Pflichtausstattung

Der Statistik zufolge investieren die Bundesbürger immer mehr Geld in ihr Auto – dennoch ist die so genannte Pflichtausstattung oft nicht komplett: Einige Dinge müssen Sie unbedingt an Bord haben – aus rechtlicher Sicht, aber natürlich auch, weil sie im Notfall hilfreich sind.

Sicherheit geht vor!

Zunächst einmal ist es entscheidend, dass der Fahrer und das Auto über alle denkbaren Möglichkeiten verfügen, um Unfälle zu vermeiden. Ein regelmäßiges Training der schwierigen Straßenlage kann dabei bereits helfen. Und doch kommt es immer wieder zu Fehlern im Verkehr, zu kurzen Irritationen, falschen Einschätzungen der Lage und Ähnlichem, aus dem sodann Sach- und Personenschäden resultieren. In diesen Fällen muss geholfen werden. Nicht alleine den Insassen des eigenen Wagens gilt das Augenmerk. Auch übrige Beteiligte können verletzt sein. In diesem Zusammenhang ist abzuwägen, inwieweit eine Insassenunfallversicherung sinvoll ist. Zudem ist je nach Schwere des Unfalls mit einer Beeinträchtigung des Verkehrsflusses zu rechnen. Diesbezüglich müssen daher weitere Vorkehrungen getroffen werden, um einen reibungslosen – zumindest aber doch unfallfreien – Verlauf zu gewährleisten.

Das Warndreieck

Seit dem Jahre 1970 gilt, dass alle Personenkraftfahrzeuge, die ein Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen nicht überschreiten, ein Warndreieck mitführen müssen. Ein solches Sicherheitssignal wird immer häufiger nicht alleine im Fachhandel verkauft, sondern ist auch in Supermärkten erhältlich. Zu achten ist dabei auf das Vorliegen solcher Prüfzeichen und der dazugehörigen Nummern, die den Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft entsprechen. Das Warndreieck verfügt über eine Vierpunkt-Aufstellvorrichtung, ist zusammenklappbar und besitzt drei rückstrahlende Balken, deren Reflektoren das eintreffende Licht – etwa durch herannahende Autos – zurückwerfen. Zur Absicherung der Verkehrslage nach Pannen oder Unfällen wird das Dreieck in angemessener Entfernung hinter der neuralgischen Stelle postiert. Je nach Geschwindigkeit des Verkehrs werden dabei 80 bis 200 Meter Abstand empfohlen.

Der Verbandskasten

Nicht selten kann neben dem Warndreieck gleichfalls der Verbandskasten im Set erworben werden. Auch er ist im Wagen mitzuführen. Selbst dann kann es aber zur Verhängung eines Ordnungsgeldes kommen, wenn der Kasten selbst oder sein Inhalt entweder den gesetzlichen Anforderungen nicht entspricht, unvollständig ist oder die Haltbarkeitsdaten überschritten wurden. Gerade hinsichtlich der enthaltenen Produkte sollten Autofahrer regelmäßig etwaige Gesetzesänderungen verfolgen, da es hier häufiger zu Variationen bei der Menge und Qualität der Ausstattung kommt. Grundlegend ist aber der Umstand, dass der Verbandskasten allen Maßnahmen der Ersten Hilfe entsprechen muss. Mitzuführen sind daher Pflaster, Verbände, Kompressen, Rettungsdecken und Binden. Unterstützende Hilfsmittel wie Scheren, Handschuhe, Tücher, Folien und Leuchten sollten ebenfalls vorliegen.

Die Warnweste

Eine aktuelle Änderung der gesetzlichen Norm betrifft die Warnweste. Bisher war es gestattet, diese freiwillig mitzuführen. Seit dem 1. Juli 2014 gilt für alle Fahrzeuge des Straßenverkehrs die Warnwestenpflicht. Diese Obliegenheit gilt neben den Personenkraftwagen auch für Busse, Lastkraftwagen oder Zugmaschinen. Die Westen sind in den Farben Rot, Gelb und Orange erhältlich und besitzen mindestens zwei umlaufende Reflektorenstreifen von jeweils wenigstens fünf Zentimetern Breite. Zudem ist die Weste nicht im Kofferraum zu verstauen. Der Fahrer muss jederzeit den Rückgriff auf sie gewährleisten können, um sogar bei unübersichtlichen Verkehrslagen gut erkennbar aus dem Wagen zu steigen. Selbst über eine Distanz von 150 Metern können die Sensoren das auftreffende Licht reflektieren. Ebenso sind die Warnwesten für alle mitfahrenden Personen vorzusehen.

Führerschein und Zulassungsbescheinigung

Im Rahmen von Verkehrskontrollen wird regelmäßig das Mitführen der persönlichen Dokumente des Fahrzeugführers überprüft. Dieser muss mit einem gültigen Führerschein ausgestattet sein. Ebenso ist es erforderlich, dass alle darauf vermerkten Daten sowie das Lichtbild ordnungsgemäß erkennbar sind. Beschädigungen, sachfremde Beschriftungen oder klebende Materialen sollten sich folglich nicht darauf befinden. Gleiches gilt für die Zulassungsbescheinigung des Kraftwagens. Aus der Straßenzulassung ergibt sich die Art und Größe des Fahrzeugs, die Herstellernummer, das gegenwärtig gültige Kennzeichen für die Benutzung im Straßenverkehr sowie die Bestätigung, alle gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich der Technik des Autos zu erfüllen. Beide Dokumente – der Führerschein und die Zulassungsbescheinigung – müssen jederzeit greifbar sein und sollten daher nicht im Kofferraum verstaut werden.

Das Ersatzrad

Natürlich lassen sich bestimmte Missgeschicke nicht immer vermeiden. Zu denken wäre etwa an den beschädigten Reifen, der eine Weiterfahrt unmöglich machen würde – sofern kein Ersatzrad vorliegt. Dieses muss nicht verpflichtend mitgeführt werden, sollte aber im Wagen oder eingedenk einer entsprechenden Halterung an der Karosserie vorhanden sein. Es muss sich dabei um gleiche oder ähnliche Reifen wie jene handeln, auf denen das Auto gegenwärtig fährt. Kommt es zu einem Radwechsel, so sind der Wagenheber sowie der Schraubenschlüssel zum Lösen der Radmuttern unerlässlich. Durch den entstehenden Schmutz ist bei der gesamten Aktion auf die Verwendung von Handschuhen und Tüchern zu achten. Ist ein Reserverad nicht vorhanden, sollte stets auf die Mitnahme eines Pannensets geachtet werden, um defekte Reifen temporär fahrtauglich zu gestalten.

Mögliche Strafen

Wer die verpflichtend mitzunehmende Ausstattung nicht dabei hat oder diese in einem fehlerhaften Zustand vorweist, riskiert stets ein Bußgeld. Der vergessene Führerschein schlägt so schon einmal mit 70 Euro zu Buche. Hier wäre zudem mit der Verhängung eines Punktes in der Verkehrsdatei zu rechnen. Der daheim gelassene Verbandskasten ist auch mit 15 Euro nicht eben preiswert. Gleiches gilt für das Warndreieck. Es lohnt sich daher stets, dieses Zubehör mitzunehmen, es im gesetzlich vorgeschriebenen Zustand zu erhalten, fehlende oder mangelhafte Bestandteile auszutauschen und es bei Nachfrage der Polizei vorzuzeigen. Der Sinn liegt nicht einzig darin, bei der Kontrolle einer Sanktion zu entgehen – sondern damit im Falle von Pannen und Unfällen schnell und effektiv handeln zu können, ohne weitere Gefahren hervorzurufen.

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