Renault - Transporter und Innovationen

Der französische Autohersteller wurde im Februar 1899 von den Brüdern Louis, Fernand und Marcel Renault gegründet. Manche Quellen sprechen auch vom Weihnachtsabend 1898. An diesem Tag erhielt Louis Renault in Paris den Auftrag über die Fertigung von 12 Autos. Louis Renault war ein begabter Techniker, dem zahlreiche Patente zugeschrieben werden, darunter die Erfindung des Sicherheitsgurts, der einschraubbaren Zündkerze und des Turboladers. Ebenso zeichnet er sich für die Trommelbremse sowie den ersten V8-Motor in einem Flugzeug verantwortlich. Das Familienunternehmen erlebte schnell ein rasantes Wachstum. So beschäftigte Renault bereits 1900 mehr als 100 Angestellte. Im Jahr 2015 waren es 120.136 Mitarbeiter, was Renault zu einem der größten Autohersteller weltweit macht.

Der Renault Rapid und seine Nachfolger

Der 1985 vorgestellte Rapid zählt zu den beliebtesten Nutzfahrzeugen des Herstellers. So orderte die Deutsche Bundespost in den 1980er Jahren eine große Stückzahl des Kleintransporters. Ebenso wurde er von zahlreichen Handwerksbetrieben eingesetzt. Neben der hohen Robustheit spielte dabei auch das innovative Fahrwerk eine Rolle. So stattete Renault den Rapid frühzeitig mit einer Einzelradaufhängung für alle Räder aus. Dabei kamen unter anderem MacPherson-Federbeine zum Einsatz. Die Entscheidung erfolgte zu einer Zeit, in der zahlreiche Kleintransporter noch mit Starrachse das Werk verließen. Ebenfalls neuartig war die Verwendung eines 1,6-l-Dieselmotors in einem Kleintransporter. Er leistete 40 kW und wurde 1991 durch einen F8Q-Dieselantrieb mit 47 kW Leistung ersetzt. Der F8Q erfreute sich großer Beliebtheit und wurde nach Produktionsende des Rapid auch von anderen Herstellern weiterverwendet. Renault baute den Rapid bis 1997. Sein offizieller Nachfolger ist der Kangoo, der manchmal auch als Kangoo Rapid bezeichnet wird. Er ist als Kombi, Kleintransporter, Kleinbus und Rollstuhltaxi erhältlich. Der Kangoo wird oft als erster Hochdachkombi der Autogeschichte betrachtet, obwohl er tatsächlich nur das zweite Exemplar dieser Gattung war. Allerdings war er der erste Hochdachkombi mit seitlichen Schiebetüren, womit ihm die Ehre zukommt, die Bauweise der Hochdachkombis mitdefiniert zu haben. Obwohl der Kangoo im Lauf der Jahre mehrere Überarbeitungen erfuhr, hat sich eine Reihe von Merkmalen etabliert. Dazu zählt die Wahl zwischen 2, 3 oder 5 Sitzplätzen. Ebenso gibt es ihn in 3 Fahrzeuglängen. Eine Sonderstellung nimmt der Kangoo Z.E. ein. Er wird von einem Elektromotor angetrieben und erhielt 2012 eine Auszeichnung als ""Van of the Year"". Im selben Jahr erschien auch der „Grand Kangoo“, eine auf den Personentransport ausgelegte Version mit 7 Sitzplätzen.

Renault Transporter - Trafic und Master

Mit dem Trafic erschien 1980 der erste Kleinbus von Renault. Nachdem die Modelle lange Zeit die Wahl zwischen Otto- und Dieselmotor boten, kamen in der 2014 vorgestellten 3. Modellgeneration ausschließlich Dieselantriebe mit Turboladern zum Einsatz. Der Hubraum beträgt 1,6 l und der Motor leistet zwischen 70 und 140 kW. Abhängig davon erreicht der Trafic Geschwindigkeiten zwischen 153 und 177 km/h. Zum Gangwechsel dient ein 6-Gang-Schaltgetriebe. Die ab 2014 produzierten Modelle sind für die Vernetzung mit Smartphones und Tablets ausgelegt. Die Bedienung erfolgt dann über ein 7 Zoll großes Touchdisplay. Ebenfalls neu sind eine Rückfahrkamera sowie ein Spurhalteassistent. Der Trafic wartet mit einer Vielzahl von Ausstattungsmerkmalen auf. So sind Holzverkleidungen für Seitenwände, Boden und Heckscheibe erhältlich. Maximal 18 Verzurrösen ermöglichen eine zuverlässige Sicherung der Fracht, während ein Trägersystem bis zu 2 m lange Gegenstände mit einem Maximalgewicht von 13 kg halten kann. Für die Sicherheit der Insassen sorgen mehrere Airbags und eine verstärkte Fahrgastzelle. Zeitgleich zum Trafic führte Renault 1980 den Master ein. Er basiert auf demselben Konzept, ist aber auf schwerere Lasten ausgelegt. So reicht die Gesamtgewichtsklasse hier von 2,8 bis 3,5 t. Auch der Master wurde mehrmals überarbeitet, wobei Renault bereits 1997 den Schritt zum Dieselmotor als einzigen Antrieb vollzog. Die 2010 vorgestellte 3. Generation löste nicht nur den bisherigen Master, sondern zugleich auch den Renault Mascott ab. Dabei wurde auch die 1997 abgeschaffte Auswahl zwischen Front- und Heckantrieb wieder eingeführt, wobei der Frontantrieb den Modellen bis 3,5 t vorbehalten ist. Der Heckantrieb wird hingegen in Fahrzeugen bis zu 4,5 t Gesamtgewicht verbaut. Ebenso kommt der 4,5-Tonner ab Werk mit Zwillingsreifen, während sie bei leichteren Modellen Bestandteil der Optionsliste sind. Der maximal 110 kW leistende Motor wird wahlweise über ein manuelles 6-Gang-Getriebe oder eine Automatikversion geschaltet.

Renaults Pick-up: der Alaskan

Mit dem Alaskan stellte Renault 2015 ein Konzeptfahrzeug vor, das 2017 in Serie ging. Er wird von einem 2,3-l-Common-Rail-Dieselmotor angetrieben, der wahlweise 118 oder 140 kW leistet. Die Serienausstattung umfasst einen Allradantrieb sowie ein 6-Gang-Schaltgetriebe (optional 7-Gang-Automatik). Der Alaskan besitzt ein Leergewicht zwischen 1813 und 2006 kg. Die leistungsstärkere Version erreicht 184 km/h. Im Alaskan arbeiten mehrere elektronische Fahrhilfen, darunter eine Bergabfahr- und Berganfahrhilfe. Hinzu kommen eine Differentialsperre und die Möglichkeit, zwischen Zweirad- und Allradantrieb zu wechseln. Insgesamt 4 Kameras ermöglichen eine 360° Rundumsicht. Dank des schlüssellosen Zugangssystems entfällt die Notwendigkeit, einen Zündschlüssel zu verwenden.

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