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Fokus: Fahranfänger
Fokus: Fahranfänger

Den Führerschein machen: Alles zum Ablauf

Du willst deinen Führerschein machen? Wir haben eine Reihe guter Tipps, die dabei helfen. Von der Anmeldung bis zum fertigen Führerschein: Hier erfährst du, wie du deinen Führerschein möglichst günstig erwirbst. Mit unserem Ratgeber steht deinem Führerschein beim ersten Versuch nichts mehr im Weg.

Ab welchem Alter kann ich den Führerschein machen?

Je nach Führerscheinart gibt es unterschiedliche Altersbeschränkungen. Der frühestmögliche Zeitpunkt, um einen Führerschein zu machen, ist mit vollendetem 15. Lebensjahr. Dies gilt für alle Führerscheine der Klassen AM, also für zwei- und dreirädrige Krafträder sowie für vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge. Gemeint sind damit beispielsweise Mofas, Mopeds, Minitrikes, Roller sowie Minicars, bei denen die PS-Stärke und die Höchstgeschwindigkeit begrenzt sind.

Im Alter von 16 Jahren besteht die Möglichkeit, den Führerschein der Klasse A1 zu machen. Dieser bezieht sich auf Kleinkrafträder mit maximal 125 cm³ Hubraum und nicht mehr als 11 kW Leistung.

Bei der Führerscheinklasse B ist zwingend ein Alter von 18 Jahren vorgegeben. Allerdings gibt es hier eine Ausnahme. Wer sich für das Modell des begleitenden Fahrens entscheidet, der kann die Führerscheinprüfung der Klasse B bereits im Alter von 17 Jahren ablegen. Dazu werden im Führerschein die begleitenden Personen eingetragen, von denen immer eine verpflichtet ist, im Fahrzeug zu sitzen, wenn der Führerscheininhaber fährt. Ausgehändigt wird dann ein vorläufiger Führerschein, der zum 18. Geburtstag gegen die reguläre Fahrerlaubnis eingetauscht wird.

Bei den Führerscheinen der Klasse A und A1 gibt es verschiedene Altersbeschränkungen. Dies ist abhängig davon, ob der Führerscheinbewerber zuvor bereits eine Fahrerlaubnis der Klasse A2 oder AM besessen hat. Ist dies nicht der Fall, liegt das Mindestalter für den Motorradführerschein der Klasse A bei 24 Jahren.

Wie lange dauert es, den Führerschein zu machen?

Vom Antrag des Führerscheins bei der Fahrschule bis zur Fahrprüfung vergehen in der Regel 6 bis 10 Wochen. Allerdings ist dies sehr davon abhängig, wie viele Praxis-Fahrstunden ein Fahrschüler benötigt und wie viel Zeit er in den Führerschein investieren kann. Wer den theoretischen Unterrichtsstoff schnell erlernt und sich durch private Extrafahrstunden auf einem Verkehrsübungsplatz die notwendige Fahrroutine und Sicherheit aneignet, der kann diese Zeitspanne auf unter 4 Wochen verkürzen.

Wer es besonders eilig hat und ausreichend freie Zeit mitbringt, der kann sich bei einem Ferienkurs einschreiben und einen Führerschein-Schnellkurs machen. Dort werden Theorieunterricht und Praxisstunden konzentriert angeboten, sodass es möglich ist, nach bereits 2 oder 3 Wochen den Führerschein in der Hand zu halten.

Welche Fahrstunden sind für den Autoführerschein Pflicht?

Für die Führerscheinklasse B sind 12 Theoriestunden zu jeweils 90 Minuten für das Basiswissen vorgeschrieben. Hinzu kommen 2 weitere Doppelstunden zu ebenfalls 90 Minuten für den sogenannten Zusatzstoff. Wer einen Führerschein der Klasse B mit Erweiterung anstrebt, der muss mit mindestens 6 zusätzlichen Doppelstunden rechnen, abhängig davon, welche Führerscheinerweiterung angestrebt wird.

