Volvo EX60 im ersten Test: Besser als BMW iX3 und Mercedes GLC EQ?

Der Volvo EX60 auf einen Blick
Was wir mögen
Wie stark bereits die Basisvariante performt.
Was wir vermissen
Eine separate Spiegelverstellung und ein Stahldach.
Perfekt wenn ...
... man mit den Designs von BMW iX3 und Mercedes GLC nichts anfangen kann.
Alternativen
Audi Q6 e-tron, BMW iX3, Mercedes GLC EQ, Xpeng G6, Tesla Model Y
Stärken
- Viel Platz für Mensch und Gepäck
- Gute Bedienung
- Starke Basisvariante mit hoher Reichweite
Schwächen
- Glasdach ohne mechanischen Sonnenschutz
- Restriktives Paketdenken
- Teils einfache Materialien im Innenraum
Volvos neue Mitte tritt gegen BMW iX3 und Mercedes GLC an
Er steht dann schon etwas schüchtern da, der Volvo EX60. Keine retrofuturistische Front wie beim neuen BMW iX3, kein beleuchteter Monstergrill wie beim neuen Mercedes GLC EQ. Vielleicht ist der Volvo auch deshalb sofort als solcher erkennbar. Die Buggestaltung entspricht unverkennbar der Designsprache anderer neuer Elektro-Modelle der Schweden, an die Heckpartie muss man sich wohl erst noch gewöhnen. Auch hier wird beim Thema Aerodynamik nichts dem Zufall überlassen - der cW-Wert liegt bei möglichst niedrigen 0,26, damit selbst das Basismodell P6 RWD eine Reichweite von über 600 Kilometern erreicht.
| Abmessungen | Volvo EX60 P6 (2026) |
|---|---|
| Länge x Breite x Höhe | 4.803 x 1.899 x 1.635 mm |
| Radstand | 2.970 mm |
| Gewicht | 2.189 kg |
| Zuladung | 461 kg |
| Kofferraumvolumen | 523 - 1.647 Liter (+ 58 Liter Frunk) |
| Anhängelast | 2.000 kg |
Mit einem von uns in Spanien erfahrenen Testverbrauch von etwa 18,5 kWh auf 100 Kilometer scheint das bei der verbauten 80-kWh-Batterie (netto) nicht einmal unrealistisch. Andere Journalisten sind auch mit 14 bis 16 kWh zurück ins Hotel gerollt. Mindestens 62.990 Euro hätte Volvo gerne für den 275 kW / 374 PS starken Einstieg in den EX60, wobei die von uns gefahrene Ultra-Variante mindestens 69.790 Euro kostet. Im Vergleich zum Mitbewerberumfeld nicht unbedingt ein unfairer Preis für ein 4,80 Meter langes Familien-SUV, das neben 800-Volt-Technik auch reichlich Ausstattung zu bieten hat.
Sachlicher Innenraum mit durchdachter Bedienung
Große Experimente im Innenraum hat man bei Volvo diesmal vermieden, was auch daran liegen mag, dass der EX60 komplett in Europa designt und gebaut wird. Zwar bleibt es bei der umständlichen Spiegelverstellung über Bildschirm und Lenkrad, dafür hatte man beim Thema Fensterheberschalter und Sitzeinstellung ein Einsehen. Beides gelingt einfacher als etwa beim EX90. Derweil ist die Materialqualität teilweise durchwachsen. Hochwertige Stoffe wechseln sich mit günstigem Kunststoff ab. Das unterhalb des Mittendisplay montierte Ablagefach ist zudem eine äußerst wackelige Angelegenheit.
