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Kurzzeitkennzeichen

Mit Tageszulassungen und Kurzzeitkennzeichen ist es möglich, ein Fahrzeug nur über einen kurzen Zeitraum zuzulassen. Welche Unterschiede es zwischen den Varianten gibt und was du beachten musst, erfährst du hier.

Was bedeuten Tageszulassung und Kurzzeitkennzeichen?

Beide Zulassungsvarianten sind ähnlich, unterscheiden sich aber vor allem in der Dauer ihrer Gültigkeit.

Tageszulassung

Die Tageszulassung ist, wie der Name schon verrät, nur einen Tag gültig. Die Zulassung gilt allerdings auch nur auf dem Papier, heißt: Das Auto darf nicht bewegt werden. Tageszulassungen gelten nämlich nur für neuwertige Lagerfahrzeuge, die einen Kilometerstand nahe null haben.

Was erstmal recht unnütz erscheint, ist vor allem für Autohändler interessant:
Tageszulassungen machen es Händlern möglich, ein Fahrzeug billiger zu verkaufen, ohne den vom Hersteller vorgegebenen Listenpreis zu senken. So können sie höhere Umsätze und Prämien generieren.

Zudem sind Autohändler meist verpflichtet, eine gewisse Anzahl von Neuwagen anzunehmen. Die Preissenkung durch Tageszulassungen kann mehr Kundschaft anlocken und zu mehr Verkäufen führen. Somit werden mehr Fahrzeuge zugelassen. Das ist wichtig für die Zulassungsstatistik der Hersteller, da eine gute Statistik für einen guten Ruf sorgt.

Auch Privatkunden profitieren: Einerseits durch die gesenkten Verkaufspreise, andererseits können sie das Auto schneller mit nach Hause nehmen. Im Gegensatz zu Jahres- oder Vorführwagen sind Fahrzeuge mit Tageszulassung schon vor Ort. Somit entfallen lästige Wartezeiten.

Kurzzeitkennzeichen

Ein Kurzzeitkennzeichen kannst du hingegen nutzen, wenn du beispielsweise vor dem Autokauf eine Probefahrt machen möchtest. Du kannst es auch für Überführungsfahrten nutzen. Es ist verboten, andere Fahrten (bspw. Einkaufs- oder Kurztrips) durchzuführen. Dieses Kennzeichen ist ab Zuteilung maximal fünf Tage gültig und kann bei einer Zulassungsstelle beantragt werden. Wegen der Gültigkeitsdauer ist dieses Kennzeichen auch als 5-Tages-Kennzeichen bekannt.

Das Kurzzeitkennzeichen

Wie viel kosten die Zulassungen?

Da es sich bei der Tageszulassung viel mehr um einen kleinen Trick der Autohändler handelt, entstehen für dich keine Unkosten, solltest du dich für ein Fahrzeug mit dieser Zulassung entscheiden.

Wie viel kostet ein Kurzzeitkennzeichen?

Die Kosten für ein Kurzzeitkennzeichen können etwas variieren, da sie von verschiedenen Faktoren abhängig sind. Hast du einmal alles bezahlt, ist es egal, ob du das Kennzeichen nur zwei Tage oder die maximal erlaubten fünf Tage nutzt. Die wesentlichsten Aspekte sind:

  1. Nummernschilder: Für die Prägung der Nummernschilder kannst du zwischen 20 und 30 Euro einplanen.
  2. Verwaltungsgebühr: Die Verwaltungsgebühr beläuft sich auf weitere 13,50 Euro. Davon werden 0,50 Euro für die Prüfplakette verrechnet und der Rest sind Abgaben an die Versicherung sowie das Kraftfahrtbundesamt.
  3. Versicherungsumfang bzw. eVB-Nummer (Haftpflicht, Teilkasko, Vollkasko): Wer sein Auto anmelden möchte, braucht unabhängig vom Zeitraum eine Versicherungsbestätigung. Hierfür ist eine eVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung) nötig, welche wiederum Kosten von etwa 30 Euro entstehen lässt. Du kannst sie einfach bei deiner Versicherung beantragen. Außerdem entscheidet auch der Versicherungsumfang über den finalen Preis der Kennzeichen. Teil- und Vollkasko kosten dich im Vergleich zur normalen Haftpflichtversicherung deutlich mehr. In der Summe kannst du mit Ausgaben ab 60 Euro aufwärts rechnen.