Wie viele Praxisstunden für einen Fahrschüler erforderlich sind, liegt im Ermessen des Fahrlehrers. Wichtig ist, dass der Fahrschüler eine Routine erwirbt, sich an die Handhabung des Autos und an den Straßenverkehr gewöhnt und somit Fahrsicherheit erlangt. Es ist ratsam, die Fahrschule mit Bedacht auszuwählen, um nicht mehr Praxisstunden als notwendig zu absolvieren. Der statistische Durchschnitt liegt bei gut 30 Fahrstunden, inklusive der Pflichtstunden.

Zudem schreibt der Gesetzgeber 12 Sonderfahrten vor:

  • 5 Fahrstunden zu je 45 Minuten auf Bundes- oder Landstraßen, die sogenannten Überlandfahrten
  • 4 Fahrstunden zu je 45 Minuten auf der Autobahn
  • 3 Fahrstunden zu je 45 Minuten bei Dämmerung oder in der Nacht, die sogenannten Nachtfahrten

führerschein-ablauf

Was lernen Fahrschüler in der ersten Fahrstunde?

Die erste Fahrstunde läuft bei fast allen Fahrschulen in Deutschland nach einem beinahe identischen Muster ab. Im Normalfall verfügen Fahrschüler über keinerlei Erfahrung. Deshalb erklärt ihnen der Fahrlehrer zuerst alle Bedienelemente, die für die Teilnahme am Straßenverkehr wichtig sind. Dazu gehören:

  • Gas
  • Bremse
  • Kupplung, soweit vorhanden
  • Blinker
  • Scheibenwischer
  • Lichtanlage inklusive Warnblinker
  • Hupe
  • Lenkrad
  • Schaltung für Automatikgetriebe oder manuelle Schaltung
  • Handbremse
  • Sicherheitsgurte
  • Außenspiegel und
  • Rückspiegel.

Handelt es sich um ein sehr modernes Fahrschulfahrzeug, können die Rückfahrkamera und die Sensoren hinzukommen. Anschließend wird der Fahrlehrer mit dem Fahrschüler das Anfahren üben und das Bremsen bis zum vollständigen Stillstand des Fahrzeuges. Erst wenn Anfahren und Bremsen reibungslos funktionieren, kann der Fahrschüler am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen.

Wie kann ich mich auf den Führerschein vorbereiten?

Es gibt bislang noch keinerlei Möglichkeit, die theoretische Prüfung online abzulegen. Allerdings gibt es von Privatanbietern, aber auch von Städten und Gemeinden, Online-Portale, welche einen sogenannten Führerschein-Test anbieten. Teils werden dafür Gebühren erhoben, es finden sich aber auch kostenfreie Tests für die theoretische Führerscheinprüfung. Hier kann der Führerscheinbewerber, zur Vorbereitung auf die Prüfung, beliebig häufig die Theorieprüfung ablegen, ohne dass diese gewertet wird. In der Regel sind die angebotenen Fragebögen auf dem aktuellen Stand. Erst wenn der Fahrschüler einen solchen Test mehrfach fehlerfrei bestanden hat, sollte er die Anmeldung zur echten theoretischen Fahrprüfung in Betracht ziehen.

Vorbereitung auf die praktische Fahrprüfung

Es ist nicht ratsam, an einem Sonntag oder Feiertag den leeren Parkplatz eines Baumarktes für private Fahrstunden zu nutzen. Hier kann allenfalls der Umgang mit der Fahrzeugtechnik geübt werden, wobei auch dabei der Lernerfolg eher zweifelhaft ist. Zudem besteht im Falle eines Unfalles kein Versicherungsschutz, da es sich hierbei um Fahren ohne Führerschein handelt. Die deutlich bessere Alternative sind Verkehrsübungsplätze. Für gewöhnlich sind diese Plätze so angelegt, dass alle kritischen Punkte beim Autofahren geübt werden können. Ein guter Verkehrsübungsplatz bietet:

  • Parkbuchten
  • Parkstreifen
  • Zebrastreifen
  • Kreisverkehr
  • Kreuzungen mit und ohne Ampel
  • Anfahren an einer Steigung
  • unebene Fahrbahn, die sogenannte Rüttelstrecke
  • Einfahrt in eine Garage und
  • einen separaten Streckenabschnitt für Bremsübungen.

