Erster Test: Mercedes CL 63 AMG – Ode an den Überfluss

Die sportlichste Variante des großen Coupés hat nicht nur eine überaus beeindruckende Präsenz. Der Sound ist dermaßen gewaltig, dass sogar die Polizisten am Straßenrand vergessen, die Laserpistole abzudrücken.
Kein Witz. Da fährt man stundenlang anständig übers Land und durch die Dörfer, und dann so was: Die Ampel mitten in „Kitz“ schaltet auf gelb, und weil ich vorher schon zehn Minuten daraufzugekrochen bin, gebe ich halt Gas. Und wer steht am nächsten Hauseck? Genau, die Grünen, hier freilich in blauen Uniformen. Die Pistole auf dem Stativ schaut mich direkt an.
„Das war’s“, denk ich und fummel schon meinen Geldbeutel aus der Gesäßtasche. Denn ein kurzer Gasstoß mit dem CL 63 AMG bedeutet definitiv mehr als 50 km/h. Doch die Kelle bleibt aus - stattdessen werde ich angeglotzt. Von allen Seiten, also von den Passanten genauso wie von der Gendarmerie. Auch mein Beifahrer guckt, und fasst dann in Worte, was mir eben richtig Geld gespart hat: „Geiles Bollern“.
Von innen ist es nur als gepflegtes Hintergrundgrollen zu vernehmen. Aber von außen ist das, was da aus den vier verchromten Endrohren der AMG Sportabgasanlage tönt, richtig laut und sexy.
Geht ab wie er klingt
Dem Klang des Achtzylinders entsprechend sind die Fahrleistungen. In nur 4,6 Sekunden katapultiert der 6,2-Liter-V8-Saugmotor das 2,1 Tonnen schwere Coupé auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt die obligatorischen 250 km/h. Auf Wunsch schreitet die elektronische Tempobegrenzung erst bei 300 km/h ein.
Über die Art und Weise, wie der CL 63 AMG Geschwindigkeit aufnimmt, braucht es keiner weiteren Erläuterung: 525 PS und ein maximales Drehmoment von 630 Nm stehen für sich. Ähnlich viel Power bietet zwar auch das Serien-Topmodell CL 600. Doch die Leistungscharakteristik ist grundverschieden.
Reichen dem Zwölfzylinder im 600er niedrigste Touren für kraftvollen Vortrieb, steht der AMG-V8 auf Drehzahl. Schließlich handelt es sich um einen echten Sportmotor, der seine Maximalleistung erst bei 6.800 U/min und die maximale Kraft bei 5.200 U/min entwickelt.
So gnadenlos der AMG beschleunigt, verzögert er auch. Die Bremsanlage mit 390er Scheiben vorne und 365er Scheiben hinten ist eine Neuentwicklung. An der Vorderachse packt eine Doppelfaustsattel-Bremse zu. Vorteil: geringe Wärmeübertragung wie bei einer Schwimmsattelbremse kombiniert mit der Leistungsfähigkeit einer Festsattelbremse.
Zwei Seelen
Die Gangwechsel erledigt eine Siebengangautomatik, die über drei Programme verfügt: Manuell, Sport und Comfort. Daran gekoppelt ist auch die Dämpferabstimmung des AMG Sportfahrwerks. In „S“ und „M“ ist das Setup sportlich straff, Wankbewegungen der Karosserie werden vom Active Body Control-System nahezu neutralisiert. In der C-Stellung dagegen bietet der CL 63 AMG jenen Komfort, den man von einem großen Mercedes erwartet.
Da ein AMG aber doch ein Sportwagen sein will, wähle ich das M-Programm und schalte mit den Wippen am Lenkrad selbst. Ohne Zeitverzögerung reagiert das Getriebe, die eigentlichen Schaltvorgänge erfolgen doppelt so schnell wie im C-Modus. Lupft man das Gas, brabbelt es herzerquickend aus dem Auspuff.
Kurven durcheilt der riesige Mercedes ausgesprochen flott, die Lenkung arbeitet erfreulich genau. Das hohe Leergewicht lässt sich aber nicht wegzaubern. In schnellen Kehren schiebt der CL 63 AMG merklich nach außen. Ratsam also, den Schleuderschutz ESP aktiviert zu lassen, zumal so auch die Schlupfregelung arbeitet. Ohne ASR bringt die immense Motorkraft die 275er-Hinterreifen früh zum Durchdrehen. Beim Herausbeschleunigen aus Kurven führt das schnell zu hohen Driftwinkeln - ist zwar spektakulär, aber unwürdig.
Das 150.000 Euro-Paket
Schließlich ist ein Mercedes CL - AMG hin oder her - eine Luxuskarosse, gespickt mit allen erdenklichen Komfort- und Sicherheitsfeatures. Vor und bei einem Aufprall schützt beispielsweise Pre-Safe und (auf Wunsch) der radargesteuerte Bremsassistent Plus, das intelligente Licht sorgt stets für beste Erhellung.
Zur serienmäßigen Verwöhnausstattung des CL 63 AMG zählen unter anderem x-fach verstellbare Sportsitze mit Kühl- und Massagefunktion, feinstes Leder an allen erdenklichen Stellen und die exklusive Analoguhr „IWC-Ingenieur“ in der Mittelkonsole. Darf man aber auch erwarten bei einem Grundpreis von 140.676 Euro.
Fazit
Der Mercedes CL 63 AMG ist eine automobilgewordene Ode an den Überfluss: Leistung ohne Ende, dazu Luxus, der selbst die Vorstellungskraft verwöhntester Zeitgenossen sprengt und eine optische Präsenz, die ihresgleichen sucht. Dass das große AMG-Coupé unter Last auch noch klingt wie eine Horde wild gewordener Büffel, kann man den Sound-Ingenieuren gar nicht hoch genug anrechnen: Das ist Fahrspaß, den man hören kann.
Aktuelle Angebote

