrieben auch privat nutzt, braucht in seiner Steuererklärung bei der 1%-Regelung nur die Hälfte des Listenpreises ansetzen, also 0,5 Prozent. Das gilt etwa für zwischen dem 01.01.2019 und 31.12.2030 angeschaffte Dienstwagen mit Plug-in-Hybrid und Elektroantrieb, sofern diese höchstens 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen und der E-Antrieb eine gewisse Reichweite hat. Für Autos komplett ohne CO2-Ausstoß kann die Bemessungsgrundlage sogar reichweitenunabhängig auf 0,25 Prozent gesenkt werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Brutto-Listenpreis nicht mehr als 60.000 Euro betrug.

Electric Car

Diese Besonderheiten gelten bei Homeoffice, Fahrunfähigkeit, Elternzeit

Im Homeoffice ändert sich bei Dienstwagen mit privater Nutzung erst einmal nichts an der 1-%-Regel. Zwar lässt sich im Rahmen der sogenannten tageweisen Einzelbewertung bei weniger als 180 jährlichen Fahren zur Arbeitsstätte der 0,03%-Anteil pro Entfernungskilometer auf 0,002% verringern, das geht allerdings im laufenden Steuerjahr nicht, sondern erst zum Jahreswechsel.

Wer attestiert fahrunfähig wird oder nachweislich in Elternzeit ist, muss für die vollen Monate meist keinen geldwerten Vorteil versteuern. Dasselbe gilt für Angestellte, die mit dem Arbeitgeber vertraglich vereinbaren, dass der Firmenwagen nicht privat genutzt werden darf.

Unterstützung bei Fragen zum Dienstwagen

Mit einem Online-Dienstwagenrechner kannst du ermitteln, welche Berechnungsmethode zur Erfassung des geldwerten Vorteils bei deiner Nutzung Vorteile bringt. Professionelle Hilfe erhältst du beim Steuerberater – er kann auf den Einzelfall eingehen und dir Tipps geben, welches Berechnungsmodell für dich günstig ist.

Unser Fazit: So versteuerst du privat genutzte Firmenwagen richtig

Bürokratischer Aufwand, Nutzungsprofil und Antriebstechnik, bei der Versteuerung privat genutzter Dienstwagen sind viele Faktoren zu beachten. Die Ein-Prozent-Methode verursacht wenig Aufwand und ist als Pauschale geeignet, wenn das Auto oft privat im Einsatz ist. Für überwiegend dienstliche genutzte Geschäftswagen bietet das Fahrtenbuch eine realistischere Einschätzung der tatsächlich gefahrenen Strecken, die das Finanzamt berücksichtigt sehen will. Und auch bei der Modellauswahl redet das Finanzamt in manchen Fällen mit. Entsprechen Klasse und Preis eines privat genutzten Firmenwagens nicht der wirtschaftlichen Ertragslage des Unternehmens, kann es bei der Steuererklärung Probleme geben. Dafür zeigen sich die Behörden großzügig, wenn es um Elektro- oder Hybridmodelle geht, für die in bestimmten Förderzeiträumen Sparvorteile bei der Versteuerung gewährt werden.

Häufig gestellte Fragen

Nein, wenn du dich für die 1-%-Regel bei der Versteuerung entscheidest, musst du kein Fahrtenbuch führen. Das Finanzamt verlangt auch dann kein Fahrtenbuch, wenn du den Firmenwagen nicht privat nutzen darfst.

Ein Dienstwagen lohnt sich meistens, es sei denn, du unternimmst sehr wenige private Fahrten und es wird trotzdem per Ein-Prozent-Regelung versteuert. Letztere ist auch bei einem gebrauchten Dienstwagen von Nachteil, da die Versteuerung auf Basis des Neupreises kalkuliert wird. Am Ende hängt es aber ein wenig von deiner Steuerklasse, dem Neuwagenpreis und den vertraglichen Konditionen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ab. Attraktiv wird es, wenn vom Arbeitgeber Kosten wie zum Beispiel Winterreifen, Spritkosten, Reparaturen oder Inspektionen übernommen werden.

Versteuerst du den geldwerten Vorteil, kannst du als Arbeitnehmer beim Firmenwagen wie beim eigenen Pkw auch die Entfernungspauschale als Werbungskosten absetzen. Das geht aber nicht, wenn dein Arbeitgeber den geldwerten Vorteil pauschal versteuert. Dies ist dann auf deiner Lohnsteuerkarte eingetragen.

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