Zum Hauptinhalt springen
AutoScout24 steht Ihnen aktuell aufgrund von Wartungsarbeiten nur eingeschränkt zur Verfügung. Dies betrifft einige Funktionen wie z.B. die Kontaktaufnahme mit Verkäufern, das Einloggen oder das Verwalten Ihrer Fahrzeuge für den Verkauf.

Sägezahn bei Reifen: Ursachen und die richtige Handhabung bei lauten Abrollgeräuschen

Ein ungleichmäßiger Reifenverschleiß führt bei Pkw und Motorrädern zu lauten Abrollgeräuschen – dieses Phänomen ist unter dem Begriff der Sägezahnbildung geläufig. Über die Ursachen und Konsequenzen von Sägezähnen am Reifen sowie hilfreiche Maßnahmen zur Abhilfe informiert dieser Ratgeber.

Was ist mit Sägezahn bei Autoreifen gemeint?

Sägezahn bzw. die Sägezahnbildung beschreibt ein spezielles Verschleißbild bei Pkw- oder auch Motorradreifen. Generell lässt sich der Reifenverschleiß eines Kfz bei regelmäßigen Fahrten nicht verhindern – dafür ist das Reifenmaterial zu starken Kräften ausgesetzt. Je nach den Merkmalen des Reifens, Fahrstil und weiteren Eigenschaften des Fahrzeugs kann die Abnutzung jedoch stark variieren – nicht nur hinsichtlich ihrer Intensität, sondern auch ihrer Form. Die Sägezahnbildung meint in diesem Zusammenhang einen besonders ungleichmäßigen Verschleiß, bei dem sich die vielen Profilblöcke auf der Lauffläche des Reifens zunehmend schräg abnutzen. So sieht Sägezahn am Reifen aus Mit diesem Wissen wird auch die Wortwahl nachvollziehbar, denn bei Betrachtung des Seitenprofils erinnern die verformten Blöcke an klassische Sägezähne. Noch nicht geklärt wäre damit allerdings, worin die Ursachen der sägezahnförmigen Profilblöcke begründet liegen – dazu mehr im Folgenden.

Ursachen von Sägezahn am Reifen – so entsteht das laute Abrollgeräusch

Grundsätzlich ist die Ursache für Sägezahn bei Reifen auf ganz natürliche, physikalische Gegebenheiten zurückzuführen. Um bei Nässe ein höchstmögliches Maß an Sicherheit zu garantieren, besitzen Pkw-Reifenprofile neben Längs- auch Querrillen. Dadurch stauchen und verbiegen sich die Profilblöcke zunächst seitlich, wenn sie auf die Straße auftreffen. Sobald der Bereich der Reifenaufstandsfläche im Zuge des Abrollens verlassen wird, löst sich diese Verspannung wieder auf. Aufgrund der Entlastung entstehen Ausdehnbewegungen, die an den hinteren Profilblockkanten erhöhten Schlupf und damit stärkeren Verschleiß hervorrufen. Von der Seite betrachtet kann dadurch mit der Zeit eine zunehmend sägezahnartige Form der Blöcke entstehen. Am ausgeprägtesten ist dieses Muster in der Regel an der Reifenschulter.

Was bedeutet Schlupf bei Autoreifen?

In diesem Kontext beschreibt Schlupf die Differenz zwischen Radumdrehungen und zurückgelegter Strecke. Diese Abweichung entsteht entweder durch die Lockerung (durchdrehende Reifen) oder Blockierung der Reifen – also immer dort, wo Reibungskraft zwischen zwei Oberflächen entsteht. Je kleiner der Schlupf, desto geringer der Verschleiß, gleichzeitig aber auch die Kraftübertragung. Somit ist ein geringer Schlupf immer erforderlich und im Sinne des Rollwiderstands während der Fahrt auch dauerhaft vorhanden.

