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Karabag

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Elektromobilität in Deutschland

Die Karabag GmbH war ein führender Anbieter von Nutzfahrzeugen und Hersteller von Elektrofahrzeugen in Deutschland. Seit Februar 2015 ist Karabag zu hundert Prozent in der Wemag AG aufgegangen, wobei die 30 Prozent anteilige Sparte der Karabag Elektrofahrzeuge an die Wemag-Tochter ReeVolt GmbH vermacht wurde. Bis dahin war der Unternehmer Sirri Karabag der größte deutsche Importeur für Fiat-Nutzfahrzeuge. Seit 2009 baute er den Fiat 500 sowie diverse Kleintransporter zu elektrisch betriebenen Fahrzeugen um und seit Mitte 2011 sind auch Karabag-Fahrzeuge auf Ford Ka-Basis im Programm.

Elektroautos sind bis heute für viele Hersteller noch ein Verlustgeschäft, allerdings hängt dies stark von den Umweltgesetzen des Staates ab, in dem man sich befindet. So ist Fiat beispielsweise gezwungen, in den USA seinen elektrischen Fiat 500e anzubieten, sonst dürften sie dort auch keine konventionellen Fahrzeuge verkaufen. Doch nicht nur die Umweltgesetze sind ein entscheidender Faktor für ein rentables Geschäft mit Elektrofahrzeugen, sondern etwa auch, ob Käufer eine staatliche Prämie erhalten – wie etwa in Kalifornien, wo der Staat bis zu 14.000 Dollar von den insgesamt 31.800 Dollar erstattet. In Deutschland sieht die Rechnung anders aus: Zum Einen gibt es keine Kaufprämie, zum Anderen beklagt Fiat das fehlende Geschäftsmodell bzw. das Verlustgeschäft mit Elektroautos hierzulande. Obwohl alle deutschen Hersteller inzwischen eigene E-Modelle anbieten, spielt die Elektromobilität in Deutschland noch eine Nebenrolle. Auf einen Fiat 500e im deutschen Markt, so wie er in den USA angeboten wird, brauchen Fans in nächster Zeit also eher nicht zu hoffen.

Der Quereinstieg der Karabag-Elektrofahrzeuge

Und es gibt ihn doch, den elektrischen Fiat 500! Es wird sogar umgekehrt ein Schuh draus, denn erst drei Jahre nachdem der türkische Migrant Sirri Steven Karabag begann, das Modell zum Karabag 500E umzubauen, präsentierte der italienische Hersteller den Fiat 500e auf der LA Auto Show 2012 – es hatte also eher der Große vom Kleinen abgeschaut, zumindest technisch. Bei den ersten elektrischen Fahrzeugen von Karabag handelte es sich zunächst noch um in Zusammenarbeit mit dem TÜV Süd homologierte Fahrzeuge der Firma Micro-Vett aus dem italienischen Modena. Seit 2011 baut Karabag Elektrofahrzeuge auch in eigenen Produktionsstätten. Im Jahr 2014 hatte Karabag bereits fast 600 Elektrofahrzeuge verkauft, davon etwa die Hälfte auf Basis des Fiat 500 – außerdem gab es noch einen Karabag KA-E, der auf dem Ford Ka basierte. Sogar den alten VW-Käfer setzt das Unternehmen unter Strom und man hat noch einiges vor, denn bis 2020 will Karabag 20.000 Elektrofahrzeuge verkauft haben. Mittlerweile ist sogar die Lieferung eines Antriebsstranges zur Eigenumrüstung beispielsweise von Oldtimern auf Elektroantrieb möglich. Fiat selbst entgegnet der Elektrosparte von Karabag im Übrigen mit Nichtbeachtung – eine Zusammenarbeit gibt es nur beim Nutzfahrzeug-Import.

