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Fahrverbot – Wann es verhängt wird und alle Infos zum Verfahren

Bei schweren Verstößen im Straßenverkehr kennt der Gesetzgeber kein Pardon. Denn zu Bußgeld und Punkten droht ein Fahrverbot von ein bis sechs Monaten. Ausnahmen zum Umwandeln in Geldstrafe gibt es in Härtefällen. Ersttäter dürfen aber immerhin selbst bestimmen, wann sie das Fahrverbot antreten.

Was bedeutet Fahrverbot und wann wird es verhängt?

Ein Fahrverbot ist ein Führerscheinentzug auf Zeit, bei dem die Fahrerlaubnis amtlich verwahrt wird. Meistens wird das Fahrverbot im Bußgeldbescheid für schwere Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) ausgesprochen, die mindestens zwei Punkte bringen. Das betrifft etwa Raser, die mehr als 30 km/h zu schnell sind oder Rotlichtsünder, die über eine Ampel fahren, wenn diese schon länger als eine Sekunde rot zeigt. Auch Alkohol am Steuer mit einem Promillewert über 0,5 Promille und Fahren unter Drogeneinfluss werden entsprechend bestraft. Handy am Steuer, Behinderungen in einer Rettungsgasse oder zu dichtes Auffahren insbesondere bei hohem Tempo können ebenfalls ein Fahrverbot nach sich ziehen.

Wie lange wird ein Fahrverbot verhängt und ab wann gilt es?

Wie lange der Führerschein weg ist, hängt vom Sachverhalt ab. Ein Monat Fahrverbot ist für die oben genannten Verstöße die Regel. Dabei legt die Behörde den Zeitrahmen immer anhand von Kalendermonaten fest. Ist das Punktekonto bereits belastet oder wiederholt sich ein schweres Vergehen innerhalb eines Jahres, kann aus 1 Monat Fahrverbot ein Bußgeldbescheid werden, der 2 Monate Fahrverbot ankündigt.

Ein längeres Fahrverbot von 3 bis 6 Monaten gibt es je nach Schadenumfang etwa bei Unfallflucht. Wer bereits acht Punkte hat oder mit über 1,1 Promille im Blut erwischt wird, bekommt ebenfalls 6 Monate Fahrverbot. Mit einer zusätzlich angeordneten Sperrfrist kann das Fahrverbot sogar auf ein Jahr verlängert werden. Diese Sperrfrist können die Behörden ebenfalls bei Verstößen mit Gefährdung des Straßenverkehrs oder bei Wiederholungstätern verhängen. Das Fahrverbot tritt in Kraft, sobald Bußgeldbescheid oder Gerichtsurteil rechtskräftig sind.

 Ein Fahrverbot ist ein Führerscheinentzug auf Zeit, bei dem die Fahrerlaubnis amtlich verwahrt wird. Der Entzug kann von einem bis zu sechs Monate reichen. Ein Fahrverbot ist ein Führerscheinentzug auf Zeit, bei dem die Fahrerlaubnis amtlich verwahrt wird. Der Entzug kann von einem bis zu sechs Monate reichen.

Kann ich Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid mit Fahrverbot einlegen?

Widerspruch gegen einen Bußgeldbescheid ist innerhalb von zwei Wochen möglich und muss in Schriftform bei der zuständigen Behörde eingelegt werden. Das kann etwa dann infrage kommen, wenn der Sachverhalt unklar ist, weil jemand anders am Steuer saß als der Fahrzeughalter. Auch wenn das Fahrverbot eine unzumutbare Härte darstellen würde, kann ein Einspruch erfolgen. Am Ende muss dann ein Gericht über den strittigen Fall urteilen. Solange ein Verfahren wegen Fahrerflucht nach einem Einspruch läuft, bleibt das Fahrverbot außer Kraft. Gleiches gilt, wenn gegen ein ergangenes Gerichtsurteil Revision eingelegt wird.

