Wie setzt sich der Benzinpreis zusammen?

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Von welchen Faktoren ist der Benzinpreis hierzulande abhängig? Die Hintergründe - etwa Infos zu Einkaufspreisen und Wettbewerb - finden Sie hier.

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Der Benzinpreis unterliegt laufenden Schwankungen und wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Vor allem in Deutschland macht die Mineralöl- und Ökosteuer den größten Anteil aus, gefolgt vom Benzineinkaufspreis, welcher weltweit etwa auf dem gleichen Niveau liegt. Aber auch der aktuelle US-Dollarkurs, sowie der regionale und lokale Wettbewerb haben erheblichen Einfluss. Hier die Faktoren im Einzelnen:

Einkaufspreis

Die Preise für Rohöl und dessen Produkte werden an der Börse gehandelt - der entscheidendste Handelsplatz für die Preise in Europa ist die Rohölbörse in Rotterdam. Die Preise sind also nicht nur von der Nachfrage stark abhängig (vor allem durch die USA und China als Hauptabnehmer), sondern auch vom aktuellen Euro/Dollar-Wechselkurs: Da Rohöl in US-Dollar gehandelt wird, haben Kursschwankungen unmittelbaren Einfluss sowohl auf die Benzin- wie auch auf die Heizölpreise. Die Kurse wiederum sind abhängig von der Nachfrage, der Konjunktur und den politischen Verhältnissen in den ölförderländern, wie etwa dem Irak, Iran und Nigeria. Wie viel die ölkonzerne rein am Absatz verdienen, lässt sich nicht so leicht sagen, da sie in jedes Element der Wertschöpfungskette involviert sind. Ihre größten Einnahmen stammen jedoch definitiv aus den ölquellen selbst.

Steuern

In Deutschland machen die Mineralöl- und die ökosteuer mit Abstand den umfassendsten Teil des Benzinpreises aus: Zusammen mit den aktuell 19 Prozent Mehrwertsteuer besteht der gegenwärtige Benzinpreis zu knapp 60 Prozent rein aus Steuern. Weltweit belegt die Bundesrepublik nach Großbritannien damit den zweiten Platz im Steuerreibach für Ottokraftstoffe - im Dieselsegment sogar Platz eins. Italien und Frankreich belegen derzeit die Plätze drei und vier.

Deckungspreis

Laut Angaben von Experten sind ab etwa fünf Cent Gewinn pro Liter die Betriebskosten, wie etwa der Transport oder die Lagerung seitens der Tankstellen, gedeckt. Dieser sogenannte Deckungspreis ergibt sich aus dem Verkaufspreis abzüglich der Steuern und des Einkaufspreises und liegt aktuell bei durchschnittlich zehn Cent pro Liter. Der Pächter selbst kann sein Unternehmen allerdings nur in den seltensten Fällen aus den Einnahmen der Zapfsäulen finanzieren. Mit einer Provision von meist weniger als einem Cent pro Liter, liegt sein Augenmerk in der Regel mehr auf den Erlösen des Tankstellenshops.

Wettbewerb

Mittlerweile gehört ein enormer Preiswettbewerb von Tankstelle zu Tankstelle zur Tagesordnung. Zwar ändern sich die Spritpreise im Zuge dieses sogenannten Preistrichters häufig mehrmals täglich - an den Zahlen der Preistafel dürfen die Pächter aber nicht nach eigenem Ermessen drehen: Ihre Aufgabe besteht vielmehr darin, die Preise der Wettbewerbstankstellen festzustellen und an die Zentralen weiterzuleiten. Diese überprüfen alsbald, ob eine Preisanpassung notwendig ist und nehmen diese gegebenenfalls sofort vor. Die Reaktionsgeschwindigkeit insbesondere der großen Markengesellschaften ist bei den Spritpreisen damit so hoch, wie bei sonst keinem anderen Produkt auf dem Markt.