Audi RS 3 Competition Limited (2026) im Test: Der finale Fünfzylinder?

Er kam, sah und begeisterte. Der Fünfzylinder von Audi feiert sein 50. Jubiläum und gleichzeitig seinen Abschied in Europa. EU7 schiebt den Fünfender aufs Abstellgleis, und die Ingolstädter huldigen ihm mit einem Abschiedsmodell. Wie sich der Audi RS 3 Competition Limited fährt, zeigt unser Test.

Der Audi RS 3 Competition Limited auf einen Blick


Was uns gefällt

Wie viel Herzblut in das Sondermodell geflossen ist.

Was wir vermissen

Die offizielle Bestätigung, dass es mit dem Fünfzylinder doch weitergeht.

Perfekt wenn man...

... zum erlesenen Kreis der weltweit 750 Kunden zählt.

Die Alternativen

BMW M2 (CS), Toyota GR Yaris (irgendwie schon), VW Golf R


Stärken

  • Sehr agiles Fahrverhalten
  • Starker Fünfzylinder
  • Wertiges Interieur

Schwächen

  • Sehr teuer in der Anschaffung
  • Sondermodell ohne Optionen (außer Farbe)

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Zurück zu den Anfängen des Audi RS 3

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, mit welchem ikonischen Motor wir es unter der Haube des Audi RS 3 zu tun haben, beginnen wir nicht direkt mit dem malachitgrünen Abschiedsmodell RS 3 Competition Limited der Generation 8Y. Stattdessen nehmen wir zunächst im misanoroten Ur-RS 3 der Baureihe 8P aus dem Jahr 2011 Platz. Seit dessen Debüt sind inzwischen 15 Jahre vergangen, die Wiederbelebung des Fünfzylinder-Mythos im Audi TT RS liegt sogar schon 17 Jahre zurück.

Der Motor, ursprünglich aus einem für den US-Markt bestimmten VW Jetta entnommen und anschließend umfangreich weiterentwickelt, begeisterte von Anfang an mit seinem rauen, unverwechselbaren Klang. Verantwortlich dafür ist die charakteristische Zündfolge 1-2-4-5-3. Ein betörendes Geräusch, das nicht nur unter Audi-Enthusiasten einen regelrechten Hype auslöste.

Der erste Audi RS 3 leistete 340 PS und 420 Nm Drehmoment, war ausschließlich als Sportback erhältlich und trat seinerzeit vor allem gegen das gleichstarke BMW 1er M Coupé (E82) an. Goliath gegen Goliath: Fünfzylinder gegen Reihensechszylinder sowie Allrad- versus Hinterradantrieb. Während der Audi bei Beschleunigungsrennen dank seiner Traktionsstärke und des 7-Gang-S-Tronic-Getriebes die Nase vorn hatte, überzeugte das stets handgeschaltete 1er M Coupé bei entsprechenden Tests durch seine Leichtfüßigkeit und Kurvengier.

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Technische Daten: Audi RS 3 Sportback (8P / 2011)
MotorFünfzylinder-Turbo; 2.480 ccm
Getriebe7-Gang-S-Tronic
AntriebAllradantrieb quattro
Leistung340 PS (250 kW) bei 5.400 - 6.500 U/min
Drehmoment450 Nm bei 1.600 - 5.300 U/min
0-100 km/h4,6 s
Höchstgeschwindigkeit250 km/h (abgeregelt)
Gewicht inkl. Fahrerca. 1.650 kg
Verbrauchca. 9,1 Liter
Basispreisca. 49.900 Euro


Ein Auto aus einer anderen Zeit

Beim Testtermin hatten wir zwar keinen solchen 1er M zur Hand, jedoch ergab sich ein zufälliges Aufeinandertreffen mit einem BMW 335d (E90). Dass der ortskundige Fahrer ebenfalls eine gewisse Lust verspürte, dem roten Audi die Leviten zu lesen, ließ uns schnell erkennen, wo die Limits der ersten Generation des RS 3 liegen.

