Kurzzeitkennzeichen

Sie möchten ein nicht zugelassenes Fahrzeug überführen, prüfen oder probefahren? Das Kurzzeitkennzeichen hilft hier weiter: Früher noch als "Überführungskennzeichen" mit der roten Nummer bekannt, gilt das Nummernschild maximal fünf Tage - danach ist es ungültig und kann einfach entsorgt werden.

Was ist ein Kurzzeitkennzeichen?

Das Kurzzeitkennzeichen (Gelbes Kennzeichen) enthält - wie die normalen Kennzeichen auch - das Kürzel des Zulassungsbezirks sowie eine Nummer, die entweder mit "03" oder bei den älteren "roten" Schildern mit "04" beginnt. Optisch unterscheidet es sich zum Einen durch die blaue, amtliche Stempelplakette, zum Anderen befindet sich anstelle des blauen Eurofeldes am linken Rand ein gelb eingefärbtes Feld am rechten Rand. Auf diesem Feld finden Sie drei Zahlen untereinander dargestellt, die Tag, Monat und Jahr des Ablaufdatums angeben. Da diese Zahlen in das Blech eingeprägt sind, muss das Kennzeichen nach dem Stichtag nicht zurückgegeben werden - es ist nach Ablauf ohnehin ungültig und kann daher einfach mit dem normalen Hausmüll entsorgt werden.

Besonderheiten des Kurzzeitkennzeichens

Das Kurzzeitkennzeichen ist von drei elementaren gesetzlichen Regelungen ausgenommen bzw. befreit: Für das Fahrzeug müssen weder eine bestandene Hauptuntersuchung (HU) noch eine Abgasuntersuchung (AU) vorliegen. Außerdem muss es nicht mit einer Umweltplakette versehen sein.

Wie komme ich an ein Kurzzeitkennzeichen?

Auf "klassischem Weg" kommen Sie an das befristete Nummernschild in drei Schritten:

  1. Fragen Sie bei einer Kfz-Versicherung Ihrer Wahl nach einer Deckungskarte bzw. einer elektronischen Versicherungsbestätigung (eVB) für das Fahrzeug. Diese bekommen Sie in der Regel entweder per Mail oder per Fax zugeschickt. Je nach Gesellschaft fallen für die fünf Tage "Straßenerlaubnis" Gebühren in einer Höhe von 30 bis 70 Euro an. Wenn Sie das Fahrzeug später beim gleichen Anbieter versichern möchten, haben Sie einen zusätzlichen Vorteil: Die meisten Gesellschaften verzichten in diesem Fall aus Kulanz auf die anfallenden Gebühren.

  2. Mit der eVB können Sie zusammen mit ihrem gültigen Personalausweis bei einer KFZ-Zulassungsstelle das Kurzzeitkennzeichen beantragen. Im übrigen sind Sie nicht an ihre örtliche Zulassungsstelle gebunden - sie können das Zeichen ohne Probleme auch bei der Stelle mit den günstigsten Gebühren beantragen. Falls Sie verhindert sind, kann dies auch eine Vertretung mit einer entsprechenden Vollmacht für Sie übernehmen. Bei der Zulassungsstelle erhalten Sie zusammen mit den Papieren für den Schilderdienst den "rosa Fahrzeugschein", in welchen Sie ihre persönlichen Daten sowie die Fahrzeugdaten eintragen müssen. Die Kosten für den gesamten Verwaltungsakt belaufen sich auf rund 10 Euro.

  3. Haben Sie die nötigen Papiere beisammen, können Sie das Kennzeichen nun beim Schilderdienst pressen lassen. Mit etwa 10 bis 15 Euro für zwei Schilder kommen Sie hier etwas günstiger weg, als bei den "normalen" Kennzeichen. Für den Zulassungsstempel des Schildes müssen Sie allerdings erneut bei der Zulassungsstelle vorsprechen.

Auf "modernem Weg" haben Sie es noch einfacher: Mittlerweile gibt es einige Anbieter im Internet, die einen Vollservice zur Verfügung stellen. Sie müssen lediglich einige Angaben online ausfüllen und können sich das Schild schon bis zum nächsten Werktag einfach nach Hause schicken lassen. Die Kosten dafür sind jedoch höher.

Was ist dabei zu beachten?

  1. Kurzzeitkennzeichen dürfen immer nur mit einem einzigen Fahrzeug verwendet werden - eine abwechselnde Nutzung an mehreren Fahrzeugen ist nicht erlaubt.

  2. Die Zuteilung des Kennzeichens ist national beschränkt, es darf also nicht etwa an einem Fahrzeug im Ausland angebracht werden, da es sich dabei um eine "Fernzulassung" handeln würde.

  3. Auslandsfahrten sind hingegen in den EU-Staaten erlaubt. Auch die meisten anderen Staaten genehmigen die Überfahrt, jedoch sind sie nicht dazu verpflichtet.

  4. Mit einem Kurzzeitkennzeichen sind von offizieller Seite nur solche Fahrten erlaubt, die zur überführung des Fahrzeugs von einer Stelle zu einer anderen dienen. Alle anderen Fahrten sind grundsätzlich untersagt. Hierfür müssten Sie das Nummernschild wechseln.

Kostenbeispiel

Beispiel 1: Fahrzeug wird auch später bei der Versicherung, die die eVB gesandt hat, versichert.

eVB 0,00 Euro
Zulassungsstelle (fix) 10,50 Euro
Kurzzeitkennzeichen 15,00 Euro
GESAMT __25,50 Euro __

Beispiel 2: eVB Nummer bei anderem Versicherer, teurer Schilderdienst.

eVB ca. 40,00 Euro
Zulassungsstelle (fix) ca. 10,50 Euro
Kurzzeitkennzeichen ca. 20,00 Euro
GESAMT ca. 70,50 Euro

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