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Fokus: Fahranfänger
Fokus: Fahranfänger

Verkehrszeichen in Deutschland

Deutschland ist eines der Länder mit den meisten Schildern im Straßenverkehr: Über 20 Millionen Schilder stehen im Bundesgebiet – durchschnittlich alle 28 Meter ein Schild, die 3,5 Millionen Wegweiser nicht eingerechnet. Hier ist ein Überblick inklusive Einteilung.

Kennst du die wichtigsten Verkehrszeichen?

Schon vor deinem Führerschein nimmst du als Fußgänger und Radfahrer am Straßenverkehr teil und solltest die gängigsten Verkehrsschilder kennen. Durch die Theoriestunden kommen dann noch einige Schilder hinzu, die hauptsächlich für dich als Autofahrer wichtig sind. Doch nach der Theorieprüfung verblasst das Wissen schnell wieder.

Nur ein Fünftel aller Autofahrer kennt sich laut ADAC umfassend mit Verkehrszeichen aus.

Im Straßenverkehr fällt das aber kaum auf, weil viele Straßenschilder nur an bestimmten Orten zu finden sind. Mit den wichtigsten Verkehrszeichen solltest du jedoch vertraut sein, sonst kann dir bei Missachtung ein Bußgeld oder Schlimmeres drohen:

Missachtetes Verkehrszeichen Bußgeld
Stoppschild 10 €
Einbahnstraßenschild 25 €
Verbot der Einfahrt 25 €
Verbot zu Wenden 20 €

Die Entstehung der Verkehrszeichen

Mit der zunehmenden Motorisierung wurden Verkehrszeichen immer wichtiger, um den Verkehr zu regeln und die Verkehrsteilnehmer zu schützen. Das erste Verkehrszeichen stand 1877 an einem Bahnübergang und warnte den Fahrer vor den Gleisen. Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm der Kaiserliche Automobil-Club die Aufstellung einiger beschrifteter Verkehrsschilder – erst später kamen die Symbole und farblichen Markierungen hinzu.

1909 entstand auf einer Konferenz in Paris ein internationales Abkommen über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen, aus dem vier gesetzlich vorgeschriebene „Warnungstafeln“ hervorgingen.

Sie waren rund, mit weißen Zeichen auf dunkelblauem Hintergrund, und kennzeichneten Bahnübergänge, Kreuzungen, Kurven und Querrinnen. Bis 1923 stellten weiterhin Automobilclubs und Vereine die Schilder auf, dann ging diese Aufgabe an den Staat über. Seitdem haben sich die Schilder ständig verändert und an die aktuelle Verkehrssituation angepasst – bis hin zum deutschen Schilderwald.

Brauchen wir überhaupt so viele Verkehrsschilder?

Sämtliche Verkehrsschilder Deutschlands sind im Verkehrszeichenkatalog (VzKat) zu finden. Zudem gibt es drei unterschiedliche Größen von Schildern – je nach Fahrgeschwindigkeit am Aufstellungsort. An einem Pfosten dürfen maximal drei Schilder montiert sein, wobei Gefahrschilder und Schilder mit Wartepflicht allein aufgestellt sind. Inzwischen ist erwiesen, dass zu viele Straßenschilder die Fahrer eher überfordern, als ihnen zu helfen.

Außerdem wiegen sich die Fahrzeugführer in falscher Sicherheit, wenn sie ständig von Schildern geleitet werden. Ihre Aufmerksamkeit sinkt.

In einem Experiment hat der ADAC lokal 60 Prozent und mehr der Verkehrsschilder zeitweise verdeckt – ohne signifikante Auswirkungen auf den Straßenverkehr. Bei weniger Schildern müssen die Fahrer wieder mehr selbst mitdenken, statt sich auf die Schilder zu verlassen. Deshalb trat am 1. April 2013 auch die neue Straßenverkehrsordnung (StVO) in Kraft und setzte einige Verkehrsschilder außer Kraft. Diese sind zwar noch bis zum 31. Oktober 2022 gültig, sollen aber nach und nach aus dem Schilderwald verschwinden.