Was darf ich mit den Zulassungstypen machen?

Für die Tageszulassung wurde diese Frage eingangs schon beantwortet: Hat ein Auto lediglich eine Tageszulassung, darf es nicht bewegt werden. Tageszulassungen gelten nur für Neuwagen mit einem Kilometerstand gen null. Ein Auto gilt als Neuwagen, wenn:

Voraussetzung für eine Tageszulassung

Die Nutzung des Autos mit einem Kurzzeitkennzeichen ist ebenfalls eingeschränkt. Allgemein gibt es nur zwei Optionen, bei denen du deinen Wagen mit Kurzzeitkennzeichen bewegen darfst:

Autos mit Kurzzeitkennzeichen bewegen

Alle anderen Fahrten, wie Einkaufs- oder Kurztrips, sind verboten. Missachtest du diese Regelung und fährst mit deinem Fahrzeug zum Beispiel zum Fitnessstudio, machst du dich strafbar. Baust du dabei sogar noch einen Unfall, entfällt auch der Schutz deiner Versicherung. Du solltest dich daher an die entsprechenden Regelungen halten und das Kurzzeitkennzeichen nicht für andere Zwecke missbrauchen.

Wo bekomme ich ein Kurzzeitkennzeichen?

Ein Kurzzeitkennzeichen lässt sich bei jeder deutschen Zulassungsbehörde beantragen. Du kannst also wählen, ob du das Kennzeichen

  • bei einer Behörde an deinem Hauptwohnsitz,
  • am letzten Zulassungsort des Autos,
  • am Ort des Fahrzeugkaufs
  • oder dort, wo auch immer dein Fahrzeug gerade steht

beantragen willst. Wichtig ist, dass das Kurzzeitkennzeichen immer nur für ein Auto gültig ist. Du kannst also nicht einfach ein Kennzeichen beantragen und es dann doch an ein anderes Auto anbringen.

Kurzzeitkennzeichen beantragen: Voraussetzungen und Unterlagen

In einigen europäischen Ländern, wie in Österreich oder der Schweiz, ist es nur für Gewerbetreibende möglich, eine entsprechende Kurzzulassung zu beantragen. Diese Personen dürfen also auch nur die entsprechenden Fahrten durchführen. In Deutschland ist das allerdings anders geregelt. Hier können alle ein Kurzzeitkennzeichen beantragen – sogar Minderjährige. Diese brauchen aber die Unterschrift beider Elternteile.

Generell benötigst du ähnliche Dokumente, wie auch bei einer herkömmlichen Zulassung:

  • gültiger Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung
  • Elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer) für bis zu fünf Tage
  • Nachweis der letzten gültigen Hauptuntersuchung (HU/TÜV)
  • Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein) oder Zulassungsbescheinigung Teil 2 (Fahrzeugbrief)
  • ggf. CoC-Papiere (Certificate of Conformity, EG-Übereinstimmungsbescheinigung), ausländische Fahrzeugdokumente, Herstellerbescheinigungen und Gutachten im Original
  • Vollmacht des Fahrzeughalters, wenn du das Kurzzeitkennzeichen für eine andere Person beantragst (Vertretung)
  • bei Minderjährigen: Schriftliche Vollmacht beider Erziehungsberechtigten und deren Personalausweise
  • bei juristischen Personen, Firmen oder Vereinen: Handels- oder Vereinsregisterauszug (maximal drei Jahre alt, gültig ab Ausstellungsdatum) und Gewerbeanmeldung

Verschiedene Anforderungen in einzelnen Zulassungsstellen

Am besten ist es, wenn du dich vor der Anmeldung auf der Internetseite deiner gewählten Zulassungsstelle über alle nötigen Unterlagen informierst. Diese können sich nämlich von Zulassungsstelle zu Zulassungsstelle unterscheiden. So kannst du nichts vergessen und bist vorbereitet.