Starke Beschleunigungen und Bremsvorgänge vergrößern den Schlupfwert und damit die Wahrscheinlichkeit für Sägezahn. Alleinstehend wäre diese Formulierung allerdings zu einfach heruntergebrochen. Über den reinen Fahrstil hinaus gibt es weitere Faktoren, die Sägezahn begünstigen:

  • die Wahl unpassender Reifen für das Automodell
  • hoher Anteil quer zur Laufrichtung liegender Profilkanten
  • großer Abstand zwischen einzelnen Profilblöcken
  • Nichteinhaltung des korrekten Luftdrucks im Reifen
  • eine härtere Gummimischung wie im Fall von Sommerreifen
  • eine verschobene Achsgeometrie
  • defekte Stoßdämpfer
  • Fahrbahn mit vielen Unebenheiten

Ergänzend dazu ist noch ein allgemeiner Hinweis von Bedeutung: Vorrangig betroffen von Sägezahn sind Reifen, die auf der Achse mit insgesamt weniger Antriebs- und Bremsverschleiß montiert sind. Das heißt im Umkehrschluss: An den Reifen der angetriebenen Achsen zeigt sich Sägezahn weniger ausgeprägt, bei Frontantrieblern also beispielsweise an den Vorderreifen.

Verschleiß durch Sägezahn an den nicht angetriebenen Achsen

Mehr als nur Reifengeräusche: die Folgen der Sägezahnbildung

Im Zuge der Sägezahnbildung verschlissenes Profil führt zu einer schnelleren Unbrauchbarkeit, verringert also die Lebenserwartung der Pneus. Es gibt zwar keine konkreten Vorschriften, die das Fahren mit Sägezahn untersagen. Damit einhergehende Konsequenzen schränken die Fahrqualität aber zunehmend ein. Zu den typischen Symptomen von Sägezahn am Reifen zählen:

  • insgesamt unruhiges Fahrverhalten aufgrund verringerter Laufruhe
  • deutliches, lautes Abrollgeräusch
  • Vibrationen bzw. ein “Flattern” im Lenkrad (ähnlich wie bei einer Unwucht)
  • Wagen kommt bei starken Bremsungen oder gar Vollbremsungen schneller ins Rutschen

Der richtige Umgang mit Sägezähnen im Reifenprofil

Neben den Ursachen und Konsequenzen dieser besonderen Verschleißart rücken weitere Interessen in den Vordergrund: Wie erkenne ich Sägezahn bei Reifen? Wie beseitige ich bestehende Sägezähne? Und noch viel wichtiger: Wie kann ich Sägezähne am Reifen von vornherein verhindern?

So erkenne ich Sägezahn bei Reifen

Sägezähne am Reifen sind aufgrund ihrer markanten Form gut sicht- und fühlbar. Theoretisch ist es mit entsprechendem Equipment zudem möglich, die Lautstärke der Reifengeräusche zu messen. Orientierung gibt das EU-Reifenlabel oder genauer gesagt der darauf angegebene Zahlenwert in Dezibel. Dieser informiert über das Abrollgeräusch in neuwertigem Zustand und bei Tempo 80.

Gut zu wissen: Das EU-Reifenlabel gibt eine generelle Auskunft, ob es sich um einen vergleichsweise leisen oder eher lautstarken Reifen handelt. Bei den alten Labels genügt ein Blick auf die Anzahl der symbolisierten Schallwellen (maximal drei). Auf den neuen Labels ist eine Einteilung in A, B und C integriert, wobei mit C (Überschreitung des zulässigen Grenzwertes) grundsätzlich keine Reifen gekennzeichnet werden.

Kann ich mit Sägezahn am Reifen weiterfahren?

Sägezahn am Reifen löst mehr oder weniger starke Reifengeräusche während der Fahrt aus. Sowohl Insassen als auch Passanten nehmen diese unter Umständen als unangenehm wahr. Zudem spürt der Fahrer je nach Grad der Ausbildung unangenehme Vibrationen sowie unruhige Bewegungen des Lenkrads. Mit einem Sägezahnprofil weiterzufahren, ist also grundsätzlich möglich und stellt kein akutes Sicherheitsrisiko dar – die Fahrqualität wird jedoch spürbar eingeschränkt und auch Bremswege können sich verschlechtern. Langfristig und bei bereits tief sitzendem Sägezahn gilt es das Problem entsprechend zu beheben.

Vorbeugung von Sägezahn und damit verbundenen Abrollgeräuschen

Verschleiß bei Auto- und Motorradreifen ist nie gänzlich zu vermeiden. Die Wahrscheinlichkeit einer verfrühten Unbrauchbarkeit aufgrund von Sägezahnbildung lässt sich mit den geeigneten Maßnahmen jedoch reduzieren.