Diese Verkehrsschilder sollen bis 2022 verschwinden:

  • Schnee- & Eisglätte
  • Steinschlag
  • Splitt/Schotter
  • Bewegliche Brücke
  • Ufer
  • Fußgängerüberweg
  • Amphibienwanderung
  • Flugbetrieb
  • Eingeschränktes Lichtprofil

Rangfolge der Zeichengültigkeit

Verkehrsregelung Polizei

  1. An oberster Stelle vor allen Zeichen, Schildern & Regeln stehen die Anweisungen eines Polizeibeamten
  2. Lichtzeichen wie Ampeln haben Vorrang vor allen Verkehrszeichen
  3. Verkehrszeichen stehen über den allgemeinen Verkehrsregeln
  4. Wenn es gar kein Verkehrszeichen gibt, dann gelten die allgemeinen Verkehrsregeln wie „rechts vor links“

Alle Verkehrszeichen im Überblick

Kategorie Verkehrszeichen-Nummer Anlage in der StVO
Gefahrzeichen 100 bis 199 Anlage 1
Vorschriftszeichen 200 bis 299 Anlage 2
Richtzeichen 300 bis 599 Anlage 3
Verkehrseinrichtungen 600 bis 699 Anlage 4
Zusatzzeichen 1000 bis 1060
Markierungen

1. Gefahrzeichen

Gefahrzeichen erkennst du an dem rot umrandeten Dreieck auf weißem Grund. Das Symbol in der Mitte zeigt die bevorstehende Gefahr. Diese Schilder sind besonders auffällig gestaltet, damit sie dem Fahrer ins Auge springen und er entsprechend reagieren kann. In geschlossenen Ortschaften stehen sie direkt vor der Gefahrenstelle, außerhalb geschlossener Ortschaften zeigen sie die Gefahrenstellen 150 bis 200 Meter vorher an, damit der Fahrer noch genug Zeit zum Reagieren hat. Manchmal gibt ein Zusatzschild darunter weitere Informationen zur Entfernung, zur Gefahr oder schränkt die Gefahr zeitlich ein. In § 40 der StVO ist das Gefahrzeichen wie folgt definiert:

„Gefahrzeichen mahnen zu erhöhter Aufmerksamkeit, insbesondere zur Verringerung der Geschwindigkeit im Hinblick auf eine Gefahrsituation.“

Bei einem Gefahrzeichen handelt es sich demnach nicht um ein direktes Gebot, sondern um einen Hinweis auf eine bevorstehende Gefahr. Im Normalfall solltest du deine Fahrweise entsprechend anpassen und die Geschwindigkeit drosseln, um notfalls schnell reagieren zu können. Neben den dreieckigen Schildern gehören auch die sogenannten Baken in diese Kategorie, die mit ein bis drei roten Streifen auf weißem Grund einen Bahnübergang ankündigen – jeder Streifen entspricht dabei einer Entfernung von 80 Metern.

Beispiele für Gefahrzeichen:

  • Baustellenzeichen
  • Stauzeichen
  • Verengte Fahrbahn
  • Wildwechsel

2. Vorschriftszeichen

Im Gegensatz zu Gefahrzeichen sind Vorschriftszeichen Gebote und Verbote, die vom Fahrer ein bestimmtes Verhalten verlangen, bei dessen Missachtung ein Bußgeld folgen kann. Klassische Vorschriftzeichen sind rund, haben einen roten Rand und zeigen in der Mitte die Vorschrift als Symbol auf weißem Grund.

Achtung: Ein achteckiges Stoppschild gehört ebenso zu den Vorschriftszeichen wie ein blaues Einbahnstraßenschild. Diese Kategorie weist völlig verschiedene Farben und Formen auf, sodass du davon allein noch keine Bedeutung für das Verkehrszeichen ableiten kannst.

Auch die Vorschriftszeichen können mit einem Zusatzschild zur genaueren Information versehen sein und befinden sich manchmal auch als Markierung auf der Straßenoberfläche. In der Rangordnung gelten sie wie Anweisungen von einem Polizeibeamten, sodass sich auch Radfahrer und Fußgänger daran halten müssen. Wer ein Vorschriftszeichen missachtet, der riskiert in der Regel ein Bußgeld oder sogar Punkte in Flensburg.

Beispiele für Vorschriftszeichen:

  • Geschwindigkeitsbegrenzung
  • Überholverbot
  • Absolutes Halteverbot
  • Gehweg

3. Richtzeichen

Richtzeichen können sowohl Hinweise als auch Ge- und Verbote für die Fahrer anzeigen. Allerdings deuten sie keine Gefahren an, sondern eher allgemeine Besonderheiten. Ihre Hauptaufgabe ist es, den Verkehr am Laufen zu halten.

Auch hier sind die Formen und Farben sehr unterschiedlich, wobei viele gelbe und rechteckige blaue Schilder zu den Richtzeichen gehören.

