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Hubraum trifft Hubraum: Zwei Bentleys unter sich

Ein Generationentreffen, welches es so auf deutschen Straßen wohl eher selten zu sehen gibt: Der Bentley Mulsanne trifft auf den Bentley Turbo R. Drei Dekaden liegen zwischen beiden Fahrzeugen - an ihrer Faszination hat sich über die Jahrzehnte nichts geändert.

Von wegen Turbo ist so ein neumodisches Ding, und von wegen, Hubraum allein macht das Rennen. Bentley war zwar bei weitem nicht die erste Personenwagen-Marke, bei der Motoren mit dem ausströmenden Abgas beflügelt wurden, aber die Briten pimpen ihren traditionellen 6,75-Liter-Achtzylinder bereits seit 34 Jahren. Doch dazu später mehr. Zunächst zum aktuellen Mulsanne. Hierbei handelt es sich um den aktuell größten Bentley, mancher Fan mag auch sagen: um den wahren Bentley. Als Volkswagen seinerzeit in der Auseinandersetzung mit BMW und dem Vickers-Konzern zwar die Hoheit über die Edelbriten erlangte, es ihnen aber an standesgemäßem Triebwerkbau fehlte, entschieden die Wolfsburger, den traditionellen Sechsdreiviertel-Achtzylinder aus den Sechzigern in die Moderne zu überführen. So wurden schon die späten Ausführungen des Vorgängermodells Arnage mit dem Großkolben-Brocken befeuert; der Mulsanne – auch schon seit immerhin 2010 im Verkauf – natürlich ebenfalls.

Die magische Zahl 6.75

Und so steckt im „wahren“ Bentley auch ein Traditionsherz. Hubraum wird hier noch hochgehalten, aber an so manchen Stellen – seien es Taster oder das Layout der Bildschirmmenüs – trägt der als Langversion 5,83 Meter messende Superliner natürlich schon die Handschrift des Großserienherstellers aus Niedersachsen. Meckern wir nicht und sind froh, dass es sowas überhaupt noch gibt. Viel Holz und feinstes, dick gepolstertes Leder mit einer feinen Duftnote empfangen die Vertreter der besseren Gesellschaft. Wer im Fond weilend unerkannt bleiben möchte, schließe die Gardinen für die hinteren Seitenfenster einfach per Knopfdruck.

Bentley-back

4.500 Touren müssen reichen

Auf dem Arbeitsplatz halten mechanische Anzeigenadeln, die von oben nach unten laufen, ebenfalls die Tradition wach. Und der rote Drehzahl-Bereich ab 4.500 Touren erinnert vor der Losfahrt noch einmal an den Monster-Hubraum. So etwas kennt man bei allen anderen modernen Autos nur aus der Diesel-Welt. Der Tacho sieht beim verflossenen Turbo R im Vergleich dazu konventionell aus – der rote Bereich des Tourenzählers allerdings beginnt hier genauso früh. Zwischen den Skalen prangt aber hier natürlich kein hochauflösendes Farbdisplay. Recht modern ist hingegen die neueste Ausbaustufe des Mulsanne, bei der Bentley im Bezug auf das Infotainment-System noch einmal kräftig nachgelegt hat: So ist der Screen neuerdings berührungsempfindlich und reagiert gleichermaßen ziemlich schnell. Selbst Apples CarPlay kann man nutzen.

Platz ohne Ende

Anders ist da der Turbo R. Hier beschränkt sich der Spieltrieb darauf, die Vielzahl der Drucktaster und Schalterchen auszuprobieren. Von der Klimatisierung über die E-Sitzverstellung bis hin zum Tempomat ist man damit einige Zeit beschäftigt. Doch jetzt wird losgefahren, schließlich ist das komfortable Fahren die ureigene Disziplin der großen Limousinen. Und es gilt herauszufinden, ob die beiden Mega-Luxusliner ihrem Ruf entsprechen können. Auch wenn gerade die Langversionen, in deren zweiter Reihe selbst Dirk Nowitzki seine Beine noch bequem austrecken könnte, vornehmlich für den Chauffeursbetrieb gedacht sind, machen sie Neugierig auf die „Selbsterfahrung“. Also Gentlemen, start your engines!