Großen Einfluss auf Sägezahn nimmt der Luftdruck der Reifen. Diesen gilt es also regelmäßig auf Richtigkeit zu prüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Angaben zum richtigen Reifendruck sind je nach Fahrzeug an unterschiedlichen Stellen vorzufinden – in der Regel in der Bedienungsanleitung und alternativ entweder an der B-Säule bei offener Fahrertür, auf einem Aufkleber im Handschuhfach oder an der Innenseite des Tankverschlusses.

Ein weiterer effektiver Weg zur Vorbeugung von Sägezahn am Reifen ist das frühzeitige seitengleiche Tauschen der Reifen von vorne nach hinten und umgekehrt. Frühzeitig bedeutet nach Empfehlung des ADAC konkret alle 5.000 bis 8.000 Kilometer.

Abhilfe schaffen bei vorhandenem Sägezahn

Während der seitengleiche Reifentausch der Vorbeugung dient, kann ein diagonaler Wechsel bereits ausgebildete Sägezähne am Reifen beseitigen. Durch die Neupositionierung der Reifen lässt sich der Verschleiß kompensieren. Als Voraussetzung dafür gilt jedoch, dass die Reifen keine Laufrichtungsbindung aufweisen.

Welche weiteren Schritte sind also zur Befreiung von Sägezahn möglich, wenn die Laufrichtung der Reifen vorgegeben ist? Hier bleibt eine letzte Option, den Kauf neuer Pneus zu umgehen: Das Aufsuchen eines Fachmanns, der die Prozedur des Egalisierens der Profilblöcke beherrscht. In der Regel handelt es sich dabei um einen Vulkaniseur oder speziellen Reifenmechaniker. Mithilfe einer Präzisionsfräse lässt sich im Zuge des Egalisierens Profil abtragen, sodass die Lauffläche wieder eine gleichmäßige Form annimmt. Durch die Abnahme des Profils verringert sich jedoch zwangsläufig die Lebenserwartung des Reifens.

Fazit: Die richtige Reifenpflege verhindert frühzeitigen Sägezahn

Die lauten Abrollgeräusche durch Sägezahn am Reifen sind lästig und nach langjähriger Reifennutzung oftmals kaum zu vermeiden. Durch die gelegentliche Prüfung des Luftdrucks und den regelmäßigen gleichseitigen Reifentausch lassen sich Sägezähne und damit verbundene Reifengeräusche aber mit Sicherheit hinauszögern. Ist der spezielle Verschleiß bereits vorangeschritten, schafft der Gang zum Fachmann eventuell noch Abhilfe – hierfür bedarf es einer individuellen Prüfung.

Häufig gestellte Fragen zu Sägezahn am Reifen

Durch die vielen Querrillen im Reifenprofil stauchen sich die Profilblöcke zunächst beim Auftreffen auf die Straße. Beim Verlassen des Untergrundes löst sich diese Verspannung wieder auf. Durch die damit einhergehende Ausdehnbewegung entsteht an den hinteren Profilkanten erhöhter Schlupf – also höherer Verschleiß. Von der Seite betrachtet wird mit der Zeit eine zunehmend sägezahnartige Form der Blöcke sichtbar.

Da voranschreitender Sägezahn am Reifen die Fahrqualität zunehmend einschränkt, gilt es das Problem zu beheben. Sind die Reifen an keine Laufrichtung gebunden, kann ein diagonaler Reifenwechsel Abhilfe schaffen. Ansonsten stehen zwei eher kostspielige Optionen zur Wahl: Das Aufsuchen eines Fachmanns, der die Reifen “egalisiert” oder die Investition in neue Reifen.

Sägezahn am Reifen löst kein spezifisches Geräusch aus. Die Reifen klingen während des Abrollens generell lauter.

Folgende Reifenmerkmale begünstigen Sägezahnbildung: Eine harte Gummimischung, ein hoher Anteil quer zur Laufrichtung liegender Profilkanten, ein großer Abstand zwischen einzelnen Profilblöcken sowie die Anbringung des Reifens an der nicht angetriebenen Achse. Ein Beispiel: Hinten montierte Sommerreifen (generell härter) bei einem Frontantriebler sind deutlich anfälliger als die vorderen Winterreifen (generell weicher) am selben Auto.

Alle Artikel

Die Vorteile von Common Rail

Ratgeber · Kfz-Technik

Die Auto-Heizung funktioniert nicht? Schnell eine Lösung finden

Ratgeber · Kfz-Technik

Auto richtig überbrücken: Mit dieser Anleitung gelingt die Starthilfe

Ratgeber · Kfz-Technik
Mehr anzeigen