Erster Test: Audi TT Roadster – PerfekTT

Manchmal machen die Hersteller es uns Autotestern schon schwer. Indem sie Autos bauen, die nahezu perfekt sind. So ein Fall ist der neue Audi TT Roadster. Dabei liegt es ja in der Natur unseres Jobs, zu kritisieren. Doch der Ingolstädter Zweisitzer zeigt auch nach langer Suche kaum Schwächen.

Das Audi Design-Team um Walter de Silva hat sich nicht dem aktuellen Stahlklappdach-Trend unterworfen, sondern ist der bewährten Stoffmütze treu geblieben. Ein Roadster soll schließlich auch geschlossen wie ein Roadster aussehen, und nicht wie ein Coupé!

Ein echter Roadster

Diesen Anspruch erfüllt der Audi mit Bravour. Die Front mit dynamisch gezeichneten Scheinwerfern und den dominanten Singleframe-Grill ist vom Coupé bekannt. Das runde Heck mit zwei Endrohren präsentiert sich eigenständig, ab Tempo 120 fährt wie beim Coupé ein kleiner Heckspoiler aus.

Mit 4,18 Metern misst der Neue fasst 14 Zentimeter mehr als sein Vorgänger. Platz, Passagieren und Gepäckabteil zu Gute kommt. 250 Liter passen rein, egal ob mit oder ohne Dach. Erstmals bietet Audi auch eine Durchladefunktion mit Skisack an, der zwei Paar Skier bis zu einer Länge von 1,90 Meter aufnimmt.

Wohlfühl-Roadster

Auf den großen Sesseln sitzt es sich bequem, das Cockpit ist ergonomisch auf den Fahrer ausgerichtet. Alle Schalter sind logisch angeordnet und gut zu erreichen, Materialien und Verarbeitung sind Top. Einzig die Drehregler für die Klimaautomatik könnte ein sehr kleinlicher Beobachter kritisieren: Sie fassen sich nicht ganz so angenehm an, wie der Rest.

Doch wie erwähnt hält sich die Kritik sehr in Grenzen. Zu erwähnen sei nur das gläserne, elektrisch ausfahrbare Windschott. Sieht gut aus, aber hat auf den Wind im Cockpit nur wenig Einfluss. Andererseits: Warum fährt man einen Roadster? Richtig, weil man den Wind in den Haaren spüren will.

Zwei starke Motoren

Egal für welche der beiden zum Verkaufsstart im Frühjahr 2007 angebotenen Motorvariante man sich entscheidet, man wird jede Menge Spaß haben. Basis ist ein 2.0-TFSI-Vierzylinder, der bereits zweimal hintereinander zum „Motor des Jahres“ gekürt wurde.

Eine Entscheidung, die jeder versteht, der einmal mit ihm unterwegs war. Dank der Kombination aus Turboaufladung und Benzindirekteinspritzung leistet das nur zwei Liter große Aggregat 200 PS und bringt 280 Newtonmeter auf, die im extrem breiten Drehzahlband von 1.800 bis 5.000 Touren voll anliegen. In der Praxis heißt das Durchzug wie ein Diesel.

Sport und Komfort

Der Sprint auf Tempo 100 dauert 6,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 237 km/h. Der Motor lässt dem Fahrer die Wahl: Sportliche Fahrweise und ausdrehen der Gänge oder entspanntes Cruisen bei Tempo 120 im sechsten Gang. Selbst dann hält das Aggregat noch Reserven für einen Überholvorgang bereit.

Natürlich funktioniert das alles auch mit dem Top-Benziner, einem 3,2-Liter-Sechszylinder mit 250 PS und 320 Newtonmeter. Der drehfreudige Motor entwickelt seine maximale Kraft allerdings erst zwischen 2.500 und 3.000 Touren, wirkt insgesamt nicht ganz so spritzig wie der 2.0 TFSI. Der Klang dagegen überzeugt: Typisch Sechszylinder eben.

Handarbeit

Beide Motoren kommen serienmäßig mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe, optional ist das Doppelkupplungsgetriebe S-Tronic (besser bekannt als DSG) gegen 2.150 Euro Zuzahlung erhältlich. Doch nur Schaltmuffel sollten auf den Spaß der händischen Gangwechsel verzichten. Die Box ist exakt geführt und die Gänge sausen durch die kurzen Schaltwege, dass es eine wahre Freude ist.

Das sportlich austarierte Serienfahrwerk des TT Roadster lässt sich auf Wunsch durch das „Magnetic Ride“-Fahrwerk ersetzen (1.230 Euro Aufpreis). Per Knopfdruck verändert sich die Viskosität des Öls in den Stoßdämpferkolben, je nach dem ist die Dämpfung härter oder weicher. Allerdings fallen die Unterschiede nicht sonderlich ins Gewicht, der Sportmodus ist etwas straffer.

Alle Viere

Was sich bemerkbar macht, ist der Allradantrieb quattro, den es vorerst nur für die V6-Topversion (serienmäßig) gibt. Ohne Frage ist der reine Frontantrieb im 2.0 TFSI den meisten Fahrsituationen gewachsen. Doch mit quattro wird auch der kleinste Versuch, über die Vorderräder zu schieben, erfolgreich unterbunden.

Noch etwas unterscheidet die beiden Motorvarianten: Beim Topmodell erfolgt das Öffnen und Schließen des Dachs in nur zwölf Sekunden vollelektrisch, beim Vierzylinder kostet das automatische Verdeck 1.015 Euro Aufpreis. Allerdings kommen 2.0 TFSI-Käufer zunächst nicht um den Aufpreis herum, zu Beginn ist das mechanische Verdeck nämlich nicht lieferbar.

Damit kommen wir auch zum einzigen, was einen wirklich vom Kauf abhalten kann: Der Preis: Mindestens 33.800 Euro sind für den kleinen Roadster fällig, der V6 kostet satte 10.000 Euro mehr. Wie üblich bietet die Aufpreisliste viele Möglichkeiten, den Preis nach oben zu treiben. Ein gut ausgestatteter TT Roadster mit Vierzylinder überschreitet schnell die 40.000 Euro-Marke.

Fazit

Es gibt wenige Autos, die man völlig bedenkenlos kaufen kann. Der Audi TT Roadster gehört mit Sicherheit dazu. Der Basismotor mit manuellem Getriebe reicht vollkommen aus, macht jede Menge Spaß und schont den Geldbeutel. Im Durchschnitt soll sich das Aggregat mit 7,8 Litern Superbenzin zufrieden geben. Wer noch etwas Geduld hat, sollte aber abwarten: In absehbarer Zeit wird Audi auch den kleinen TT mit quattro anbieten.

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