Betrug beim Autokauf: Vorsicht ist geboten bei diesen Betrugsmaschen

Ein tolles Auto für kleines Geld gefunden? Das kann ein Schnäppchen sein oder ein Betrugsversuch. Betrug beim Autokauf kommt häufiger vor, als Käufer erwarten. Dieser Ratgeber klärt über verschiedene Betrugsmaschen auf, zeigt die Gefahren und erklärt, wie Sie Tachomanipulationen entlarven.

Das Wichtigste in Kürze

  • Niemals Vorkasse oder Anzahlungen leisten: Leisten Sie keine Reservierungs- oder Transportgebühren an unbekannte Verkäufer; AutoScout24 fordert niemals Vorkasse über externe Transportdienstleister oder gefälschte E-Mails.
  • Identität und Fahrzeugpapiere per FIN-Check prüfen: Vergleichen Sie die 17-stellige Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) auf den Papieren mit den physischen Stanzungen am Auto (z. B. Motorraum, Fahrertür, Armaturenbrett) und lassen Sie sich den Ausweis des Halters zeigen.
  • Tachostand über 4 Säulen verifizieren: Da schätzungsweise jeder dritte Gebrauchtwagen manipuliert ist, prüfen Sie die Laufleistung durch TÜV-Berichte, die digitale Servicehistorie, das Auslesen redundanter Steuergeräte (OBD-2) und optische Verschleißmuster im Innenraum.
  • Versteckte Unfallschäden entlarven: Lassen Sie das Fahrzeug bei Unklarheiten für 30 bis 90 Euro in einer Fachwerkstatt checken; verweigert der Verkäufer diesen Prüftermin, liegt meist ein verheimlichter Vorschaden vor.
  • Sichere Zahlungsmethoden wählen: Nutzen Sie bei Barzahlung eine detaillierte Quittung oder bei Online-Diensten wie PayPal zwingend die Option für geschäftliche Transaktionen mit Käuferschutz.

In den meisten Fällen läuft beim Autokauf alles wie am Schnürchen. Natürlich gibt es unter den Autoverkäufern aber auch immer wieder schwarze Schafe, die mit verschiedensten Betrugsmaschen versuchen, eine große Geldsumme aus dem Deal herauszuschlagen. Einige Maschen kommen so häufig vor, dass sich Käufer im Vorhinein auf sie vorbereiten können.

Als Käufer heißt es stets wachsam zu sein. Wenn sich etwas komisch anfühlt, ein Händler unglaubwürdig wirkt oder die Papiere nicht authentisch aussehen, ist es empfehlenswert, auf das Bauchgefühl zu hören. Es lohnt sich bei Unsicherheit auch, ein wenig Geld für Experten in die Hand zu nehmen. So lassen sich mögliche Mängel, vertuschte Unfallschäden oder falsche Papiere schnell erkennen. Im Großen und Ganzen spart sich ein Autokäufer so eine Menge Geld und Ärger.

Inhaltsverzeichnis


1. Betrug beim Autokauf: Die gängigsten Gebrauchtwagenabzocken

Der Gebrauchtwagenmarkt bietet kriminellen Verkäufern leider vielfältige Ansatzpunkte. Ob durch gefälschte Inserate, das Vorenthalten von Vorschäden, manipulierte Tachometer oder gefälschte Papiere – das Ziel der Betrüger ist es immer, den unberechtigten Maximalgewinn einzustreichen oder Geld ohne Gegenleistung einzukassieren. Wer die typischen Muster der Abzocker kennt, kann Versuche frühzeitig erkennen und abbrechen.

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2. Der Trick mit der Anzahlung & Fake-Transportdienstleister

AutoScout24 warnt vor Betrugsfällen, in denen der Fahrzeugverkäufer eine Anzahlung für eine angebliche Fahrzeuglieferung fordert.

Der Betrüger gibt sich als vermeintlicher Verkäufer aus, welcher privat ein – meist sehr preisgünstiges – Fahrzeug inseriert. Er kontaktiert den potenziellen Käufer, sobald dieser Interesse zeigt, und täuscht vor, im Austausch mit AutoScout24 zu stehen oder mit AutoScout24 zusammenzuarbeiten.

Der potenzielle Käufer wird gegebenenfalls aufgefordert, persönliche Daten und/oder Ausweisdokumente offenzulegen. Anschließend teilt der Betrüger dem Interessenten fälschlicherweise mit, dass für den Autokauf der Service von AutoScout24 smyle genutzt werde. Der Betrüger gibt vor, dass für die Lieferung des Fahrzeugs ein spezieller Transportdienstleister beauftragt wird, für den eine Anzahlung auf ein vorgegebenes Konto vonnöten sei.