Audi A41.8 Avant S-line Autom. Xenon,Sitzh.,Tempom.
€ 3.850- 09/2008
- 210.520 km
- Benzin
- - (l/100 km)
Neu
SEAT Arona1.5 FR FAHRSCHULWAGEN AHK KAMERA ACC NAVI
€ 21.4151- 08/2023
- 18.915 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Ford EcoSport1.0 EB ST-Line Autom. Winter-Paket RFK
€ 15.955- 10/2019
- 78.400 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Ford EcoSportTitanium
€ 15.495- 05/2022
- 42.011 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Volkswagen T-CrossLife 1.0 TSI DSG ACC+RFK+LED+APP-CONNECT
€ 24.9901- 05/2026
- 150 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Kia XCeedXCeed 1.5 Turbo 48V DCT Xdition JBL Sound Navi
€ 19.9901- 03/2021
- 50.931 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Kia XCeed1.6 T-GDI Platinum Edition LED Panorama
€ 23.950- 02/2021
- 50.910 km
- Benzin
- 6,5 l/100 km (komb.)

Opel MokkaGS 1.2 Mild-Hybrid Multimedia+LED+DAB+PDC+
€ 17.2801- 05/2025
- 4.535 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Hyundai SANTA FEPlug-In Hybrid 4WD Signature Komfort Te
€ 43.9901- 12/2024
- 50 km
- Elektro/Benzin
- - (kWh/100 km)

SEAT AtecaXperience 1.5 TSI 150PS DSG
€ 30.8901- 06/2025
- 25.196 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Opel Grandland1.2 GS Line 48V +AHK+360 Grad Kamera+Head Up Displ
€ 28.8501- 03/2025
- 11.100 km
- Benzin
- - (l/100 km)
Neu
Volkswagen T-RocStyle
€ 11.9801- 07/2018
- 147.603 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Ford FocusTurnier Titanium+LED+NAVI+PANO+B&O+KAMERA
€ 11.990- 03/2019
- 105.000 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Audi A440 TFSI quattro advanced Busi+ParkenPak
€ 31.8601- 02/2023
- 49.129 km
- Benzin
- - (l/100 km)
Neu
Ford Kuga1.5 ST-Line X ACC TWA LED AHK Pano
€ 19.490- 04/2021
- 63.743 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Maserati 3200GT Xenon HiFi Memory Leder Sport 18Zoll
€ 26.999- 11/1999
- 79.358 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Mercedes-Benz E 300E 300 e EXCLUSIVE HEADUP,KEYLESS,360GRAD,AHK,SH
€ 28.880- 11/2021
- 75.195 km
- Elektro/Benzin
- 1,9 l/100 km (komb.)

Volkswagen Tiguan AllspaceTiguan Allspace 1.5 TSI Life #7-Sitzer#AHK#LED#
€ 29.4901- 03/2025
- 39.200 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Peugeot e-208GT *NAVI*RFK*PDC*uvm
€ 20.4701- 08/2023
- 12.092 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Volkswagen Golf SportsvanSOUND 1.2TSI+AHK+NAVI+ACC+KLIMA+PDC
€ 17.480- 08/2017
- 20.300 km
- Benzin
- - (l/100 km)
Alle Artikel
Alle ansehen
Neuer Mercedes-Benz EQS (2026): Der Mensch denkt, das Auto lenkt
Größere Batterie, schneller Laden, neue Optik: Mercedes-Benz wertet seine elektrische S-Klasse auf. Bei der Lenkung des EQS setzten die Stuttgarter ein Ausrufezeichen. Als erster Hersteller führt Daimler Steer-by-Wire ein. Lenken ohne Lenksäule. Das hat viele Vorteile.

Mercedes VLE (2026): Wenn Raum zur neuen Luxusform wird
Vans standen lange für Vernunft statt Emotion. Der neue Mercedes VLE dreht das um: mehr Fokus auf Raum, Komfort und Digitalisierung macht ihn zur Alternative zur Luxuslimousine. Unsere Kollegen in Österreich haben ihn bereits näher unter die Lupe genommen.

Mercedes C-Klasse EQ im ersten Check: BMW i3-Konkurrent mit 762 km Reichweite
Mercedes greift BMW an: Die vollelektrische C-Klasse EQ bietet bis zu 762 km Reichweite, Hyperscreen und neue Assistenzsysteme. Eine erste Sitzprobe zeigt, wie stark der Herausforderer der i3-Limousine wirklich ist - inklusive Technikcheck, und Preisprognose.