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Test Opel Mokka-e: Grüner Alltags-Blues?

Der neue Opel Mokka-e ist die große Hoffnung der Rüsselsheimer im so wichtigen Elektromarkt nicht nur Fuß zu fassen. Das elektrische City-SUV soll ein Stückzahlenbringer werden. Ob der lautlose Lifestyler das Zeug zu "Germany's next Top-Opel" hat klärt unser Test.


Der Opel Mokka-e im Überblick


Pro

Stärken

  • Gelungenes Design
  • Solide Verabreitung
  • Für Stadt u. Land ausreichend agil
  • 100 kW-DC-Charger Serie
Contra

Schwächen

  • Eingeschränktes Platzangebot
  • Unbequeme Sitzposition ab 1,80 m Körpergröße
  • Hoher Autobahn-Verbrauch

Der Opel Mokka war stets beliebt

Die Fußstapfen des Opel Mokka sind groß, sein Vorgänger war beliebt und verkaufte sich entsprechend gut. Um die Messlatte des eigenen Anspruchs noch höher zu legen, will man es in Rüsselsheim mit dem Nachfolger zusätzlich noch auf signifikante E-Stückzahlen bringen. Ist der Newcomer der Aufgabe gewachsen?

Optisch in jedem Fall. Das Designteam um Mark Adams hat viele Elemente der GT Experimental-Studie übernommen und mit dem neuen Opel Mokka ein wirklich schönes Auto auf die Räder gestellt. Die Zitate an die Vergangenheit wirken unverkrampft und transportieren den Geist der Marke intelligent ins Jetzt.

2021 Opel Mokka-e-0023

Optisch klar ein Rüsselsheimer

Das Wichtigste vielleicht: man nimmt den Mokka sofort als Opel wahr. Und das war in der Vergangenheit nicht immer ein Kompliment. Der fokussierte Blick des Manta, die schwarze Haube des Rallye-Kadett und eine kraftvolle Coke-Bottle-Karosserie wie der GT. Dazu gesellen sich mächtige Rad-Dimensionen, knappe Überhänge und ein flach geducktes Crossover-Dach.

Auf Wunsch gibt es übrigens diverse Farben am Dach, auch die Zierelemente können hochglanz-schwarz optioniert werden und selbst für die Felgen findet sich im Zubehör einiges an Individualisierung. Hier übernimmt Opel die Erfolgsstrategie, die man mit dem Adam erdacht hatte.

2021 Opel Mokka-e-0009

Im Interieur zeigen sich die Nachteile eines kleinen Crossovers

Das Designfeuerwerk der Karosserie kommt jedoch zu einem Preis. Denn die taillierte Seitenlinie kostet im Interieur wertvollen Platz. Überhaupt wird man innen schnell von der Realität eingeholt. So wirkt der Opel Mokka-e (Stromverbrauch kombiniert: 18,0-17,4 kWh/100km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km²) von außen durchaus ausgewachsen, bleibt im Inneren aber ein Kleinwagen. Es zwickt bereits beim Einstieg in die erste Reihe. Der Schweller ist breit und hoch, der Einstieg gerade für Ältere nicht ohne Hürde. Auch eine ordentliche Sitzposition findet sich nur schwer, obwohl das Gestühl an sich in typischer Opel-Manier bequem und langstreckentauglich ist.

Hinten spitzen sich die Probleme weiter zu. Der Einstieg ist noch enger und der Fußraum ist wirklich knapp bemessen. Vier Erwachsene können nur im gegenseitigen Kompromiss Platz finden. Auch mit einem rücksitzig montierten Kindersitz scharren die Kleinen sofort am Vordersitz.

2021 Opel Mokka-e-0013

Kein Raumwunder, aber wenigstens ein Fahrspaßbringer?

Doch nicht nur die Kinder scharren, auch die Räder haben einige Mühe die Contenance zu wahren. Denn dank der ansatzlos anliegenden 260 Newtonmeter des Elektromotors gelingt an der Ampel jederzeit ein Kavalierstart. Das flotte Wedeln durch die Stadt ist sicher die Paradedisziplin des Matcha-grünen Opel Mokka-e. Der 100 kW/136 PS-starke Antrieb, der wie seine französischen Kollegen auf der CMP-Plattform aufbaut, ist quicklebendig und lässt den kleinen Crossover treffsicher in jede Lücke stoßen.