Wichtiger Sicherheitshinweis: AutoScout24 arbeitet nicht mit externen Transportdienstleistern zusammen. Wenn eine Anzahlung geleistet wird, ist der Betrüger nicht mehr erreichbar. Eine Lieferung des Fahrzeugs findet nicht statt. Der Betrüger verwendet auf den ersten Blick echt aussehende AutoScout24-E-Mails und Vertragsdokumente.

Regeln zum Schutz vor Anzahlungsbetrug:

  • Niemals eine Anzahlung leisten: Leisten Sie keine Vorkasse für ein Fahrzeug oder dessen Lieferung. Ein rechtmäßiger Kauf über AutoScout24 smyle findet ausschließlich auf der offiziellen Webseite https://www.autoscout24.de/smyle statt. Mitarbeiter von AutoScout24 verlangen niemals eine Anzahlung per E-Mail.
  • E-Mail-Adresse prüfen: Offizielle E-Mails von AutoScout24 enden ausnahmslos auf @autoscout24.com. E-Mail-Adressen mit abweichenden Endungen stehen nicht mit AutoScout24 in Verbindung.
  • Keine externen Transport-Links anklicken: AutoScout24 schickt Ihnen niemals Links zu Webseiten externer Transportdienstleister.

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3. Zu gut, um wahr zu sein: Schnäppchenpreise & Datenklau

Manche Angebote auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind sehr gut, fast schon zu gut. Wenn sich ein ungutes Bauchgefühl meldet, ist es empfehlenswert, diesem Glauben zu schenken und sich das Angebot ganz genau anzuschauen. Häufig sind Angebote, die zu schön sind, um wahr zu sein, nicht in der Realität verhaftet.

Gefahren von Schein-Schnäppchen:

  • Versteckte Mängel: Wenn das Wunschauto mit Top-Ausstattung und wenigen Kilometern extrem günstig angeboten wird, fehlen häufig Angaben zu Unfallschäden oder nicht-fachgerecht durchgeführten Reparaturen. Dies fällt oft erst nach dem Kauf auf.
  • Gefahr von Datenklau: Manchmal ist das Ziel der Betrüger gar nicht der Autoverkauf, sondern das Aneignen sensibler Daten (z. B. Personalausweis-Kopien).

So prüfen Sie den Preis und die Fahrzeughistorie:

In der kostenlosen Fahrzeugbewertung lässt sich der marktübliche Preis für ein bestimmtes Modell sofort abfragen. Im Zweifel ist beim Verkäufer nachzuhaken, warum er das Auto unter Marktwert abgibt. Ohne nachvollziehbare Antwort ist es ratsam, vom Kauf abzusehen. Zur Überprüfung der Fahrzeughistorie sind Portale wie carfax.eu für Käufer eine erste verlässliche Anlaufstelle.

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4. Vertrauenswürdigkeit des Verkäufers & Identitätsprüfung

Zu Beginn lässt sich nie zu 100 Prozent darauf verlassen, dass Autoverkäufer vertrauenswürdig sind – Vertrauen muss erst Stück für Stück aufgebaut werden. Bei folgenden Indizien für Betrug gilt es, hellhörig zu werden:

  • Der Verkäufer ist unter der angegebenen Telefonnummer nie zu erreichen und meldet sich nicht zurück.
  • Es folgt keine Antwort auf E-Mails oder wichtige Fragen werden nur schwammig und unkonkret beantwortet.
  • Antworten auf Fragen wirken unrealistisch und zu gut, um wahr zu sein.
  • Besichtigungstermine werden immer wieder verschoben oder finden nie statt.

Sobald der Verkäufer unseriös wirkt, empfiehlt es sich, den Kauf direkt abzubrechen.

Die Identität des Verkäufers prüfen:

Kommt es zu Besichtigung und Probefahrt, sollte der Verkäufer sich durch einen amtlichen Lichtbildausweis ausweisen können. Nur so weiß der Käufer, dass es sich um den echten Halter bzw. Eigentümer des Fahrzeugs handelt. Handelt der Verkäufer im Auftrag, muss er eine schriftliche Vollmacht sowie die Ausweiskopie des Halters vorlegen.

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5. Verschwiegene Unfallschäden & professioneller Gebrauchtwagencheck

Als Laie ist es nicht einfach zu erkennen, ob ein Fahrzeug bereits einen Unfall hinter sich hat oder ob verdeckte Mängel bestehen. Etwaige Unfälle zu verschweigen, fällt unter den Tatbestand der arglistigen Täuschung und stellt eine Form des Betrugs dar.

