Test: Fiat Panda Panda – Teurer Spar-Bär

Fiat weitet seine Palette an Erdgasfahrzeugen weiter aus. Auf Punto, Multipla und Doblo folgt nun der so genannte Panda Panda. Mit CO2-Emissionen von nur 114 g/km gibt sich das Bärchen - anders als sein Namenspatron - durchaus genügsam. Die Anschaffungskosten sind allerdings enorm.

Es ist schon schwer nachzuvollziehen, warum der Panda Panda heißt. Von den namensgleichen Bären gibt es derer zwei, den großen und den kleinen Panda. Der kleine Panda ist ein wendiges, aggressives Raubtier, der große ein dicker, gemütlicher Vielfraß. Mit dem Fiat hat das alles recht wenig zu tun.

Warum nun die Erdgasvariante „Panda Panda“ getauft wurde, kann nicht einmal Fiat selbst beantworten. Vielleicht weil zweimal Minus Plus ergibt und Panda Panda so gesehen das Gegenteil von einem Vielfraß bedeutet?

Wie auch immer. Der Erdgas-Panda kann ein echtes Sparmobil sein. Nur 114 Gramm CO2 stößt er je gefahrenen Kilometer aus, solange sein 1,2-Liter-Ottomotor mit Erdgas betrieben wird. Im Benzin-Modus verbraucht er durchschnittlich 6,2 Liter Super pro 100 Kilometer, was weniger schmeichelhaften 146 g CO2/km entspricht.

Lieber bi…

Wie angedeutet, hat der Panda Panda einen bivalenten Erdgasantrieb. Links vom Lenkrad befindet sich ein manueller Wippschalter, mit dem man jederzeit zwischen Erdgas- und Benzinbetrieb hin und herschalten kann. 30 Liter Sprit reichen für rund 480 Kilometer, die 13 Kilogramm Erdgas für weitere 300 Kilometer.

Verstaut sind die Gastanks unterflur, Platz dafür bietet der leer geräumte Kardantunnel der Panda 4x4-Plattform. Der Kofferraum bleibt nahezu unangetastet, das reguläre Ladevolumen beträgt 190 Liter (statt 200 Liter). An der Flexibilität und den für einen Kleinwagen guten Platzverhältnissen ändert sich nichts.

Stadtwagen

Deutlichere Abstriche sind bei den Fahrleistungen festzustellen. Grund dafür ist das hohe Leergewicht des Gas-Pandas, der fast 1,2 Tonnen wiegt und damit über 200 Kilo mehr als der Standard-1200er mit sich herumschleppt. Vor allem außerorts spürt man jedes Gramm, überholen etwa wird zum langwierigen und letztlich nervenaufreibenden Wagnis.

Statt in 14 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen, lässt sich der Doppelpanda 17 Sekunden Zeit - im Benzinmodus. Im Erdgasbetrieb, wenn der Motor statt 60 nur noch 52 PS leistet, dauert der Spurt sogar zähe 19 Sekunden. Bei der Höchstgeschwindigkeit muss sich der Gas-Fahrer ebenfalls mit einigen Stundenkilometer weniger zufrieden geben.

Fazit

Der Panda Panda ist ein typisches Erdgas-Auto mit allen Vor- und Nachteilen. Pluspunkte sammelt er für die geringen Emissionen (weniger CO2, nahezu Null Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid oder Partikel). Gut gelöst wurde die Platzproblematik, die zusätzlichen Tanks verschwinden im Unterboden.

Demgegenüber stehen das Mehrgewicht (höherer Benzinverbrauch, schlechtere Fahrleistungen) und der saftige Aufpreis. Der Panda Panda kostet 13.340 Euro - und damit 3.200 Euro mehr als ein herkömmlicher Panda 1.2 in der vergleichbaren Dynamic-Ausstattung. Selbst wenn man die von Fiat ermittelten Fahrtkosten heranzieht (Panda Panda 3,50 Euro pro 100 Kilometer gegenüber 6,90 Euro für den 1.2 Benziner) amortisiert sich der Anschaffungsmehrpreis erst bei mehr als 90.000 Kilometern.

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