Ansonsten ist die Mischung recht bunt – vom Ortsschild über das Vorfahrtsschild bis hin zur Umleitung. Auch die weißen Schilder zur Verkehrsführung gehören in diese Kategorie, um Spuren zu trennen, zusammenzuführen oder überzuleiten. Außerorts stehen Richtzeichen 200 Meter vor dem Bezugspunkt, innerorts 50 bis 100 Meter. Auch bei den Richtzeichen geben Zusatzschilder weitere Informationen.

Beispiele für Richtzeichen:

  • Vorfahrtszeichen
  • Autobahnzeichen
  • Parkzeichen
  • Sackgasse

4. Verkehrseinrichtungen

Wenn du die weiß-rot gestreiften Verkehrseinrichtungen entdeckst, dann ist meist irgendetwas anders als sonst. Entweder wird die Fahrbahn aufgrund von Bauarbeiten verengt oder die Fahrbahn ist wegen eines Unfalls gesperrt. Verkehrseinrichtungen haben gegenüber allen anderen Anordnungen Vorrang und sind besonders auffällig gestaltet – meistens mit roten und weißen Streifen sowie manchmal zusätzlich mit blinkenden Lichtern. In § 43 der StVO sind die Verkehrseinrichtungen wie folgt definiert:

„Verkehrseinrichtungen sind Schranken, Sperrpfosten, Absperrgeräte sowie Leiteinrichtungen, die bis auf Leitpfosten, Leitschwellen und Leitborde rot-weiß gestreift sind. […] Verkehrseinrichtungen sind außerdem Absperrgeländer, Parkuhren, Parkscheinautomaten, Blinklicht- und Lichtzeichenanlagen sowie Verkehrsbeeinflussungsanlagen.“

Achtung: Auch wenn am Straßenrand eigentlich ein Vorschriftszeichen mit Tempo 100 steht, hat eine Verkehrseinrichtung bei einer Baustelle oder einem Unfall Vorrang. Hier solltest du deine Geschwindigkeit entsprechend drosseln und sehr aufmerksam fahren. Oft ist die Situation bei einer Verkehrseinrichtung schwierig zu erfassen.

Beispiele für Verkehrseinrichtungen:

  • Absperrschranke
  • Leitkegel
  • Richtungstafel in Kurven
  • Leitpfosten

5. Zusatzzeichen

Zusatzzeichen befinden sich normalerweise unterhalb von anderen Schildern, zum Beispiel Gefahr-, Vorschrifts- oder Richtzeichen. Hier erfüllen sie eine von zwei Funktionen:

  • Entweder schränkt ein Zusatzzeichen die Bedeutung des Verkehrsschildes ein – zum Beispiel auf eine bestimmte Uhrzeit oder eine bestimmte Fahrzeugkategorie.
  • Oder das Zusatzschild gibt einen ergänzenden Hinweis zum angezeigten Schild – zum Beispiel einen bestimmten Geltungsbereich oder die Entfernung bis zum Eintritt der Gefahrenstelle.

Von der Gestaltung her sind Zusatzzeichen meistens rechteckig, weiß, haben einen schwarzen Rand und zeigen in der Mitte schwarze Schrift oder ein schwarzes Symbol. Sie bilden zwar eine eigene Kategorie, tauchen aber fast nur in Verbindung mit anderen Verkehrszeichen auf, um diese näher zu erläutern.

Beispiele für Zusatzzeichen:

  • Bei Nässe
  • Radfahrer frei
  • Straßenschäden
  • Zeitliche Beschränkung

6. Markierungen

Zu den Verkehrszeichen gehören auch die Fahrbahnmarkierungen, die auf Asphalt- und Betonstraßen aufgebracht sind. Sie dienen zur Orientierung auf der Verkehrsfläche und sorgen für eine eindeutige Verkehrsführung. Wenn du eine Straßenmarkierung ordnungswidrig überfährst, kannst du dafür Bußgeld, Punkte oder sogar ein Fahrverbot kassieren. Der Klassiker ist das Überfahren einer durchgestrichenen Linie, die eigentlich ein Überholverbot anzeigt.

Sperrfläche - Markierung Straße

Interessant: Da die Markierungen verschiedene Funktionen im Straßenverkehr übernehmen, können sie nicht eindeutig einer Kategorie zugeordnet werden. Manche Markierungen wie der Fußgängerüberweg oder die Haltelinie zählen zu den Vorschriftszeichen, eine gestrichelte Leitlinie oder eine Wartelinie an einer Kreuzung gilt als Richtzeichen.

Beispiele für Markierungen:

  • Fußgängerüberweg
  • Haltelinie
  • Pfeilmarkierungen
  • Sperrfläche

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