Anders als beim kleineren EX30 blickt der Fahrer wieder auf ein eigenes Display hinter dem Lenkrad. Schaut man sich im sonst stimmig gestalteten Cockpit um, scheint das allerdings eher eine Notlösung gewesen zu sein. Recht passend integriert wirkt es nämlich nicht. Umso besser dagegen der quer eingebaute Infotainment-Bildschirm in der Mitte, der mit einem Google-Betriebssystem und Tesla-Bedienlogik aufzuwarten weiß. Die Benutzeroberfläche ist weitestgehend selbsterklärend, das System selbst reagiert zudem äußerst flott.
Der Volvo EX60 ist ein fahrender Konzertsaal
Selten erwähnen wir ein Soundsystem in einem neuen Auto, was wir an dieser Stelle gerne ändern möchten. Denn die optionale Bowers-&-Wilkins-Anlage mit 28 Lautsprechern und einer Gesamtleistung von 1.820 Watt hat sich ihren Platz in diesem Text redlich verdient. Sehr klangstark, in den Höhen äußerst klar und so verbaut, dass voll aufgedreht nichts scheppert, ist sie die erste Wahl für alle, die sich für vollen Hörgenuss im Auto begeistern können.
Weiterhin keine Fans werden wir allerdings vom um sich greifenden Trend in der Autoindustrie, die bisher normalen Stahldächer gegen großflächige Panoramaglasdächer auszutauschen. Auch im Volvo EX60 lässt sich das serienmäßige Glasdach freilich nicht öffnen, aber elektrochromatisch dimmen. Das hält zwar die Sonneneinstrahlung besser fern als eine bloße Tönung – es fehlt unserer Meinung nach dennoch ein mechanisches Sonnenschutzrollo.
Viel Platz und hohe Anhängelast
Über das Thema Platz haben wir bereits bei unserer ersten Sitzprobe im EX60 sehr viel Positives geschrieben und können erneut bestätigen: Reichlich davon ist vorhanden. Auch in der zweiten Reihe mangelt es selbst für 1,94 Meter große Mitreisende nicht an Knie- und Kopfraum. Ein kleines Highlight in dieser Fahrzeugklasse ist die serienmäßig elektrisch einstellbare Rückenlehne – die Rücksitzbank selbst ist dagegen nicht verschiebbar.
Ebenfalls gut nutzbar ist der 523 bis 1.647 Liter große Kofferraum, der über clever angelegte Unterflurfächer mit herausnehmbaren Einsätzen verfügt. Ein Frunk mit weiteren 58 Litern fasst das Ladekabel oder zwei mittlere Rucksäcke. Reicht all das nicht, gibt es optional eine vollelektrische Anhängerkupplung. Während der Volvo EX60 P6 zunächst bis zu 2.000 Kilogramm schwere Anhänger ziehen darf, sind es beim ebenfalls gefahrenen P10 mit Allradantrieb bis zu 2.400 Kilogramm.
Bereits der Volvo EX60 P6 RWD reicht völlig aus
Und wenn wir schon den Volvo EX60 P10 AWD mit 86 kWh großer Batterie angesprochen haben, kommen wir nun direkt zum Fahrkapitel. Vorangestellt sei der Hinweis, dass den meisten Käufern wohl die Basisversion P6 mit Heckantrieb völlig ausreichen wird. Die 275 kW / 374 PS und bis zu 480 Newtonmeter Drehmoment fühlen sich erfreulich spritzig an, während der Standardsprint von null auf 100 km/h nur knapp unter sechs Sekunden dauert. Wie immer bei Volvo ist die Höchstgeschwindigkeit auch beim EX60 generell auf 180 km/h begrenzt.
