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Toyota RAV4 Plug-in Hybrid im ersten Test: Neue Elektrifizierungsstufe

Der Toyota RAV4 debütiert als Plug-in Hybrid, wir sind den neuen Teilzeitstromer erstmals gefahren. Welche Stärken und Schwächen der Japaner zu bieten hat, zeigt unser Fahrbericht.

Na, wer erinnert sich noch? 1994 führte Toyota ein neues Modell ein. Aus der pragmatischen Bezeichnung „Recreational Active Vehicle 4-Wheel-Drive“ (Allradfahrzeug für die aktive Freizeitgestaltung, mal frei übersetzt) machten die Produktmanager kurz und einigermaßen bündig RAV4. Das Marketing steuerte die Bezeichnung Fun Cruiser bei. Gute Laune sollten die Kunden also bekommen, während die Konkurrenz überrascht zusah. Toyota hatte mal eben das Segment der kompakten SUV erfunden. Viele Mitbewerber servierten ihre Antwort erst Jahre später.

Zeitsprung. 2018 startete die aktuelle, vierte Generation des RAV4. Viele Jahre nach dem Fun Cruiser übt sich auch der Toyota in Ernsthaftigkeit. Als meistverkauftes SUV der Welt muss er vielen Ansprüchen weltweit gerecht werden. Also gibt es ihn nur noch als geräumigen Fünftürer mit großem Gepäckraum. 4,60 Meter ist er mittlerweile lang, klopft also fleißig an die Tür der Mittelklasse an. Ganz der Markenphilosophie entsprechend konzentriert sich das Modellangebot beim Toyota RAV4 in Deutschland bislang auf Hybridmodelle. Jetzt bauen die Japaner das Angebot aus und zünden die nächste Elektrifizierungsstufe für ihren Bestseller.

Toyota RAV4 Plug-in Hybrid PHEV 2020 Heck rechts

Topmodell mit 306 PS Systemleistung

Als neues Topmodell kommt der Toyota RAV4 Plug-in Hybrid mit einer Systemleistung von 225 kW/306 PS ins Programm (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 1,2 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 26 g/km; Stromverbrauch kombiniert: 16,6 kWh/100 km). Er nutzt den Baukasten der Marke geschickt aus. Den 2,5 Liter großen Saug-Benziner mit 185 PS übernimmt er vom bekannten RAV4 Hybrid. Das gleiche gilt für den Elektromotor an der Hinterachse, der maximal 40 kW/54 PS leistet.

Der zweite Elektromotor ist beim PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicle) neu. Er steuert bis zu 134 kW/182 PS bei und lässt seine Kraft auf die Vorderräder los. Im Zusammenspiel der drei Motoren entstehen die genannten 306 PS Systemleistung mit Allradantrieb (Rechnerisch ergibt sich zwar eine höhere Leistung, die laut Toyota aber so nie zur Gänze anliegt). Was am Stammtisch nach sportlichen Fahrleistungen klingt, zeigt sich im Auto in einer entspannten Ernsthaftigkeit, die der RAV4 ja auch optisch ausstrahlt. Immerhin fast zwei Tonnen SUV-Gewicht wollen bewegt werden.

Toyota RAV4 Plug-in Hybrid PHEV 2020 Int Cockpit

75 Kilometer elektrische Reichweite

Das gelingt nach dem Druck auf den Startknopf rein elektrisch. Je nach Ladezustand der Batterie, deren Speicherkapazität üppige 18,1 kWh beträgt, surrt der Japaner fast lautlos davon. Selbst ein ganz durchgetretenes Fahrpedal ruft nicht nach dem Verbrenner. Also gelingen auch Überholmanöver lokal emissionsfrei. 75 Kilometer elektrische Reichweite verspricht Toyota für den RAV4 Plug-in Hybrid. Im Rahmen eines ersten Fahrtermins konnten wir das nicht penibel nachmessen. Den Angaben der Batterieanzeige und des Bordcomputers zufolge dürften real aber 60 bis 70 Kilometer mit der Energie aus dem Akku zu schaffen sein. Zumindest im Stadt- und Pendelverkehr, wenn man vor Ampeln und Kreuzungen Energie rekuperieren kann.

Bis zu einer Geschwindigkeit von 135 km/h ist der Toyota elektrisch unterwegs. Im tempolimitierten Ausland dürften Fahrer des RAV4 Plug-in Hybrid also, eine Ladeinfrastruktur und die Benutzung der beigelegten Ladekabel vorausgesetzt, in den seltensten Fällen Benzin verfeuern. Auf der deutschen Autobahn setzt der Vierzylinder kaum hörbar ein. Eine spezielle Akustikverglasung und zusätzliches Dämmmaterial entfalten ihre Wirkung. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 180 km/h elektronisch begrenzt, wie es auch von anderen Toyota-Hybriden bekannt ist.

Toyota RAV4 Plug-in Hybrid PHEV 2020 Int Display

Über den Fahrmodus-Schalter in der Mittelkonsole kann die Antriebssteuerung beeinflusst werden. Neben dem erwähnten Hybrid-Modus dürften die meisten in der Auto-Stellung unterwegs sein. Dann kümmert sich die Software um das Zusammenspiel der drei Motoren. Energetisch albern, aber trotzdem vorhanden: Der Charge-Modus, mit dem der Verbrenner als Generator genutzt werden kann, um die Batterie zu laden. Diese Funktion sorgt für hörbaren Motorlärm und erhöhten Verbrauch, macht in bestimmten Situationen aber Sinn: Wenn das Ziel in einem für Verbrenner gesperrten Innenstadtgebiet liegt, kann dort nach dem rollenden Ladevorgang elektrisch gefahren werden.