Darüber hinaus sollten alle gängigen Verkehrsschilder vorhanden sein.

In Deutschland liegen die Kosten für die Nutzung eines Verkehrsübungsplatzes bei etwa 10 bis 15 Euro je Stunde. Das ist deutlich preiswerter als eine Fahrstunde. Zugleich ist der Lernerfolg relativ hoch, weshalb sich diese Investition auf jeden Fall lohnt.

Ruhe bei der Prüfung bewahren

Bei Menschen mit akuter Prüfungsangst, bei solchen, die unter Belastung leicht nervös reagieren und bei Führerscheinkandidaten, die Schwierigkeiten haben, Stress zu verarbeiten, lohnt sich obendrein eine psychologische Vorbereitung auf die praktische Prüfung. Verkehrspsychologen empfehlen in solchen Fällen insbesondere Meditation, Yoga oder gar eine verkehrspsychologische Schulung, um bei der tatsächlichen Prüfung die Ruhe zu bewahren. Absolut falsch und kontraproduktiv ist der Gang zum Arzneimittelschrank, um Beruhigungs- oder Aufputschmittel einzunehmen. Diese Substanzen beeinflussen die Aufmerksamkeit und setzen die Reaktionsgeschwindigkeit herab. Deshalb haben diese Substanzen im Blutkreislauf eines Fahrzeugführers nichts zu suchen.

Praktische Fahrstunden für den Führerschein online machen

Einige Fahrschulen werben mit einem modernen Fahrsimulator. Dabei werden auf einem Bildschirm verschiedene Verkehrssituationen nachgestellt, auf welche der Fahrschüler zu reagieren hat.

Darüber hinaus gibt es mehrere Anbieter von Videospielen, die auch Fahrsimulatoren für den PC oder fürs Handy anbieten. Allerdings schwankt bei beiden Möglichkeiten die Qualität der Programme erheblich. Sowohl die professionellen Fahrsimulatoren in der Fahrschule als auch der Fahrsimulator als App können allenfalls dabei helfen, eine gewisse Routine zu erwerben. Allerdings ist Vorsicht geboten, denn nicht alle Programme sind fehlerfrei, weshalb mitunter eine falsche Reaktion gelehrt wird.

Diese Softwarelösungen sind kein gleichwertiger Ersatz für eine Fahrstunde im öffentlichen Straßenverkehr. Wird bei der Nutzung einer App oder eines Simulators ein Fehler gemacht, reicht es aus, die Taste Neu Starten zu drücken. Bei einem Fehler im realen Straßenverkehr stehen Menschenleben auf dem Spiel und das Auto landet nach einem Unfall in der Werkstatt oder auf dem Schrottplatz.

Wie oft darf ein Fahrschüler die Fahrprüfung wiederholen?

Im Prinzip kann die Fahrprüfung unbegrenzt oft wiederholt werden. Allerdings sind Sperrfristen zu beachten. Ist ein Führerscheinanwärter bei der Prüfung durchgefallen, kann er sich erst nach einer Wartezeit von 2 Wochen für die nächste Führerscheinprüfung anmelden. Ist der Kandidat für den Führerschein bei 3 Gelegenheiten bei der Prüfung durchgefallen, ist eine Wartezeit von 3 Monaten vorgesehen.

Hat ein Führerscheinbewerber die theoretische Prüfung bestanden, aber ist in der Praxis gescheitert, so muss er spätestens 12 Monate nach der Theorieprüfung auch die Praxis bestanden haben. Ist dies nicht der Fall, verfällt das Ergebnis der theoretischen Prüfung, die dann ebenfalls zu wiederholen ist.