Kann ich ein Fahrverbot umgehen und wie kann ich es zeitlich aufteilen?

Ein Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid hat aufschiebende Wirkung, sodass sich das Fahrverbot praktisch gesehen bis zum rechtskräftigen Entscheid umgehen lässt. Fahrverbot splitten oder zeitlich aufteilen ist hingegen in den Rechtsvorschriften nicht vorgesehen. Wer das Fahrverbot ganz oder in Teilen in den Februar legen kann, holt zumindest ein paar Tage heraus. Denn der Februar bietet als kürzester Monat im Jahr einen kleinen Zeitvorteil.

Kann ich ein Fahrverbot in eine Geldstrafe umwandeln und wie teuer ist das?

Im behördlichen Bescheid ist die Höhe des Bußgelds und die Anzahl der Punkte für ein Vergehen festgelegt. Das Fahrverbot kommt da gewissermaßen als Nebenfolge hinzu und soll keine zusätzliche finanzielle Sanktion darstellen. In der Regel ist das Umwandeln des Fahrverbots in eine Geldstrafe daher nicht möglich. Wer den Führerschein berufsmäßig braucht und zuvor nicht als Punktesünder aufgefallen ist, kann aber unter Umständen eine Ausnahme erwirken. Dazu muss allerdings ein Härtefall glaubhaft gemacht werden können und es dürfen bei dem Vergehen weder Alkohol noch Drogen im Spiel gewesen sein. Wird das Fahrverbot in eine Geldstrafe umgewandelt, wird deren Höhe von den persönlichen finanziellen Verhältnissen und der Schwere des Vergehens abhängen.

 Nur in Ausnahmefällen kann ein Fahrverbot in eine Geldstrafe umgewandelt werden. Nur in Ausnahmefällen kann ein Fahrverbot in eine Geldstrafe umgewandelt werden.

Ab wann muss ich meinen Führerschein abgeben?

Generell beginnt ein Fahrverbot mit dem rechtsgültigen Inkrafttreten von Bußgeldbescheid oder Gerichtsurteil. Wer innerhalb eines Jahres mehrfach aufgefallen ist oder das zweite Fahrverbot in Zweijahresfrist kassiert, muss als Wiederholungstäter seinen Führerschein zu dem Datum abgeben, das behördlich festgesetzt wurde. Mehr Zeit bleibt, wenn das Punkteregister leer ist und im zurückliegenden Jahr kein anderes Bußgeld verhängt wurde. In diesem Fall können Ersttäter sich innerhalb von vier Monaten selbst entscheiden, wann sie ihren Führerschein abgeben. So lässt sich das Fahrverbot etwa in den Urlaub legen. Das ist vor allem bei einem Monat Fahrverbot eine gute Möglichkeit, um ohne Einschränkungen weiter durch den Alltag zu kommen. Allerdings muss der angestrebte Zeitraum des Fahrverbots immer erst mit der Bußgeldbehörde abgestimmt werden.

Wo muss ich meinen Führerschein abgeben und geht das per Post?

Zuständig für das Verfahren ist in der Regel die Behörde, die den Bußgeldbescheid ausgestellt hat. Anschrift und Ansprechpartner sind im Anschreiben ausgewiesen. Die Behörde koordiniert das gesamte Prozedere und nimmt den Führerschein in amtliche Verwahrung. Dazu muss die Fahrerlaubnis ebenso wie ein ggf. ausgestellter internationaler Führerschein persönlich oder per Post bei der Behörde eingereicht werden. Wer den Postweg nutzt, sollte die Dokumente in jedem Fall per Einschreiben schicken. In einigen Kommunen nehmen auch Polizeidienststellen den Führerschein in Empfang und leiten ihn anschließend an die entsprechende Stelle weiter. Ist das Fahrverbot Gegenstand eines Gerichtsprozesses, nimmt hingegen die zuständige Staatsanwaltschaft den Führerschein in Empfang.

