Kurztest: Audi TT TDI – Fahrspaß und Sparspaß

Die Kombination aus Sportwagen und Dieselmotor beißt sich oftmals noch. Zumindest in den Augen vieler Betrachter. Der neue TT TDI könnte aber selbst harte Zweifler überzeugen. 4,3 Liter Diesel für 100 Kilometer Strecke sind ein handfestes Argument.

Der Audi TT ist nicht neu und der Common-Rail-TDI aus dem VW-Konzern auch nicht mehr. Ein Novum ist aber die Kombination aus den beiden Produkten. Daraus mündet der erste Diesel-TT der Geschichte. Rein äußerlich kann man keinen Unterschied zum 2.0 TFSI und zum ebenfalls neuen Einstiegs-TT – dem 160 PS starken 1.8 TFSI – sehen, hören kann man ihn dagegen schon.

Anlassen, hören, urteilen

So ist das Motorengeräusch des 2.0ers für einen Sportwagen äußerst ungewohnt. Allerdings verhält sich der Vierzylinder schon direkt nach dem Motorstart erstaunlich ruhig und homogen. Sind die ersten Kilometer gefahren, merkt man bei eingeschaltetem Radio eigentlich nichts mehr vom Selbstzünder. Sportlichen Motorsound sucht man allerdings ebenso vergebens. Genau wie das wilde Ausdrehen der Gänge. Der Drehzahlmesser mahnt schon bei müden 4.500 Touren zum manuellen Gangwechsel. Wer’s verpasst, fährt sanft in den Begrenzer.

Schmales Drehzahlband

Mehr als 3.500 Umdrehungen sind aber auch nicht nötig, um den TT TDI flink zu bewegen. Etwas Eingewöhnung bedarf dagegen das schmale Drehzahlband. Unterhalb von 1.900 Umdrehungen existiert ein nerviges Turboloch. Die erreichbaren Fahrleistungen sind dennoch ansprechend. 226 km/h Topspeed und nur 7,5 Sekunden für den Hunderter-Spurt befriedigen auch Verwöhnte. Zumal der Drehmomentbumms sich nach deutlich mehr anfühlt.

Ausschließlich mit Quattro

Den Diesel im TT kombiniert Audi ausschließlich mit dem Allradantrieb Quattro, der in Form einer Haldex-Kupplung arbeitet. Allrad ist bei diesem Motor ein absolutes Muss; der beim TT sonst übliche Frontantrieb wäre mit den gebotenen 350 Newtonmeter Drehmoment überfordert. Außerdem kommt so zum Traktions- noch ein Fahrsicherheitsvorteil hinzu.

Trotz der zusätzlichen Reibung und des Allrad-Gewichts, dass das TT-Gesamtgewicht mit Fahrer und etwas Extraausstattung auf annähernd 1,5 Tonnen treibt, überrascht der knauserige Umgang mit dem Kraftstoff. 4,3 Liter sind bei sehr entspanntem Landstraßengleiten möglich, knapp sechs Liter im Alltag realistisch. In Anbetracht der gebotenen Performance ist das ein prima Wert und ermöglicht mit dem 60-Liter-Spritfass lange Nonstop-Etappen.

Dass im TT nun ein Dieselmotor werkelt, merken empfindliche Naturen auch am nicht mehr ganz so giftigen Einlenken und einer latenten Schwerfälligkeit im Vorderwagen. Das Mehrgewicht des Dieselmotors macht sich hier im Vergleich zum Vierzylinder-Benziner schon bemerkbar. Zum großen V6 ist der Unterschied indes eher gering. Denn auch der wiegt auf der Vorderachse schwer.

Diesel kostet

Was kostet nun der Benzinverzicht? 34.850 Euro mindestens und damit ziemlich exakt den Betrag, den Audi für den 200 PS starken 2.0 TFSI mit S-Tronic oder einen 2.0 TFSI Quattro (kommt demnächst) verlangt. Ein fairer Aufschlag. Wenngleich sich auch die Preise für Diesel und Benzin immer näher kommen und nur noch Kilometerfresser vom sparsamen Selbstzünder profitieren.

Warum also Diesel? Audi muss zum einen den Flottenverbrauch senken und will mit dem TDI im Sportwagen vor allem auch Vielfahrer ansprechen, die Fahrspaß und Sparspaß kombinieren möchten. Bei Sportcoupés hat der Dieselfan sowieso nicht so viel Auswahl. Alfa bietet den Brera mit maximal 210 Diesel-PS an und BMW das 120d und 123d Coupé. Das war es dann auch schon fast in dieser Liga.

Fazit

Mit dem TT TDI wurde nicht nur die Audi-Modellpallette bereichert. Er eignet sich in der Tat bestens zum Abspulen vieler tausend Kilometer. Problemlos, sportlich schick und vor allem sparsam. Was uns fehlt? Nun ja, wenn man ehrlich ist, ein bisschen Musik aus den Endrohren wäre schön. Ansonsten aber nichts. Vor allem nicht so viel Geld in der Tankkasse.

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