| Technische Daten | Volvo EX60 P6 (2026) |
|---|---|
| Antrieb | Permanentmagnet-Synchronmotor, Heckantrieb |
| Systemleistung / Max Drehmoment | 275 kW / 374 PS und 480 Nm |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h |
| 0 - 100 km/h | 5,9 Sekunden |
| Stromverbrauch / Reichweite (WLTP) | 14,9 kWh / 611 km |
| Akku | 800 Volt, netto 80 kWh-Lithium-Ionen-Akku |
| Maximale Ladeleistung / 10 - 80 Prozent | 320 kW / max. 16 Minuten |
| Preis | ab 62.990 Euro |
Fahrwerksseitig fährt der EX60 P6 RWD mit einem sehr harmonisch abgestimmten Stahlfahrwerk vor, das selbst auf kurvigen Landstraßen eine gute Figur macht. Einzig die synthetische und wenig kommunikative Lenkung stört das fahrdynamische Gesamtbild. Das trifft leider auch auf den EX60 P10 AWD zu, der bereits 375 kW / 510 PS und satte 710 Newtonmeter leistet. Statt eines Stahlfahrwerks kommen hier adaptive Dämpfer zum Einsatz. Wer es noch etwas wolkiger haben möchte, muss dagegen auf den EX60 P12 AWD oder den EX60 Cross Country warten. Beide Varianten erhalten eine geregelte Luftfederung, die wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht testen konnten.
Nich nur beim Thema Schnellladen oben auf
In einem Volvo beinahe ungewohnt sind die zurückhaltend programmierten Regelsysteme. Ganz gleich in welcher Variante des Volvo EX60: Das ESP agiert nicht als Spielverderber – selbst wenn die nächste Kurvenkombination etwas flotter durchfahren wird. Freilich bewegt sich der EX60 nicht ganz auf dem fahrdynamisch hohen Level eines neuen BMW iX3, aber die Erwartungshaltung für diesen Volvo war sicherlich eine gänzlich andere. Ob zu einem späteren Zeitpunkt gegebenenfalls eine Sportversion, etwa als Polestar Engineered, folgt, wollte man vor Ort in Barcelona weder bestätigen noch verneinen.
Geladen wird indes in der Basisvariante Volvo EX60 P6 mit bis zu 320 kW DC, ab dem Volvo EX60 P12 AWD mit bis zu 370 kW DC. Ab Werk kommt bei allen EX60-Varianten ein 22-kW-AC-Lader zum Einsatz, wobei er außerdem das bidirektionale Laden, also auch Vehicle-to-Home (V2H) und Vehicle-to-Load (V2L), beherrscht.
Erstes Fazit
Volvo ging mit seinen Elektroautos in den letzten Jahren sichtbar durch eine Reifephase, die mit dem neuen EX60 ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat. Das in Schweden gebaute 800-Volt-SUV überzeugt fahrdynamisch wie auch durch seinen cleanen Innenraum und zeigt im Mitbewerberumfeld eines der durchdachtesten Bedienkonzepte. Zudem liefert Volvo mindestens 320-kW-Schnellladen und Reichweiten über 600 Kilometer für einen sehr fairen Basispreis von knapp 63.000 Euro. Auf der Soll-Seite steht weiterhin die fummelige Spiegelverstellung, das Fehlen eines echten Schlüssels (Smartphone und Keycard sollen es regeln) sowie der Verzicht auf ein herkömmliches Stahldach. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)
Volvo EX60-Varianten im Vergleich
| Merkmal | P6 RWD | P10 AWD | P12 AWD |
|---|---|---|---|
| Systemleistung | 275 kW | 375 kW | 500 kW |
| Drehmoment | 480 Nm | 710 Nm | 790 Nm |
| 0–100 km/h | 5,9 s | 4,6 s | 3,9 s |
| Batterie (brutto / netto) | 83 / 80 kWh | 95 / 91 kWh | 117 / 112 kWh |
| WLTP-Reichweite bis zu (komb.) | 611 km | 660 km | bis 810 km |
| DC Peak (Angabe) | 320 kW | 370 kW | 370 kW |
| 10–80 % (Angabe) | 16 min | 16 min (bei 400 kW) | 19 min (bei 400 kW) |
| V2G/V2H/V2L (AC Discharging) | 22 kW | 22 kW | 22 kW |
| Preis | ab 62.990 Euro | ab 65.990 Euro | ab 71.990 Euro |
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