Wenn bei der Frage nach Unfallschäden Unsicherheiten aufkommen, ist es ratsam, eine dritte Person mit Sachverstand hinzuzuziehen. Wer niemanden im Bekanntenkreis hat, kann das Auto auf eigene Kosten einem professionellen Gebrauchtwagen-Check bei Prüforganisationen unterziehen lassen. Die Kosten hierfür belaufen sich meist auf rund 30 bis 90 Euro. Lehnt der Verkäufer diesen Check ab, hat er wahrscheinlich etwas zu verbergen – in diesem Fall sollten Sie sich nach einem anderen Auto umsehen.

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6. Betrug mit falschen Fahrzeugpapieren & der 17-stellige FIN-Check

Bei der Überprüfung der Fahrzeugpapiere gilt besondere Achtsamkeit. Gefälschte Fahrzeugpapiere kommen beispielsweise ins Spiel, wenn es sich bei dem angebotenen Auto um ein gestohlenes Fahrzeug handelt.

Eine Überprüfung, ob die Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) in den Papieren exakt mit der des Autos übereinstimmt, ist unumgänglich. Seit 1981 ersetzt die FIN die alte Fahrgestellnummer. Die 17-stellige Nummer besteht aus drei logischen Blöcken:

  1. Stellen 1 bis 3: Der Welt-Herstellercode (Gibt Land und Hersteller an).
  2. Stellen 4 bis 9: Die Fahrzeugbeschreibung (Chiffriert Modell, Baureihe, Fahrzeug- und Motortyp).
  3. Stellen 10 bis 17: Herstellerspezifische fortlaufende Nummer.

Die FIN existiert bei Autos mehrfach physisch an verschiedenen Stellen: Sie befindet sich beispielsweise an der Fahrertür, zwischen Vorder- und Hintertür, im Koffer- oder Motorraum, unter der Motorhaube oder sichtbar auf dem Armaturenbrett. Bei Motorrädern findet sich die FIN auf der Gabel unter der Verkleidung oder am Lenkkopf.

Tipp für die Abwicklung: Wer sich hinsichtlich der Papiere unsicher ist, kann den Verkäufer darum bitten, nach der Übergabe gemeinsam zur Zulassungsstelle zu gehen und das Auto zusammen umzumelden.

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7. Tachomanipulation erkennen & Kilometerstand gründlich prüfen

Günstig erhältliche Geräte zur Tachomanipulation machen es Betrügern leicht, den Tacho in Sekundenschnelle herunterzudrehen. Auch strenge EU-Verordnungen (wie die 2017/1151) haben diese Betrugsform noch nicht unterbunden. Es besteht die begründete Vermutung, dass der Tacho bei jedem dritten in Deutschland verkauften Gebrauchtwagen manipuliert wurde.

Um eine Manipulation des Tachostands zuverlässig zu entlarven, reicht ein Blick auf das Kombiinstrument nicht aus. Erst die Verknüpfung von vier Prüfsäulen liefert Gewissheit:

TÜV-Berichte & AU-Nachweise als Belege

Lückenlos vorliegende TÜV-Gutachten und AU-Bescheinigungen der letzten Hauptuntersuchungen sind amtliche Belege für den Kilometerstand. Auf jedem Bericht vermerkt der Prüfer den exakten Tachostand am Tag der Inspektion. Weisen die Berichte über Jahre hinweg eine fortlaufende, plausible Steigerung auf, ist eine nachträgliche Manipulation unwahrscheinlich. Fehlen diese Dokumente, ist erhöhte Vorsicht geboten.

Servicehistorie & digitales Serviceheft

Prüfen Sie das Inspektionsheft, Reparaturbelege sowie die Ölwechselintervalle. Viele moderne Automobilhersteller nutzen ein zentrales digitales Serviceheft, bei dem jede Inspektion auf Herstellerservern gespeichert wird. Ein Marken-Vertragshändler kann diese Daten anhand der FIN einsehen und ausdrucken. Bei gedruckten Papier-Scheckheften sollten Sie prüfen, ob die Stempel und Handschriften plausibel sind und zu vorhandenen Werkstattrechnungen passen.

