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VW Taigo R-Line 1.0 TSI im Test: Buchhalter-Lifestyle

Auf einer Plattform viele verschiedene Fahrzeuge zu bauen ist eine Schlüsselkompetenz von Volkswagen. Mit dem VW Taigo bieten die Wolfsburger neben Polo und T-Cross nun den dritten Aufbau auf gleicher Basis an.


Der VW Taigo R-Line 1.0 TSI im Überblick


Pro

Stärken

  • Gutes Platzangebot
  • Gelungene Ergonomie
  • Harmonische Antriebseinheit
Contra

Schwächen

  • Wenig aufregend für einen Lifestyle-Crossover
  • Verbrauch relativ hoch
  • Lange Aufpreisliste und hohes Preisniveau

 Der VW Taigo steht wie acht andere Modelle des Konzerns auf der MQB-A0-Plattform. Der VW Taigo steht wie acht andere Modelle des Konzerns auf der MQB-A0-Plattform.

Die Plattform-Stragen aus Wolfsburg

Der Audi A1, Seat Arona, Seat Ibiza, Skoda Fabia, Skoda Scala, Skoda Kamiq, VW Polo und VW T-Cross haben eines mit dem VW Taigo gemeinsam: Die MQB-A0-Plattform. Man ist also bei Volkswagen der Meinung, dass es im Markt nicht nur Platz für einen Kleinwagen pro Marke gibt, sondern dass es bis zu drei Varianten auf ein und demselben Grundgerüst sein können. Für die Trennschärfe zwischen den Modellen ist dann die jeweilige Markenausrichtung zuständig und die vom Marketing erdachte Zielgruppe. Ob das im Falle des Lifestyle-Crossovers Taigo im Segment der Kleinwagen funktioniert, klärt unser AutoScout24-Test.

 Am Heck sind die optischen Unterschiede zwischen Taigo und seinem Technik-Zwilling T-Cross am größten. Am Heck sind die optischen Unterschiede zwischen Taigo und seinem Technik-Zwilling T-Cross am größten.

Der VW Taigo ist ein T-Cross mit sportlicherer Dachlinie

Die Optik ist edel, vor allem wenn man den VW Taigo 1.0 TSI (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 4,9 l/100km; CO2-Emissionen kombiniert: 111 g/km²) in der R-Line bestellt. Dann werden nicht nur die Stoßfänger bulliger, sondern auch die Lichtsignatur geändert. Während vorne ein durchgehender LED-Stripe perfekt zum IQ-Light genannten Matrix-LED-Licht passt, gibt es hinten ein durchgehendes Reflektorband, dass dem Taigo optisch deutlich mehr Breite verleiht. In Kombination mit den hochglänzenden Akzenten in Schwarz und den optionalen glanzgedrehten 18-Zoll-Leichtmetallfelgen macht der kleine Crossover mächtig Eindruck.

Die Unterschiede zum T-Cross werden vor allem im Seitenprofil sichtbar. Hier fällt nicht nur der mit 16 Zentimetern überraschend große Längenunterschied auf, sondern vor allem die deutlich dynamischere Dachlinie. Wo der konservative Bruder das hohe Heck bis nach hinten durchzieht, fällt es beim VW Taigo ab der hinteren Tür dramatisch ab. Das sorgt neben einem Coupé-Charakter sogar für eine leicht verbesserte Aerodynamik. Allerdings muss man auch beim Kofferraum Abstriche machen: Statt 455 Liter sind es nun nur noch 440 Liter. Allerdings ist auch dieser Wert für ein Auto mit 4,26 m Länge sehr beachtlich.

 Gewohnter VW-Standard in Sachen Ergonomie, allerdings mit Abstrichen bei der Materialqualität. Gewohnter VW-Standard in Sachen Ergonomie, allerdings mit Abstrichen bei der Materialqualität.

Robustes Interieur mit modernem Infotainment

Im Innenraum hat sich VW den Luxus der konstruktiven Abwandlung von T-Cross- zu Taigo-Bauteilen gegönnt. Auch wenn man die Unterschiede mit der Lupe suchen muss, so sind sie dennoch da. Es beginnt bei der Form der äußeren Lüftungsdüsen und endet mit einer völlig veränderten unteren Mittelkonsole. Dort findet sich auch das neue Bedienteil für die Klimatisierung – mit beleuchteten Touch-Slidern. Man scheint in Wolfsburg also genau auf die Kritik der Kunden zu hören, waren die dunklen Felder doch in Golf 8 und ID3 noch Steine einigen Anstoßes.

Auch sonst überzeugt das Infotainment, denn die Wolfsburger lassen dem Taigo noch die Drehregler für Lautstärke und Sendersuchlauf. Man findet sich hiermit einfach besser zurecht als per kompletter Touch-Bedienung. Was allerdings etwas sauer aufstößt ist das serienmäßige digitale Instrumentendisplay: Es zeigt nur ein mittiges großes Rundinstrument an, man muss sich also zwischen Tacho oder Drehzahlmesser entscheiden. Das gleichzeitige Anzeigen wird nur mit dem optionalen Großdisplay möglich – unserer Meinung nach ein unverzichtbares Extra.