Zu hartes Fahrwerk

Im Gegensatz zum Antrieb lässt das Fahrwerk keine Wahl der Abstimmung. Das ist schade, weil die Federung des an sich komfortorientierten RAV4 schlicht und einfach zu hart ist. Die schwere Batterie und am Testwagen montierte 19-Zoll-Felgen schütteln Passagiere, vor allem auf der Rücksitzbank, ordentlich durch. Nicht nur lange Urlaubsfahrten dürften empfindlichen Mägen sauer aufstoßen. Ansonsten gefällt der Toyota RAV4 auch als Plug-in Hybrid mit viel Platz für Passagiere und Gepäck. Das im Vergleich zum Hybrid von 580 auf 520 Liter geschrumpfte Kofferraumvolumen dürfte nicht allzu störend sein.

Toyota RAV4 Plug-in Hybrid PHEV 2020 Profile Asphalt

Größeres Display für das Infotainment

Gewachsen ist das Infotainmentdisplay, das in der Sichtachse des Fahrers auf dem Armaturenbrett thront. Es misst jetzt neun statt wie bisher acht Zoll in der Diagonale. Die Anzeigengrafik ist aber unverändert angestaubt. Erfreulich: Auch bei Toyota ist jetzt moderne Smartphone-Integration in Form von Apple CarPlay und Android Auto eingezogen. Auch das neue Head-up Display gefällt mit klaren Anzeigen, die direkt auf die Windschutzscheibe gespiegelt werden.

Das Parken des elektrifizierten SUV geschieht am besten in der Nähe einer Haushaltssteckdose. Zur Serienausstattung gehört nämlich nur ein Kabel mit Schucko-Stecker. 7,5 Stunden benötigt der einphasige Onboard-Lader, um den Akku des RAV4 vollständig zu füllen. Im Zubehörprogramm bietet Toyota eine Wallbox und ein Typ2-Kabel an. Letzteres macht Sinn, denn nur so kann der RAV4 während eines Termins, Restaurantbesuchs oder beim Shoppingtrip an einer städtischen Ladesäule mit Strom versorgt werden. 4,5 Stunden soll hier eine vollständige Ladung dauern.

Toyota RAV4 Plug-in Hybrid PHEV 2020 Front total

Hoher Aufpreis für den Plug-in Hybrid

Zeit genug, den hohen Preis des Japaners zu verdauen. Ab 46.292,77 Euro kostet der RAV4 Plug-in Hybrid in Deutschland. Es gibt ihn nicht in den bekannten Ausstattungslinien der Baureihe. Am ehesten ist der Plug-in Hybrid mit dem RAV4 Hybrid „Team Deutschland“ zu vergleichen. Dann ist die neue Version dennoch üppige 8.500 Euro teurer. Immerhin wird der Aufpreis von der Umweltprämie für Plug-in Hybride abgefedert. Sie beträgt aktuell, inklusive 16 Prozent Mehrwertsteuer auf den Herstelleranteil, 7.110 Euro.

Als Fahrer eines Firmenwagens profitiert man zudem vom halbierten Satz bei der Versteuerung des geldwerten Vorteils. Gewerbliche Zulassungen sieht der Importeur auch klar als Absatzmotor für den RAV4 Plug-in Hybrid. 3.000 Einheiten sind im Plan für das Jahr 2021. Der Großteil davon soll übrigens mit den beiden Optionspaketen, dann also mit großen Felgen, Lederausstattung, Navigationsgerät, Head-up Display und weiteren Goodies, ausgeliefert werden. Das treibt den Listenpreis auf üppige 58.830 Euro (vor Abzug der Umweltprämie). Nicht nur im Format, sondern auch beim Preis will der Toyota RAV4 Plug-in Hybrid also ganz und gar nicht mehr kompakt sein.

Toyota RAV4 Plug-in Hybrid PHEV 2020 Heck lnks

Fazit

Der Toyota RAV4 ist ein ausgewachsenes SUV mit viel Platz für Passagiere und Gepäck. Als Plug-in Hybrid kombiniert er diese gewohnten Vorteile mit einer großen 18,1 kWh-Batterie für alltagstaugliche Elektro-Reichweiten um 60 bis 70 Kilometer. Verarbeitung und Materialen wissen zu gefallen. Leider trüben nicht nur der hohe Preis, sondern auch das harte Fahrwerk die Freude am soliden Japaner. Privatkunden, die nicht vom Steuervorteil eines elektrifizierten Firmenwagens profitieren, sollten genau rechnen. Am Ende fahren sie mit dem weiterhin angebotenen RAV4 Vollhybrid (ohne externe Lademöglichkeit) günstiger.

Technische Daten*

  • Modell: Toyota RAV4 Plug-in Hybrid
  • Motor: 2,5 Liter 4-Zyl-Benziner + 2 E-Motoren
  • Systemleistung: 225 kW/306 PS
  • Verbrenner-Drehmoment: 221 Nm bei 3.600 U/min
  • Antrieb: elektrifizierter Allradantrieb, stufenlose Automatik
  • Kraftstoffverbrauch kombiniert: 1,2 l/100 km²
  • Stromverbrauch kombiniert: 16,6 kWh/100km²
  • CO2-Emissionen kombiniert: 26 g/km²
  • Beschleunigung (0 – 100 km/h): 6,0 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
  • Abmessungen (L/B/H): 4,60m/1,86 m/1,69 m
  • Gewicht: ca. 1.900 kg
  • Grundpreis Toyota RAV4 Plug-in Hybrid: 46.292,77 Euro

*Herstellerangaben

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