Dazu passt die gute Rekuperationsleistung auf Getriebestufe B, die das Bremspedal beinahe obsolet macht und jederzeit das gute Gefühl gibt die Bewegungsenergie wieder zurück in die Batterie zu schaufeln. In der Stadt brilliert der elektrische Opel dann auch mit einem geringen Verbrauch. Im sommerlichen Mittel kamen wir trotz ausgiebigem Klima-Einsatz, die übrigens bemerkenswert gut kühlt, locker auf Werte um 15 kWh auf 100 Kilometer und unterboten damit sogar die Werksangabe.

Anders sieht es leider bei dynamischerer Fahrweise aus. Und das gilt sowohl für den Verbrauch als auch für das Fahrverhalten. Auf der Autobahn gönnt sich der Opel Mokka-e gerne um die 25 Kilowattstunden, wenn es entlang der Richtgeschwindigkeit geht. Die Überlandreichweite im Sommer sinkt damit auf gerade einmal 200 Kilometer, während man in der Stadt die 300er-Marke meist in Griffweite bekommt.

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Die Fahrwerksabstimmung steht der zügigen Fahrweise ein wenig entgegen

Der Opel Mokka-e ist deshalb tatsächlich mehr in der Stadt zuhause als im weiten Geläuf. Wer ihn dort zu hart um die Kurve wirft, der erntet auch überraschende Seitenneigungen und ein leicht unterdämpft wirkendes Chassis. Hier blitzt dann das hohe Leergewicht von knapp 1,6 Tonnen durch, wobei ein großer Anteil auf die brutto 50 kWh große Batterie entfällt.

Während seine Verbrennerkollegen locker 300 Kilogramm weniger auf die Waage bringen und entsprechend locker um die Radien wedeln, wirkt der Elektro-Mokka immer etwas angestrengt. Dabei beziehen wir das gar nicht mal auf die Bedienkräfte, denn besonders die Lenkung fühlt sich in den verschiedenen Fahrmodi durchaus gut gewichtet an. Wer in das Auto hineinhorcht, der merkt allerdings schnell, dass dem Mokka-e die schnelle Landpartie nicht wirklich liegt und man ihn dabei schnell überfährt.

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Fazit

Der Opel Mokka-e ist ein Lifestyle-Cruiser für den Alltag ohne Ambitionen auf Größeres. Wer ein cooles Auto sucht, das ab und an auch mal Freunde und Familie auf der Kurzstrecke transportieren soll, ansonsten aber hauptsächlich alleine genutzt wird, der ist hier goldrichtig. Die täglichen Pendelaufgaben erledigt er spielerisch und sehr effizient, sodass es eigentlich keinen weiteren Grund zur Kritik gäbe. Wenn am Ende nicht der Preis wäre. Vor Förderungsabzug ab 34.110 Euro startet der Opel Mokka-e in der Preisliste, die Ultimate-Edition kommt mit ein paar Extras schnell auf deutlich über 40.000 Euro. Ein stolzer Preis für einen Kleinwagen, der die Freude an der Elektromobilität schnell enden lässt. (Text und Bild: Fabian Mechtel)

Technische Daten*

  • Modell: Opel Mokka-e
  • Motor: Permanenterregter Synchronmotor
  • Leistung: 100 kW/136 PS
  • Drehmoment: 260 Nm
  • Antrieb: Frontantrieb, Eingang-Reduktionsgetriebe
  • Verbrauch kombiniert: 18,0-17,4 kWh/100km²
  • CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km²
  • Reichweite: 324-313 km
  • Beschleunigung (0–100 km/h): 9,0 Sekunden
  • Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h
  • Abmessungen (L/B/H): 4,15 m/1,79 m/1,53 m
  • Gewicht: 1.598 kg
  • Grundpreist: ab 34.110 Euro (vor Förderung)

*Herstellerangaben

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