Allerdings geht dies nicht unendlich lange weiter. Unter bestimmten Voraussetzungen kann und muss der Fahrlehrer der Führerscheinstelle den Vorschlag unterbreiten, den Führerscheinbewerber von weiteren Prüfungen auszuschließen. Dies ist immer dann der Fall, wenn:

  • bei der Theorieprüfung nach mehreren Fehlversuchen keine Leistungssteigerung erkennbar ist; d.h. wenn der Prüfling gleich viele oder sogar mehr Fehler macht, als in der vorangegangenen Prüfung,
  • der Prüfling in der theoretischen oder praktischen Prüfung immer wieder dieselben Fehler macht, trotz eingehender Belehrung zuvor oder
  • der Prüfling bei der praktischen Prüfung offensichtlich zeigt, dass er den Belastungen und Anforderungen des Straßenverkehrs nicht gewachsen ist.

In diesen Sonderfällen entscheidet die Führerscheinstelle, wie weiter vorzugehen ist. Je nach Einzelfall kann entschieden werden, dass:

  • der Prüfling nach einer Wartezeit von einem oder mehreren Jahren erneut zur Prüfung zugelassen wird,
  • der Prüfling auf Lebenszeit von der Teilnahme an der Prüfung zum Führerschein ausgeschlossen wird oder
  • sich der Prüfling einer verkehrspsychologischen Untersuchung zu unterziehen hat.

Es ist kein Beinbruch, bei der Führerscheinprüfung durchzufallen. Das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg gibt dazu für 2017 an, dass bei der theoretischen Prüfung 44 Prozent der Führerscheinbewerber durchgefallen sind. Bei der praktischen Prüfung scheiterten im selben Jahr 39,9 Prozent der Führerscheinanwärter.

Wie hoch sind die Kosten für einen Führerschein?

2021 kostete der Führerschein der Klasse B durchschnittlich rund 1.950 Euro. Allerdings schwanken die tatsächlichen Kosten regional erheblich. Dies liegt einerseits am Können des Fahrlehrers, andererseits am Talent des Fahrschülers. Überdies sind die Fahrschulen im Bundesgebiet nicht alle gleich teuer. In den östlichen Bundesländern kannst du bei einem guten Fahrlehrer schon für 1.500 Euro deinen Führerschein in der Hand halten. Bei einem weniger guten Fahrlehrer im Süden Deutschlands dagegen können die Kosten bei mehr als 2.400 Euro liegen. Generell sind Fahrschulen in Großstädten günstiger, da es dort sehr viele gibt, was automatisch zu einem Preiskampf führt.

Nach welchen Gesichtspunkten sollte ich die Fahrschule auswählen?

Die Fahrschulen im Bundesgebiet werben mit verschiedensten Vorzügen für sich selbst. Beispiele hier sind:

  • niedrige Preise für Fahrstunden
  • keine oder eine ermäßigte Anmeldegebühr
  • das Versprechen, den Führerschein schnell machen zu können
  • die Behauptung, mit modernsten Mitteln zu unterrichten
  • der Hinweis auf besondere Autos als Fahrschulwagen wie Cabrios, Sportwagen oder auch Oldtimer oder
  • das Vorhandensein eines Fahrsimulators in der Fahrschule.

Es ist ratsam, sich vor der Wahl der Fahrschule im Bekanntenkreis umzuhören. Was ebenso hilfreich ist, sind die Bewertungsportale im Internet. Wer etwas Zeit investiert, kann auf diese Weise schnell herausfinden, welche Fahrschule für die eigene Fahrausbildung in Betracht kommt. Für den Wert der Ausbildung ist es in jedem Fall unsinnig, eine Fahrschule nur deshalb auszuwählen, weil dort der Fahrschulwagen ein Porsche oder ein Cabrio ist.

Fazit

Der Autoführerschein gehört zweifelsfrei zu den wohl begehrtesten Personaldokumenten überhaupt. Um den Führerschein zu erwerben, sind Fleiß, Disziplin und etwas Geschick notwendig. Die Mühen und der finanzielle Aufwand werden aber durch die individuelle Freiheit und die nahezu grenzenlose Beweglichkeit mehr als ausreichend belohnt – und das lebenslänglich.

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