Erster Test: Audi R8 Spyder – Wow!

Die hat uns schon auf der Bühne begeisterte, und jetzt war es endlich so weit: Wir konnten den Oben-Ohne-R8 zur ersten Ausfahrt bitten und gerade noch die letzten Herbst-Sonnenstrahlen auskosten, ehe selbst die hartgesottensten Cabrio-Liebhaber ihre Schätzchen für einen Winterschlaf in der Garage abstellen. Eine wunderschöne Skulptur mit klaren Linien und Kanten, ein Cabrio, mit 540 PS und einer Maximalgeschwindigkeit von 318 km/h — fertig ist die Kurzbeschreibung zum Audi R8 Spyder. Die Folgen: Schmetterlinge im Bauch, schwitzige Hände und eine Sturmfrisur. Sie merken, eigentlich braucht es nicht viele Worte um das auszudrücken was ich sagen möchte: Wow. Doch lassen Sie uns kurz diese Eckdaten ein wenig genauer betrachten, damit jeder verstehen kann, warum man mit einem einfachen „Wow“ alles beim Audi R8 Spyder abhandeln könnte.
Eine Skulptur wie vom Bildhauer
Wie die geschlossene Version, ist auch der Offene im Vergleich zum Vorgänger flacher, breiter und muskulöser geworden. Die fließenden Linien und gekonnt gesetzten Kanten, verschaffen ihm ein typisches Bad-Boy-Auftreten, das hier und dort mit einer Portion Charme und Einfühlsamkeit leicht zurückgenommen wird — der Wolf im Schafspelz, um dieses abgedroschene Sprichwort zu bemühen. Man kann sagen was man will, die Designsprache ist unbeschreiblich schön und lässt dem ein oder anderen gerne ein staunendes Wow entgleiten.
Cabrio-Feeling par excellence
Die Stoffmütze des Audi R8 Spyders öffnet sich innerhalb von 20 Sekunden bei einer Geschwindigkeit von bis zu 50 km/h. Doch warum eigentlich während der Fahrt öffnen? Ist man erst einmal auf der Autobahn unterwegs, um nach Herzenslust mit dem Gaspedal zu spielen, ist es zu spät – an der 50-km/h-Marke flitzt die Tachonadel im Nu vorbei. Und ehe Sie auf die nächste Ausfahrt warten müssen, versenken Sie die Stoffmütze doch lieber gleich von Anfang. Egal, wo der Spyder seine Hüllen fallen lässt, neidische Blicke und ein Wow sind ihnen sicher.
Jekyll oder Hyde?
Erwachen die 540 PS im Rücken von Fahrer und Beifahrer, kennt der R8 kein Halten mehr. Er will davoneilen. Er will Bad-Boy sein. Er will die Richtung nach vorne vorgeben. Aber er will auch brav sein, dahingleiten, entspannt Cruisen. Ein bisschen fühlt es sich an, wie die Geschichte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Auf der einen Seite der gute Jekyll, der keiner Fliege etwas zu Leide tun kann, auf der anderen das Monster Hyde, welches aufbrausend und ungezügelt daher kommt. Und gerade das macht den Reiz am offenen Ingolstädter aus.
Immer wieder und wieder wechselt auch in uns der Charakter von Jekyll auf Hyde. Mal wollen wir gemütlich dahingleiten, was aufgrund des hervorragend abgestimmten Fahrwerks eine Leichtigkeit für den R8 darstellt, ohne dafür bei der Sportlichkeit einzubüßen. Und dann kommt Mr. Hyde wieder zum Vorschein: Der uns überholende 911 Carrera zu unserer Linken streckt uns den Daumen entgegen und signalisiert: auch er ist begeistert vom R8. Aufs Gaspedal gedrückt und nach kurzer Zeit haben wir den Fahrer eingeholt. Der Audi R8 benötigt für den Sprint auf Tempo 100 gerade einmal 3,6 Sekunden. Der 911er benötigt dafür ein wenig mehr Zeit und auch die Puste geht ihm schon bei 295 km/h aus, während der Ingolstädter bis Tempo 318 weiter marschiert. Nach kurzer Zeit erspähen wir im Rückspiegel, dass auch dieser Fahrer zu einem kleinen „Wow“ ansetzt.
- Technische Daten – Audi R8 Spyder
Länge: 4,43 Meter, Breite: 1,94 Meter, Höhe: 1,25 Meter, Radstand: 2,65 Meter, Kofferraumvolumen: 112 Liter.
Audi R8 Spyder 5,2 V10: 5,2-Liter-V10-Saugmotor mit Direkt- und Saugrohreinspritzung, 7-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe, 397 kW/540 PS, maximales Drehmoment: 540 Nm bei 6.500 U/min, 0-100 km/h: 3,6 s, Vmax: 318 km/h, Durchschnittsverbrauch: 11,7 Liter (Super Plus), CO2-Ausstoß: 277 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: G, Preis: 179.000 Euro.
Schmetterlinge im Bauch und nasse Hände
Wer schon einmal in einem Super
Natürlich fordert der Audi R8 Spyder eine gehörige Portion Konzentration beim Fahrer ein. Immerhin sitzt man auf mindestens 179.000 Euro, und da möchte man unter keinen Umständen etwas kaputt machen. Doch aufgrund des leichten Handlings animiert der Oben-Ohne-Sportler immer öfter dazu, nach jeder Kurve ein wenig abenteuerlustiger zu werden. Die Konzentration steigt und unmerklich auch die Schweißproduktion in den Händen. Wow, was das Auto mit einem macht. Manchmal sagt ein Blick mehr, als viele Worte: Als wir am Ende der Fahrt aussteigen, kommen wir zufällig an einem Spiegel vorbei. Was wir dort sehen? Einen Fahrer mit zerzaustem Haar, der uns schelmisch zuzwinkert, als wollte er sagen: Wow!
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