Ja, wir können bestätigen: Er braucht nach vorne raus ziemlich viel Platz! Die Untersteuerungsneigung ließ sich selbst durch die Verwendung einer serienmäßigen Mischbereifung im Format 235/35 R 19 an der Vorder- und 225/35 R 19 an der Hinterachse nicht auf BMW-Niveau reduzieren.

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Unabhängig davon ist der 2,5-Liter-Fünfzylinder-Turbo ein Quell der Freude. Er klingt herrlich nach 80er-Jahre-Rallyesport; das 7-Gang-DSG würden wir jedoch weiterhin gern gegen einen Handschalter tauschen. Es wirkt mitunter etwas unentschlossen. Mehr „reine Lehre“ zu einem einigermaßen fairen Kurs (auch im Unterhalt) wird man als Audi-Fan auf dem Gebrauchtwagenmarkt kaum noch bekommen.

Schließlich stammt der erste RS 3 aus einer Zeit ohne Ottopartikelfilter, ohne Assistenzwahn und ohne den Zwang, auf der digitalen Welle ganz vorne mitzuschwimmen. Allein die analogen Instrumente - herrlich! Gleichermaßen erfreuen wir uns an der satten Materialqualität, an passend zur Außenlackierung misanorot gefärbten Zierleisten und Sitzblenden sowie an der sehr unkomplizierten Bedienung. Übrigens: Der einstige Neupreis für den Audi RS 3 lag 2011 bei 49.900 Euro.

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Technische Daten: Audi RS 3 Competition Limited (2026)
Motor2,5-Liter-Turbo; 2.480 ccm
Getriebe7-Gang-S-Tronic
AntriebAllradantrieb quattro mit Torque Splitter
Leistung400 PS (294 kW) bei 5.600 - 7.000 U/min
Drehmoment500 Nm bei 2.250 - 5.600 U/min
0-100 km/hca. 3,8 s
Vmax290 km/h (abgeregelt)
Gewicht inkl. Fahrerca. 1.640 kg
Verbrauch9,3 - 9,6 Liter
Basispreisab 100.680 Euro


Der Audi RS 3 Sportback Competition Limited kostet mindestens 102.680 Euro

Von diesem Zahlenwerk ist der Audi RS 3 Competition Limited allerdings ein gutes Stück entfernt. Das Fünfzylinder-Abschiedsmodell startet als Sportback bei mindestens 100.680 Euro, die RS 3 Limousine liegt sogar bei 102.680 Euro. Zum Vergleich: Der reguläre RS 3 mit ebenfalls 400 PS steht mit 66.800 Euro in der Preisliste. Das ergibt einen Aufpreis von rund 34.000 Euro, oder anders gesagt: den Gegenwert eines Audi A3 in der Basisversion.

Entsprechend drängt sich die Frage auf, ob das limitierte Sondermodell diesen Mehrpreis tatsächlich rechtfertigt. Man könnte es aber auch schlicht dabei belassen. Denn unabhängig von der eigenen finanziellen Situation ist ohnehin entscheidend, ob man überhaupt die Chance auf eines der weltweit auf 750 limitierten Modelle bekommt. Lediglich 187 Fahrzeuge gehen nach Deutschland - davon 158 Sportbacks und gerade einmal 29 Limousinen.

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Wie angedeutet hat sich an der grundlegenden Motorleistung nichts verändert. Der weiterhin 2,5 Liter große Turbofünfzylinder leistet 400 PS sowie 500 Nm Drehmoment und katapultiert den knapp 1,7 Tonnen schweren Kompaktsportler in 3,8 Sekunden auf Landstraßentempo. Wer zum RS 3 übrigens einen noch ausführlicheren Testbericht lesen will, dem legen wir unsere Italien-Story mit einem Vergleich zur Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio ans Herz.

Bereits auf den ersten Metern fällt im Vergleich zum RS 3 aus 2011 auf, wie viel leichter sich das Auto anfühlt, ohne es wirklich zu sein. Die Lenkung ist satt gewichtet und äußerst präzise, eine Untersteuerungsneigung fehlt gänzlich. Freilich haben die Audianer über die Jahre kräftig am Fahrverhalten getüftelt, stellten bei der aktuellen Generation zunächst den Torque Splitter an der Hinterachse vor und nun das in Zusammenarbeit mit KW Automotive entwickelte Gewindefahrwerk.