Erscheinst du persönlich bei der Zulassungsstelle, kannst du die fertigen Kennzeichen sofort mitnehmen. Viele Einrichtungen bieten mittlerweile auch eine online-Beantragung an. Hier musst du ein paar Tage für den Versand einplanen.

Was brauche ich, um mein Auto zu überführen?

Hast du deinen Führerschein und die fertigen Kurzzeitkennzeichen, musst du diese nur noch an deinem Auto anbringen. Danach kannst du dein Auto entsprechend der gesetzlichen Vorgaben überführen.

Kaufst du dein Auto mit einer Tageszulassung, musst du dich noch um eine Anmeldung kümmern. Hier kannst du aber auch auf die Kurzzeitkennzeichen verzichten und es gleich vollständig bei einer Zulassungsbehörde eintragen lassen.

Kann ich mein Fahrzeug auch ohne TÜV anmelden?

Es kann immer mal vorkommen, dass du ein TÜV-fälliges Auto überführen musst. Kaufst du beispielsweise in einem anderen Ort einen abgemeldeten Gebrauchtwagen ohne gültige Hauptuntersuchung und möchtest diese in der Werkstatt deines Vertrauens auffrischen lassen, musst du das Auto erstmal irgendwie dorthin bewegen.

Da nicht jeder einen entsprechenden Anhänger besitzt, musst du auf andere Möglichkeiten ausweichen. Hier kannst du auf das Kurzzeitkennzeichen zurückgreifen. Dieses kannst du auch ohne gültige Hauptuntersuchung beantragen. Du darfst damit allerdings nur innerhalb des jeweiligen Zulassungsbezirks und innerhalb eines angrenzenden Zulassungsbezirks zur nächsten Untersuchungsstelle fahren. Liegt die Werkstatt deines Vertrauens weiter weg, musst du auf eine entsprechend näher liegende Prüfungseinrichtung ausweichen. Die entsprechenden Einschränkungen werden nämlich im Fahrzeugschein des Kennzeichens vermerkt, du solltest dich also immer an die Vorgaben halten.

Für eine Tageszulassung braucht es keine extra Hauptuntersuchung, da Neuwagen in der Regel sowieso drei Jahre TÜV haben. Hier solltest du allerdings aufpassen: Hat dein Autohändler den Wagen beim Beantragen der Zulassung für einen Tag als Mietwagen zugelassen, hast du nur noch ein Jahr TÜV, da Mietwagen in Deutschland jährlich zur HU müssen. Hier solltest du auf die entsprechenden Angaben im Kaufvertrag achten oder direkt den Verkäufer fragen.

Darf ich ein Auto mit Kurzzeitkennzeichen im Ausland fahren?

Ein Kurzzeitkennzeichen ist eine nationale Kennzeichnung für Probe- und Überführungsfahrten. Damit ist es prinzipiell nur in Deutschland gültig.

Allerdings gibt es entsprechende Abkommen mit der Schweiz, Österreich, Italien und Dänemark, durch welche unser Kurzzeitkennzeichen auch dort anerkannt wird. In weiteren Nachbarländern ist das deutsche Kurzzeitkennzeichen zwar nicht anerkannt, wird aber toleriert.

Trotzdem solltest du dich darauf nicht verlassen. In Frankreich und Luxemburg gab es beispielsweise schon Fälle, in denen die Einreise mit einem Kurzzeitkennzeichen verweigert wurde. Ungarn, Bulgarien und Rumänien sind weitere Länder, in denen es schon Probleme mit Kurzzeitkennzeichen gab. Willst du dir diesen Stress sparen, bleibst du also am besten in Deutschland, sollte dein Auto gerade nur mit Kurzzeitkennzeichen angemeldet sein.

Ausfuhr- statt Kurzzeitkennzeichen für Fahrten ins Ausland

Ausfuhrkennzeichen sind auch unter dem Namen Export- oder Zollkennzeichen bekannt. Diese Art von Kennzeichen brauchst du, wenn du dein Auto sicher ins Ausland exportieren möchtest. Du kannst hier mit Kosten ab 50 Euro zuzüglich Versicherung rechnen.