Ebenfalls diskussionswürdig ist die Materialqualität. Zwar ist die Verarbeitung sehr gelungen, die Passungen allesamt sehr sauber, doch die Kunststoffe sind ausnahmslos hart und trist. Wo vor wenigen Jahren noch unterschäumte Flächen für edle Haptik sorgten, regiert aktuell nur noch der Rotstift. Angesichts der langen Aufpreisliste und des über 35.000 Euro teuren Testwagenpreises dürfte man hier schon noch etwas mehr erwarten können.

 Unter der Haube arbeitet der bekannte 1.0-Liter-Dreizylinder-TSI ohne jegliche Elektrifizierung. Unter der Haube arbeitet der bekannte 1.0-Liter-Dreizylinder-TSI ohne jegliche Elektrifizierung.

Technisch bietet der 110 PS-Turbo keine Überraschungen

Kein Stecker, nicht einmal ein potenter Startergenerator, der VW Taigo 1.0 TSI richtet den gesamten Vortrieb über den kleinen Dreizylinder im Bug. Und er macht seine Sache gut. Der Ton ist angenehm knurrig und passt zum Auftritt, denn er zaubert dem Kenner ein Lächeln auf die Lippen und stört den Unbedarften nicht weiter. Von 110 PS und 200 Nm darf man allerdings keine Fabelwerte in Sachen Fahrleistungen erwarten. Dank des flink schaltenden 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebes wird der kleine Crossover aber stets im besten Drehzahlbereich gehalten und ermöglicht damit lässiges Mitschwimmen im Alltag.

Auf den Normwert von 4,9 Litern auf 100 Kilometer kommen allerdings nur sehr zurückhaltende Naturen. Wer einen etwas spritzigeren Fahrstil pflegt, der liest auch ohne Dauervollgas-Eskapaden meist Werte über 7,0 Litern auf 100 Kilometer vom Bordcomputer ab. Ein Wert, der die Downsizing-Bemühungen und den Einsatz eines kleinen Dreizylinders zumindest in Frage stellen darf.

 Trotz sehr flachem Reifenquerschnitt der 18-Zöller überzeugt das Fahrwerk mit einer sehr gelungenen Abstimmung. Trotz sehr flachem Reifenquerschnitt der 18-Zöller überzeugt das Fahrwerk mit einer sehr gelungenen Abstimmung.

Die Fahrwerksabstimmung zeigt das tiefe Verständnis der VW-Entwickler

Ein anderes Thema, das man nach dem intensiven Test des VW Taigo R-Line 1.0 TSI in Frage stellen darf, ist die Verwendung adaptiver Fahrwerke. Denn für den Taigo gibt es die teuren Verstelldämpfer gar nicht erst und er überzeugt dennoch mit einer Abstimmung, die perfekter nicht sein könnte. Komfortabel in jeder Situation und dennoch nicht mit grober Seitenneigung oder dem Vereiteln jeder Kurvendynamik. Den Wolfsburger Entwicklern ist der perfekte Kompromiss gelungen.

 Der VW Taigo R-Line 1.0 TSI DSG ist ein Auto für Menschen, die kein alltägliches, aber dennoch ein sehr vernünftiges Auto suchen. Der VW Taigo R-Line 1.0 TSI DSG ist ein Auto für Menschen, die kein alltägliches, aber dennoch ein sehr vernünftiges Auto suchen.

Fazit:

Der VW Taigo geht kein Risiko ein. Zwar erlaubt es sich ein knackiges Heck und eine bullige Optik, bleibt im Herzen aber der langweilige Buchhalter. Was nichts Schlechtes ist für diejenigen, die wollen, dass es passt. Und im Taigo passt alles. In mancher Disziplin ist er nicht der Beste, aber in der Summe ist er sehr komplett. Und hier zeigt sich das wahre Verständnis von VW. Auch in einer Nische eines Kleinwagen-Crossover-Coupés. (Text und Bilder: Fabian Mechtel)

Technische Daten*

  • Modell: VW Taigo R-Line 1.0 TSI DSG
  • Motor: Dreizylinder-Reihe, 999 ccm
  • Leistung: 81 kW/110 PS
  • Drehmoment: 200 Nm
  • Antrieb: Frontantrieb, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe
  • Verbrauch kombiniert (WLTP): 4,9 l/100km² Super
  • Testverbrauch: 7,3 l/100km Super
  • CO2-Emissionen kombiniert: 111 g/km²
  • Beschleunigung (0–100 km/h): 10,9 Sekunden*
  • Höchstgeschwindigkeit: 191 km/h
  • Abmessungen (L/B/H): 4,26 m/1,75 m/1,52 m
  • Gewicht: 1.260 kg*
  • Grundpreis: ab 30.000 Euro (R-Line mit DSG)

*Herstellerangaben

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