Nutzfahrzeuge von Karabag

Ursprünglich spezialisierte sich das 1992 gegründete Unternehmen auf Nutzfahrzeuge und Wohnmobile auf Fiat-Basis. Dieser Sektor machte bis zur Übernahme durch Wemag 70 Prozent der Karabag-Gruppe aus und ist mit einem Jahresumsatz von 20 Millionen Euro der umsatzstärkste Fiat-Nutzfahrzeug-Händler in Deutschland. Karabag verfügt über drei Filialen in den Hamburger Stadtteilen Eimsbüttel, Wandsbek und Hamm. Zur Produktpalette der Karabag Nutzfahrzeuge gehören der Kleintransporter Fiorino, der etwas größere Kleintransporter Doblò, der Scudo als Vertreter der sogenannten Vito-Klasse und schließlich der Ducato in allen Größen und Gewichtsklassen als Vertreter der Sprinter-Klasse. Neben dem Verkauf von Fiat Nutzfahrzeugen führt der Meisterbetrieb auch Wartungen und Reparaturen von Transportern und Wohnmobilen durch.

Der Karabag 500E

Der elektrische Fiat 500 aus dem Hause Karabag sieht auf den ersten Blick wie ein gewöhnliches Serienfahrzeug aus. Doch ist das Innenleben ein komplett anderes als beim Originalfahrzeug: Statt eines Verbrennungsmotors samt Getriebe steckt ein TÜV-zertifizierter Elektroantrieb unter der Haube. Die Reichweite mit einer Akkuladung beträgt etwa 100 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 110 km/h. Unter anderem zusammen mit der Eberspächer GmbH hatte Karabag ein berührungsloses Ladesystem mittels einer Induktionsschleife und eine CO2-neutrale konventionelle Fahrzeugheizung durch die Verbrennung von Bioethanol entwickelt. Der Karabag 500E wird seit 2009 in Deutschland angeboten. Mit dem 2012 erschienenen Nachfolger Karabag new 500E hatte es die Karabag GmbH erstmals geschafft, zusammen mit deutschen Technologiepartnern, wie zum Beispiel dem Elektrostapler-Hersteller Linde Material Handling GmbH (kurz LMH), ein Elektroauto zu entwickeln, das im Vergleich zu einem benzingetriebenen Kleinwagen kostengünstiger ist. Im Leasing über vier Jahre kostet der Karabag new 500E monatlich 299 Euro inklusive einer vierjährigen Garantie.

Karabag seit 2013

Ab 2013 folgten über die Jahre hinweg einige Umstrukturierungsmaßnahmen bei Karabag, zu denen zuerst die Etablierung eines neuen Business-Modells zählte: Mit zunehmendem Umsatz gab es immer mehr Karabag-Elektroautos auf deutschen Straßen, die auch einen normalen Fahrzeugservice brauchten. Um hier die Anbindung zu optimieren setzte sich Karabag mit dem Gabelstaplerhersteller Still zusammen und gemeinsam etablierte man ein flächendeckendes Netzwerk aus mehr als 800 Servicestationen in Deutschland. Auch den Vertrieb stellte Karabag mit einem Netzwerk aus 470 Handelspartnern breiter auf.

Im Mai 2014 kaufte der kommunale Ökostrom- und Gasversorger Wemag AG aus Schwerin 70 Prozent der Karabag GmbH auf, da kam auch schon der erste Großauftrag des Linde-Konzerns für 200 auf Elektroantrieb umgerüstete Fiat-Transporter. In der Zusammenarbeit mit Wemag waren neue Angebote möglich, mit denen die Kompetenzen im Bereich Solarstrom-Speicher und Elektromobilität gebündelt werden konnten: Ein spezielles Leasingpaket für den Fiat 500 beinhaltet neben Fahrzeug selbst beispielsweise eine Photovoltaik-Anlage und Ökostrom von Wemag für einen Vier-Personen-Haushalt sowie 1000 Fahrkilometer pro Monat für 450 Euro. Möglich werden solche Angebote durch die Anpassung der Herstellungskosten bei gleichzeitiger Qualitätsverbesserung sowie durch eine Förderung des Bundesverkehrsministeriums aus dem Konjunkturpaket 2.

Im Februar 2015 kaufte die ReeVolt GmbH die verbleibenden 30 Prozent von Karabag auf, namentlich der Karabag Elektroauto GmbH. Da ReeVolt selbst eine Tochter der Wemag AG ist, gehört Karabag somit vollständig dem Ökostromversorger.