Digitale Daten & Steuergeräte auslesen (OBD-2)

Bei modernen Fahrzeugen wird die Laufleistung nicht nur im Tacho gespeichert. Elektronische Steuergeräte – wie das Motorsteuergerät (ECU), das Getriebesteuergerät, das ABS-Modul oder der Funkschlüssel – speichern den Kilometerstand redundant. Billige Manipulationsgeräte ändern meist nur den Wert im Tacho. Ein professioneller Tiefenscan per OBD-2-Diagnosegerät deckt Abweichungen zwischen dem Tacho und den übrigen Modulen sofort auf.

Optische Warnsignale & Verschleißbild im Innenraum

Manchmal passen der Fahrzeugzustand und der Tacho offensichtlich nicht zusammen. Kontrollieren Sie das physische Verschleißbild des Cockpits:

  • Pedalgummis: Stark abgewetzte Gummiüberzüge an Bremse und Kupplung sprechen für hohe Laufleistungen (über 100.000 km).
  • Lenkrad & Schaltsack: Abgegriffenes, speckiges Leder oder abgeplatzter Kunststoff am Lenkrad passen nicht zu einem Tacho von unter 60.000 km.
  • Fahrersitz: Eine durchgesessene, faltige Sitzwange verrät intensiven Fahrbetrieb.

Wenn der Händler relevante Unterlagen nicht zur Verfügung stellen kann oder Unstimmigkeiten vorliegen, kontaktieren Sie den Vorbesitzer oder investieren Sie 30 bis 90 Euro in einen professionellen Gebrauchtwagen-Check.

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8. Vorsicht bei Vorkasse: Sichere Bezahlmethoden & Abwicklung

Ein weiteres Warnsignal beim Autokauf sind unbegründete Anzahlungen. Diese fordern dubiose Händler meist für die Reservierung des Wagens oder die Bestätigung der Kaufintention. Dies ist absolut unüblich und die Zahlung auf keinen Fall zu leisten.

Vor allem, wenn es noch keine Möglichkeit gab, das Fahrzeug zu besichtigen oder zu testen, ist eine Anzahlung nicht gerechtfertigt. Nach Erhalt der Anzahlung tauchen Betrüger unter, die Fake-Angebote verschwinden aus dem Netz und das Geld ist verloren.

Sichere Bezahlformen beim Gebrauchtwagenkauf:

  • Bargeldübergabe vor Ort: Nach vollständiger Prüfung des Fahrzeugs und aller Dokumente erfolgt die offizielle Übergabe. Eine Bargeldübergabe Zug um Zug gegen Fahrzeug, Papiere, Schlüssel und detaillierte Quittung/Rechnung ist bewährt.
  • Online-Bezahldienste (z. B. PayPal): Nutzt der Käufer ein Bezahlsystem wie PayPal, ist es zwingend erforderlich, dass die Überweisung für einen geschäftlichen Zweck (Waren und Dienstleistungen) deklariert wird. Zwar fällt eine geringe Gebühr an, im Ernstfall ist die Transaktion jedoch über den Käuferschutz versichert.

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9. Übersichtstabelle: Betrugsformen, Risiko-Indikatoren & Schutzmaßnahmen

Betrugsform Typische Masche / Vorgehen Warnsignale / Indikatoren Wirksame Schutzmaßnahme
Anzahlungs-Betrug Verkäufer fordert Vorkasse für Transportdienstleister oder Reservierung. Gefälschte E-Mails; externe Links; gefälschte AutoScout24-Mails. Niemals Vorkasse leisten; E-Mail-Domain (@autoscout24.com) prüfen.
Fake-Schnäppchen Unrealistisch niedriger Preis dient als Lockvogel für Datenklau. Preis liegt drastisch unter Marktwert; Verkäufer verweigert Auskunft. Fahrzeugbewertung nutzen; Fahrzeughistorie (carfax.eu) prüfen.
Diebstahl / Fälschung Gebrauchtwagen mit gefälschten Fahrzeugpapieren. FIN in den Papieren weicht vom Auto ab; Ausweis fehlt. 17-stellige FIN an mehreren Stellen am Auto prüfen; Ausweis abgleichen.
Verheimlichter Unfall Schwere Unfallschäden werden als „unfallfrei“ verschwiegen. Unstimmige Spaltmaße; Verkäufer verweigert Check. Professionellen Gebrauchtwagencheck (30–90 €) durchführen.
Tachomanipulation Kilometerstand wird mit Geräten künstlich zurückgedreht. Tachostand passt nicht zu Pedalgummis / Sitzverschleiß. TÜV-Berichte, digitales Serviceheft & Steuergeräte per OBD-2 auslesen.

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Wichtige Fragen zum Thema Betrug beim Autokauf

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