Fernzulassungen mit Kurzzeitkennzeichen sind unzulässig

Es ist nicht erlaubt, ein Kurzzeitkennzeichen in Deutschland zu beantragen und dieses dann ins Ausland zu transportieren, um es dort an ein Auto anzubringen und wieder zurückzufahren. Das wäre eine sogenannte unzulässige Fernzulassung, von der du absehen solltest.

Was passiert nach Ablauf der Zulassung?

Nach Ablauf der Tageszulassung passiert erstmal nichts – das Auto war ja sowieso eher pro forma zugelassen. Hier musst du allerdings andere Dinge beachten:

  • ein Neuwagen mit Tageszulassung kann in der Regel nicht mehr nach deinen eigenen Vorlieben konfiguriert werden, du musst es so nehmen, wie es ist
  • in der Zulassungsbescheinigung wirst du als zweiter Besitzer aufgeführt, da der Händler als erster Besitzer gilt
  • Achtung bei der Versicherung: Manche Anbieter entziehen bei Tageszulassungen den Neuwagenrabatt, da du offiziell nicht mehr Erstbesitzer bist. Hier solltest du vorher nachfragen
  • die Garantiefrist beginnt an dem Tag, an dem dein Auto mit der Tageszulassung zugelassen wurde und verkürzt sich dementsprechend

Im Gegensatz zu anderen Typen der Fahrzeuganmeldung ist das Kurzzeitkennzeichen zeitlich begrenzt. Das bedeutet, nach Ablauf der Fünftagesfrist wird das Auto automatisch abgemeldet. Der Versicherungsschutz verfällt ebenfalls.

Eine spezielle Abmeldung ist daher nicht erforderlich. Die Nummernschilder kannst du zurückgeben, du bist aber nicht dazu verpflichtet. Möchtest du die Kennzeichen zurückgeben, kannst du dich in der Regel an deine Versicherungsstelle wenden. Die meisten Anbieter nehmen sie kostenfrei wieder zurück und kümmern sich um die Entsorgung.

Woran erkenne ich, wann meine Kennzeichen nicht mehr gültig sind?

Neben der Bezeichnung als Kurzzeitkennzeichen oder 5-Tages-Kennzeichen kennt dieser Zulassungstyp noch einen weiteren Namen: Gelbes Kennzeichen.
Grund dafür ist der rechte, gelbe Rand. Auf diesem ist das Ablaufdatum des Kennzeichens vermerkt. Lesen musst du das Datum von oben nach unten. Stehen auf dem Kennzeichen beispielsweise 08, 08 und 22 untereinander, ist es bis zum achten August 2022 gültig – um genau zu sein bis 23:59:59 Uhr.

Bußgeld bei ungültigem Kurzzeitkennzeichen

Ist die fünftägige Frist verstrichen, darfst du dein Auto nicht mehr mit den gelben Kennzeichen fahren. Tust du es trotzdem und wirst dabei erwischt, musst du mit einem Bußgeld von 50 Euro rechnen.

Fazit

Sowohl das Kurzzeitkennzeichen als auch die Tageszulassung sind Möglichkeiten, ein Fahrzeug nur für einen kurzen Zeitraum zuzulassen. Die Tageszulassung ist vor allem für Autohändler praktisch, da sie somit einen größeren Handlungsspielraum für Preisanpassungen haben. Auch du als Käufer profitierst von dem geringeren Anschaffungspreis. Allerdings musst du einige Dinge bei der anschließenden Zulassung und eventuell ungültigen Versicherungsprämien beachten.

Das Kurzzeitkennzeichen kannst du anmelden, um dein Auto für maximal fünf Tage amtlich zu melden. In diesem Zeitraum kannst du dein Auto im Zulassungsbezirk und in einem angrenzenden Bezirk bewegen, um es beispielsweise zum TÜV zu bringen. Nach der fünftägigen Frist verfällt die Anmeldung automatisch. Nutzt du das Kennzeichen trotzdem, musst du mit einem Bußgeld von 50 Euro rechnen.

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