Wann muss ich das Fahrverbot antreten und bis wann den Führerschein abgeben?

Ab wann und bis wann das Fahrverbot gilt, ist im Bußgeldbescheid durch den Zeitraum festgelegt, den die Behörde bestimmt oder der durch den Führerscheininhaber vorgeschlagen wurde. Das Fahrverbot beginnt mit dem ersten im Bescheid angegebenen Tag und endet mit dem Datum des zuletzt angegebenen Tages jeweils um Mitternacht. Das Fahrverbot muss nach Mitternacht sofort angetreten werden und der Führerschein sollte möglichst umgehend zur Verwahrung in der Behörde ankommen. Ihn länger zu behalten, macht ohnehin keinen Sinn. Denn die Fahrerlaubnis hat bis zum Ende des Fahrverbots keine Gültigkeit und berechtigt nicht mehr zum Führen eines Kraftfahrzeugs im öffentlichen Straßenverkehr.

Wann und wie bekomme ich meinen Führerschein wieder?

Die zuständige Behörde sendet den Führerschein unaufgefordert zum Ende des Fahrverbots per Post wieder zurück. Das aber heißt nicht, dass das Dokument pünktlich zum Stichtag im Briefkasten liegt. Denn Feiertage oder Wochenenden können die Zustellung verzögern. Wer es nicht abwarten kann und dann dennoch schon wieder losfährt, muss mit 10 Euro Bußgeld wegen Fahren ohne Führerschein rechnen.

 Zum Ende des Fahrverbots kann der Führerschein in der verwahrenden Behörde abgeholt werden oder kommt mit der Post. Zum Ende des Fahrverbots kann der Führerschein in der verwahrenden Behörde abgeholt werden oder kommt mit der Post.

Bei welchen Verstößen droht ein Fahrverbot und was passiert, wenn ich während des Fahrverbots fahre

Fahren ohne Führerschein stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, aber sehr viel schwerer wiegt das Fahren im Fahrverbot. Denn das gilt als Fahren ohne Fahrerlaubnis und ist somit eine Straftat, sobald ein Kraftfahrzeug im öffentlichen Raum bewegt wird. Das betrifft neben dem Auto übrigens auch motorisierte Zweiräder wie Motorroller, Mofa, E-Bike oder Pedelec. Wer damit im Fahrverbot unterwegs ist und erwischt wird, zahlt eine deftige Geldstrafe und muss mit einem Führerscheinentzug von mindestens sechs Monaten rechnen.

Um die entzogene Fahrerlaubnis nach Ablauf des Fahrverbots wiederzubekommen, ist dann unter Umständen sogar eine MPU zu absolvieren. Vor diesem Hintergrund ist es also angeraten, sich an das verordnete Fahrverbot oder besser noch gleich an die Verkehrsvorschriften zu halten. Denn der Bußgeldkatalog sieht seit dem 9. November 2021 noch mal höhere Strafen bei Verkehrsvergehen mit Fahrverbot vor.

Verstöße und Strafen mit Fahrverbot

Tatbestand Bußgeld Punkte Fahrverbot
Geschwindigkeitsüberschreitung von 31 bis 50 km/h innerorts 260 – 400 € 2 1 Monat
51 bis 60 km/h 560 € 2 2 Monate
ab 61 km/h 700 – 800 € 2 3 Monate
Rote Ampel überfahren mit Gefährdung/Schaden 200 – 240 € 2 1 Monat
Fahren unter Drogen- oder Alkoholeinfluss 500 – 1500 € 2-3 1 – 3 Monate
Zu wenig Abstand ab 3/10 des halbes Tachowertes 160 – 400 € 2 2 – 3 Monate
Handy am Steuer mit Gefährdung/Schaden 150 – 200 € 2 1 Monat
Behinderung in Rettungsgasse 200 – 320 € 2 1 Monat

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