Mercedes E 450 d 4Matic T-Modell All-Terrain im Test: Über Stock und Stein

Das SUV ist die Karosserieform des Jahrzehnts. Gegenbewegungen gibt es wenige, doch das Mercedes E-Klasse T-Modell hält sich wacker. Wer beides kombinieren will, landet beim All-Terrain - hier getestet als E 450 d.

Der Mercedes E 450 d T-Modell All-Terrain auf einen Blick


Was uns gefällt

Wie ungeniert man mit dem All-Terrain über Feldwege brettern kann.

Was wir vermissen

Eine schneller agierende Luftfederung. Und doch ein wenig den Sinn.

Perfekt wenn man ...

... kein SUV haben will.

Die Alternativen

Audi A6 Allroad (ab Ende 2026)


Stärken

  • Seidiger R6-Diesel
  • Viel Platz
  • Wertiger Innenraum

Schwächen

  • Hoher Einstandspreis
  • Robustes Anfederverhalten
  • Touch-Bedienung am Lenkrad

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Ein Offroad-Kombi gegen den SUV-Trend

Im Grunde stehen wir hier vor einer eierlegenden Wollmilchsau. Das Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell bietet nicht nur (Lade-)Raum im Überfluss, es strahlt als höhergelegter All-Terrain auch eine gewisse Abenteuerlust aus. Die Fahrleistungen des getesteten 450er-Diesels liegen auf einstigem AMG-Niveau, und trotz der auffälligen Kunststoffbeplankungen nimmt man dem Schlechtwege-Kombi auch den abendlichen Auftritt vor der Oper oder dem Theater nicht krumm.

Am Wochenende bietet das Ladeabteil des 4,95 Meter langen T-Modells dann genügend Platz für die persönliche Verwirklichung in Form ausladender Hobbys. Die Skiausrüstung, Mountainbikes oder sehr viele Weinkartons schluckt der bei umgelegten Rücksitzen über 1.800 Liter große Kofferraum mit Freude – die angenehm niedrige Ladekante schont das Kreuz. Damit die Anreise über die Schotterpiste hinauf zur österreichischen Alm oder zum entlegenen Weingut in der Toskana gänzlich sorgenfrei geschieht, gibt es maximal 4,6 Zentimeter mehr Bodenfreiheit und permanenten Allradantrieb. Dass das Fahrwerk einen sehr robusten Langsamfahrkomfort bietet, soll da wohl Teil der Vorstellung sein.

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Der E 450 d All-Terrain vereinfacht die Parkplatzsuche

Wem all das schon zu aufregend ist, der könnte die Offroad-Fähigkeiten natürlich auch an bayerischen Seen zur Sommerzeit ausprobieren. Dann, wenn sich Parkraum am späten Samstagvormittag nur noch sehr abenteuerlich über die Straßenböschung erweitern lässt, spielt der All-Terrain ganz groß auf. Dass sich die im Gelände-Fahrprogramm anhebende Luftfederung etwas bitten lässt, stört nur den nachfolgenden Verkehr. Aber immerhin zeigt das Mittendisplay am Ende an, in welcher Himmelsrichtung und in welchem Winkel du dich getraut hast zu parkieren.

Ergänzt werden die Schlechtwegequalitäten der E-Klasse All-Terrain wahlweise durch reichlich Echtleder im Innenraum. Und wer verständlicherweise keine Lust auf den optionalen Beifahrerbildschirm hat, dem legen wir „Zierelemente Holz Ahorn braun offenporig aluminium lines“ ans Herz. Klingt komisch, sieht aber oberklassig aus. Ansonsten sitzt es sich vorn wie hinten auf bequemem Gestühl angenehm luftig - bis auf die Knie hin zur Mittelkonsole. Diese stoßen schnell an die Unterkante des Infotainment-Bildschirms an.

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Ein Diesel mit feinen Manieren

Das Wichtigste kommt in diesem Fall zum Schluss: der Antrieb. Es hat fast schon G-Klasse-Vibes, wenn der 3,0-Liter-Reihensechszylinder-Diesel leise grummelnd zum Leben erwacht. Ein Motor, der in der E-Klasse beinahe wie aus der Zeit gefallen wirkt und besonders gut in den kernigen All-Terrain passt. 367 Verbrenner-PS plus 22 Mild-Hybrid-Pferdchen schieben den 2,2-Tonner in rund fünf Sekunden auf Landstraßentempo. Bei 250 km/h wird dem Treiben sachte Einhalt geboten.

Mehr noch als die schieren PS-Zahlen sind es die 750 Nm, die auch Gespannfahrer (Anhängelast bis zu 2,1 Tonnen) begeistern. Stets mühelos ist der E 450 d auf dieser Drehmomentwelle unterwegs, perfekt über die Neungang-Automatik und den 4Matic-Allradantrieb auf die Straße gebracht. Meckern lässt sich auch über den Testverbrauch nicht: Flott erfahrene 8,7 Liter auf 100 Kilometer sind weiterhin sehr respektabel.

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Fazit

Wenn wir ehrlich sind: Wirklich brauchen tut das E-Klasse T-Modell als All-Terrain wohl niemand. Seine Offroad-Anleihen wirken eher wie ein Stilmittel, während der eigentliche Star dieses Tests der starke und zugleich sparsame Sechszylinder-Diesel ist. Das insgesamt eher robust ansprechende Luftfahrwerk hätte hingegen etwas mehr Feinschliff verdient. Zudem muss einem der rustikale Schlechtwege-Look mindestens 86.400 Euro wert sein. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)

AutoScout24 Scores

Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.

Score
8,4
Design
8,5
Bedienbarkeit
8,5
Komfort
8,0
Alltagstauglichkeit
8,5
Fahreigenschaften
8,0
Antrieb
9,0
Effizienz
8,5
Preis-Leistungs-Verhältnis
7,5
Ausstattung
8,0
Sicherheit
9,5

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat gilt seine besondere Leidenschaft klassischen Fahrzeugen - sein Traumwagen bleibt der Audi RS 6 Avant C5 in Goodwood Grün.

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