Bentley-mulsanne-interior

Standesgemäßes Vorankommen

Der betagte Turbo R mit seinen 389 Pferdchen klingt ziemlich gedämpft nach teurem Motor und schiebt trotz altmodischer Viergang-Wandlerautomatik kraftvoll an. In etwas über sechs Sekunden soll der Zweieinhalbtonner auf Landstraßentempo stürmen, was auch heute noch durchaus glaubwürdig erscheint. Viel Drehzahl braucht der altehrwürdige Engländer naturgemäß nicht. Der Beschleunigungsdrang hält übrigens bis 241 km/h an – auch nicht gerade langsam. Dies sei der Leihgabe hier und heute aber nicht angetan.

Mit 296 km/h dem Glück entgegen

Tempo ist übrigens ein gutes Stichwort auch beim neuzeitlichen Bentley. Der Mulsanne ist quasi die schnellste Luxusyacht auf Rädern, die der Markt zu bieten hat. So ist der blaublütige Deutsch-Brite mit satten 296 km/h in den Papieren eingetragen. Alle Achtung! Den Sprint von 0 auf 100 km/h beziffert der Hersteller übrigens mit standesgemäßen 5,5 Sekunden. Bei Kickdown hebt die Limousine ihre Nase gen Himmel und treibt die Passagiere urgewaltig in die edlen Polster. Wer auf einer leeren Autobahn unterwegs ist, erreicht, falls erwünscht, derart vehement Tempi jenseits der 250km/h-Marke, dass man einen Sportwagen kaum vermisst. Vor allem läuft der Brite stoisch geradeaus – hektische Lenkkorrekturen? Nicht notwendig. Schön herausgearbeitet haben die Techniker auch das Klangbild des Achtzylinders. Dass es sich um einen solchen handelt, ist kaum überhörbar: Innen murmelt der Mulsanne zurückhaltend, während es aus den Auspuffendrohren dezent, aber deutlich bollert.

Bentley-turbor-interior

Teuer wie ein Reihenhaus

Vergleicht man die beiden Limousinen, zwischen denen ziemlich genau dreißig Jahre liegen, zeigt sich, dass die Bentley-Besatzung einen guten Job gemacht hat und es ihr auch beim Mulsanne gelungen ist, Tradition und Moderne beinahe perfekt zu verbinden. Dass man mindestens 351.000 Euro für einen solchen Neuwagen auf den Tisch legen muss, macht den Kundenkreis entsprechend exklusiv. Dafür gibt es dann ultraleise Fahrgeräusche, unglaublich komfortable Sitze und liebevolle Details wie das Gläserset samt Kühlfach zwischen den Fondsitzen (Okay, letzteres dürfte wiederum Aufpreis erfordern). Ein klassischer Turbo R ist dagegen ein wahres Sonderangebot. Für lediglich zehn Prozent des Mulsanne-Preises gibt es ähnlichen Luxus und mindestens genauso viel Prestige. Einen geübten Werkstattmeister sollte man aber besser im engen privaten Umfeld zu finden wissen – können Reparaturen deftig ins Geld gehen. (Autoren: pb/sp-x, tv)

Technische Daten Bentley Turbo R LWB (1995):

Motor: 6,75-l-Achtzylinder-Benzinmotor mit Turboaufladung • Leistung: 286 kW/389 PS • Drehmoment: 750 Nm • Antrieb: Heckantrieb, 4-Gang-Automatik • Verbrauch: - / - • Beschleunigung (0 – 100 Km/h): 6,1 s • Höchstgeschwindigkeit: 241 km/h • Abmessungen (L/B/H): 5,40 m/1,95 m/1,49 m • Ehemaliger Neupreis: ab 355.005 D-Mark (1995) • Marktpreise nach Noten Classic Data: • (1) 24.700 Euro, (2) 14.100 Euro, (3) 6.200 Euro

Technische Daten Bentley Muslanne EWB (2019):

Motor: 6,75-l-Achtzylinder-Benzinmotor mit doppelter Turboaufladung • Leistung: 377 kW/513 PS • Drehmoment: 1.020 Nm • Antrieb: Heckantrieb, 8-Gang-Automatik • Verbrauch: 16,2 l/100km • Beschleunigung (0 – 100 Km/h): 5,5 s • Höchstgeschwindigkeit: 296 km/h • Abmessungen (L/B/H): 5,83 m/1,93 m/1,54 m • Grundpreis: ab 351.526 Euro

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