Hyundai Elantra (2027): Das Comeback der Power-Limousine?

Während klassische Stufenheck-Modelle in Europa traditionell einen schweren Stand gegen SUV, Kombi und Co haben, arbeitet Hyundai am Comeback der großen Limousinen. Auf der Busan Mobility Show haben die Koreaner die Hüllen der achten Generation des Avante fallen lassen, der als Elantra wieder zu uns kommen soll. Optisch wie technisch bricht der Neue radikal mit der Vergangenheit: Martialischer Macho-Look mit extrem kantigen Linien und mächtig ausgestellten Radhäusern machen Lust auf mehr. Und das findet sich unter der Haube. Denn schon beim 24h-Rennen liefen die 2.5-Liter-Hybrid-Triebwerke, die für einen Elantra N reserviert sein dürften und locker 350 PS drücken sollten.
Design: „Art of Steel“ macht den Avante zum Hingucker
Wer dachte, Hyundai würde nach den mutigen Ioniq-Designs beim Styling der klassischen Modelle den Fuß vom Gas nehmen, wird beim Anblick des neuen Avante eines Besseren belehrt. Die Designer spendieren auch der Limousine die neue, progressive Formsprache „Art of Steel“. Das bedeutet: Extrem scharf gezeichnete, geometrische Kanten, skulptural herausgearbeitete Kotflügel und muskulöse Stoßfänger, die dem Wagen einen Bodybuilder-Look verleihen, der irgendwo zwischen Audi RS4-Limousine und BMW M3 liegt.
Die markante Front trägt eine flache Grill-Grafik und schmale Spiegel, während am Heck ein integrierter Entenbürzel-Spoiler und eine markante H-Lichtsignatur für Aufsehen sorgen. Zusammen mit neuen, matten Farbtönen steht der Avante wirklich bullig auf seinen neuen 18-Zoll-Rädern. Gleichzeitig schielt der Avante in Sachen Größe klar in Richtung gehobene Mittelklasse. Mit Fast 4,80 Metern Länger ist er so groß wie ein VW Passat und bietet mit 2,75m auch einen sehr ordentlichen Radstand.
Cockpit: Wohnzimmer-Feeling trifft auf generative KI
Dank des satten Längenzuwachses bietet das Interieur deutlich mehr Beinfreiheit und ein luftigeres Raumgefühl. Die Einrichtung orientiert sich an modernem, wohnlichem Möbeldesign mit hochwertigen Materialien und runderen Formen. Die wahre Revolution ist jedoch die Technik: Über der Armaturentafel thront ein gewaltiger Touchscreen, der je nach Version 12,9 oder stolze 14,6 Zoll misst.
Dahinter läuft das neue, auf Android Automotive basierende System „Pleos Connect“. Absolutes Highlight ist die integrierte, generative künstliche Intelligenz namens „Gleo AI“. Ähnlich wie ChatGPT versteht das System natürliche, fließende Konversationen, sucht komplexe Reise-Infos heraus oder schlägt proaktiv Routen vor. Abgerundet wird die Technik-Offensive durch ultraschnelle 100-Watt-USB-C-Ladeports, duales kabelloses Laden und ein feines Soundsystem von Bang & Olufsen.
Antriebe: Powerplay mit Nordschleifen-Genen
Unter der Haube bleibt sich Hyundai treu und verzichtet auf zu radikales Downsizing in Form von Dreizylinder-Motoren. Stattdessen setzt man zum Marktstart auf bewährte, aber optimierte Triebwerke im Heimatmarkt Korea: Die Basis bildet der 2,0-Liter-Saugbenziner. Er leistet nun 149 PS und bringt damit ein sattes Plus von 26 PS gegenüber dem alten 1.6-Liter-Basistriebwerk. Gekoppelt ist er an ein stufenloses IVT-Getriebe für entspanntes Cruisen im Alltag. In Europa dürfte der 1.6 Hybrid den Einstieg bilden. Er kombiniert einen 1,6-Liter-Benziner mit einer erstarkten E-Maschine und optimierter Batteriekapazität zu einer Systemleistung von 157 PS.
Wirklich spannend dürfte es aber erst in der N Abteilung werden. Beim diesjährigen 24h Rennen am Nürburgring ist die Sport-Division aus Korea gleich mit zwei Elantra-Testträgern angetreten, die einen 2,5-Liter-Motor unter der Haube hatten. Dieses Triebwerk soll, ebenfalls mit Hybrid-Unterstützung, das neue N-Flaggschiff antreiben. Besonders in den USA ist der Elantra N Kult, in Europa würde er gegen sicher auch viele Fans finden. Denn wo Audi RS4, BMW M3 und Mercedes-AMG C63 schon längst in irre Preisregionen entrückt sind, würde ein spaßiger Fahrdynamiker mit ordentlicher Breitbau-Karosse sicher einige Fans finden. In Sachen Leistung dürfte man von einem 2,5-Liter-Hybrid auch einiges erwarten können. 350 PS sollten locker machbar sein, selbst 400 Pferde scheinen realistisch angesichts der Konkurrenz. Man darf also gespannt bleiben.
Marktstart und Preise für Europa
In Südkorea rollt der neue Avante im dritten Quartal 2026 zu den Händlern, dann werden auch die finalen Preise bekanntgegeben. Wann die schicke Limousine als Elantra den Weg zurück nach Europa findet, steht aktuell noch in den Sternen, doch die Erlkönig-Sichtungen hierzulande häufen sich. Es dürfte also nicht mehr lange dauern, bis die große Limousine in Deutschland ihr Comeback feiert. (Text: an | Bilder: Hyundai)
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