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Einstellbares Gewindefahrwerk und Semislicks für noch mehr Fahrspaß auf dem Rundkurs

So sind die Dämpfer nunmehr in drei Stufen manuell einstellbar: zweifach in der Druck- und einfach in der Zugstufe. Im Gegensatz zum Serien-RS 3 liegt das Jubelmodell zudem zehn Millimeter tiefer. Für noch mehr Fahrspaß haben die Fahrwerksingenieure zudem an der Hinterachse gearbeitet und einen steiferen Rohrstabilisator verbaut. Gleichzeitig wurde die Federrate erhöht. Ein Novum in der Kompaktklasse ist der Einsatz einer Keramikbremse an der Vorderachse. Für den nötigen Grip sorgen optional Pirelli P Zero Trofeo R Pneus im 19-Zoll-Format.

Und so fährt sich der Competition Limited mit dem serienmäßigen Werkzeugköfferchen zur Fahrwerkseinstellung im Kofferraum eben noch etwas feiner, noch etwas direkter als der normale RS 3. Im werksseitig eingestellten Standard-Setup ist er zwar straff, aber weiterhin alltagstauglich. Enttäuschung auf hohem Niveau dann bei der Geräuschentwicklung des Fünfzylinders: Zwar hat Audi bereits die Dämmung zwischen Motorraum und Fahrgastzelle reduziert, ein etwas kernigerer Klang wäre dennoch wünschenswert gewesen.

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Innen und außen auf Exklusivität getrimmt

Für den richtigen optischen Auftritt sorgen derweil die drei wählbaren Farben Malachitgrün (in Anlehnung an den Sport quattro von 1984), Gletscherweiß und Daytonagrau sowie neue Details in Mattcarbon und entsprechende Heritage-Badges. Der Innenraum wird dagegen reichlich mit neodymgoldenem Dinamica-Mikrofaserstoff ausstaffiert.

Das sieht auf den ersten Blick sehr edel aus. Auf den zweiten Blick fragt man sich allerdings, warum die RS-Schalensitze zumindest optional nicht in hochwertigem Leder ausgeführt sind. Generell lässt sich an der Konfiguration des RS 3 Competition Limitied, bis auf die Außenlackierung, durch den Kunden nichts weiter anpassen.

Über die eigentliche Materialanmutung gibt es sonst nichts zu kritteln, und das Lenkrad setzt endlich wieder auf Drehwalzen für die Bedienung des Bordcomputers und die Lautstärkeregelung. Abgerundet wird die Cockpit-Inszenierung durch das Virtual Cockpit mit weiß hinterlegten digitalen Zifferblättern - eine Reminiszenz an den analogen Tacho des Audi Avant RS2.

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Fazit

Nach 50 Jahren schlägt Audi mit dem RS 3 Competition Limited vorerst das letzte Kapitel seiner Fünfzylinder-Geschichte auf. Dieser fährt sich noch ein Stück weit sportlicher als das Serienmodell, ist nicht nur technisch, sondern auch optisch an den richtigen Stellen aufgewertet. Ob einem das über 100.000 Euro wert ist, dürfen weltweit maximal 750 Menschen für sich entscheiden.

Der Rest der Fünfzylinder-Gilde fragt sich: War’s das jetzt? Audi wird den Fünfzylinder über das Jahr 2027 hinaus nurmehr außerhalb der Europäischen Union anbieten. Ob wir den kultigen Motor auch wieder bei uns sehen werden, hängt vom Willen der Audi-Führung ab - und davon, ob er elektrifiziert wird oder nicht. Zum Glück gibt es weiterhin die Option auf einen gebrauchten Audi RS 3. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat gilt seine besondere Leidenschaft klassischen Fahrzeugen - sein Traumwagen bleibt der Audi RS 6 Avant C5 in Goodwood Grün.

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