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Krise an der Zapfsäule – was Autofahrer jetzt beachten sollten

Benzin und Diesel kosten so viel wie nie zuvor, gleichzeitig stehen viele Produktionsbänder in der Autoindustrie still. Die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts treffen direkt oder auf Umwegen jeden Bürger. Wir zeigen dir, was du als Autofahrer, aber auch als Autokäufer tun kannst, um Geld zu sparen.

Aktualisiert: 03.05.2022

Inhalt

Der ADAC meldet weiterhin einen bundesweiten Durchschnittspreis für Benzin und Diesel von knapp 2 Euro pro Liter. Was Umweltverbände schon lange fordern, ist jetzt binnen weniger Monate Realität geworden. Besonders ärgerlich ist die derzeitige Situation für alle, die auf ihr Auto angewiesen sind. So müssen Autofahrer im Vergleich zu Anfang Dezember 2021 deutlich mehr für den Liter Benzin und Diesel bezahlen.

Weniger Energiesteuer und billiges ÖPNV-Ticket

Um die Belastung für die Bürgerinnen und Bürger beim Tanken zu reduzieren, will das Bundesfinanzministerium von Juni bis August 2021 die Energiesteuer auf Benzin um 30 Cent und auf Diesel um 14 Cent reduzieren. Der Vorschlag muss allerdings noch von Kabinett und Bundestag gebilligt werden. Bereits beschlossen ist von der Bundesregierung die rückwirkend ab dem 01.01.2022 geltende Erhöhung der Pendlerpauschale auf 38 Cent ab dem 21. gefahrenen Kilometer.

Ebenfalls im Raum steht ab dem 1. Juni 2022 die Einführung eines 9-Euro-Tickets für den öffentlichen Nahverkehr. Auch diese Maßnahme gilt befristet bis August und muss ebenfalls noch vom Bundestag abgesegnet werden. Wer von Juni bis August also die Öffis nutzen will, zahlt bundesweit maximal 27 Euro.

 Der Rohölpreis unterliegt derzeit starken Schwankungen. Doch nur ein geringer Teil der Spritkosten kommt durch Spekulationen an der Börse zustande. Um die Bürgerinnen und Bürger zu entlasten, plant die Regierung eine zeitlich begrenzte Reduzierung der Energiesteuer. Der Rohölpreis unterliegt derzeit starken Schwankungen. Doch nur ein geringer Teil der Spritkosten kommt durch Spekulationen an der Börse zustande. Um die Bürgerinnen und Bürger zu entlasten, plant die Regierung eine zeitlich begrenzte Reduzierung der Energiesteuer.

Wie ist es also in der gegenwärtigen Situation möglich, bares Geld beim Tanken zu sparen?

  • Tanke zur richtigen Tageszeit: Laut ADAC sind die Kraftstoffpreise morgens und zur Mittagszeit am höchsten. Den Tiefstand erreichen sie in aller Regel zwischen 18 und 19 beziehungsweise zwischen 20 und 22 Uhr. Nutze Preisvergleich-Apps, um die billigste Tankstelle in deiner Nähe zu finden.

  • Meide Autobahn-Tankstellen: An Autobahnen werden regelmäßig Rekordpreise für den Liter Diesel oder Benzin aufgerufen. Im Vergleich zu einer ortsansässigen Tankstelle können die Preisunterschiede mehr als 20 Cent je Liter betragen.

  • Tanke im europäischen Ausland: Tanktourismus bleibt umstritten, doch insbesondere für Anwohner in grenznahen Regionen lohnt sich der Blick zu unseren europäischen Nachbarn. Besonders in Polen, Tschechien, aber auch in Österreich und Luxemburg ist Tanken weiterhin günstiger als in Deutschland. Je weiter weg du allerdings von der Grenze wohnst, desto schärfer musst du rechnen, ob sich der lange Anfahrtsweg lohnt.

  • Tanke E10-Kraftstoff: Auch wenn E10 bei vielen Autofahrern weiterhin verrufen ist, so ist er in den allermeisten Benzinfahrzeugen doch ohne Bedenken zu fahren. Die Ersparnis gegenüber regulärem E5 Benzin kann mehrere Cent betragen, auf der anderen Seite kann es zu einem fahrzeugabhängigen Mehrverbrauch von 1 bis 2 Prozent kommen. Eine Liste von Fahrzeugen, die laut Hersteller offiziell mit E10 betankt werden können, findest du hier.

 Lieferengpässe bei Benzin und Diesel sind wohl nicht zu erwarten. Allerdings sind die Zeiten günstiger Preise an der Zapfsäule vorerst vorbei. Lieferengpässe bei Benzin und Diesel sind wohl nicht zu erwarten. Allerdings sind die Zeiten günstiger Preise an der Zapfsäule vorerst vorbei.

Lohnt es sich jetzt auf ein Elektroauto umzusteigen?

Diese Frage kann aus finanzieller Sicht nicht pauschal beantwortet werden. Es kommt sehr auf dein persönliches Fahrprofil, die Fahrzeuggröße und darauf an, wie deutlich du von staatlichen Förderprogrammen, etwa dem Umweltbonus, profitieren kannst. Zudem gilt, dass selbst ein Elektro-Kleinwagen trotz Förderung bei der Anschaffung weiterhin teurer sein kann als ein vergleichbarer Verbrenner. Dieser Umstand dürfte in naher Zukunft anhalten, da unter anderem Nickel, als ein Hauptbestandteil moderner Fahrzeugbatterien, durch die jüngsten weltpolitischen Vorkommnisse deutlich im Preis gestiegen ist.

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Auch die persönliche Ladesituation solltest du stets im Auge behalten. Im Vorteil ist derjenige, der den Strom für sein Elektroauto im Eigenheim produzieren oder wer zum Beispiel beim Arbeitgeber kostenlos laden kann.

Allen anderen bleibt nur der Kostenvergleich zwischen den verschiedenen Ladestromanbietern. Hier gibt es teilweise erhebliche Unterschiede, auch was die monatlichen Grundgebühren angeht. Ebenfalls preisentscheidend ist, ob das eigene Elektroauto an einer regulären AC-Säule oder aber an einer DC-Schnellladesäule mit Strom versorgt wird. Ad-hoc-Lader können hier schnell in die Kostenfalle tappen. So verlangt der Infrastrukturanbieter Ionity von Direktzahlern, aber auch von Roaming-Partnern 79 Cent pro Kilowattstunde; lokale Anbieter wie die Stadtwerke München zogen ab dem 1. April 2022 mit 69 Cent je Kilowattstunde am DC-Lader nach.

Um die möglichen Energiekosten auf 100 Kilometer zu veranschaulichen, hier ein kleines Beispiel anhand des 150 kW starken VW ID.3 (Stromverbrauch lt. Hersteller kombiniert: 14,5 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0g/km)² mit einem realitätsnahen Durchschnittsverbrauch um 20 kWh auf 100 Kilometer (Durchschnittswert lt. Spritmonitor.de):

  • Laden per Wallbox daheim (Strompreis: 40 Cent/kWh): 8,00 Euro pro 100 Kilometer
  • Laden an der städtischen AC-Ladestation (Strompreis: 49 Cent/kWh): 9,80 Euro pro 100 Kilometer
  • Laden an einer DC-Ladestation, z. B. Ionity (Strompreis: 79 Cent/kWh): 15,80 Euro pro 100 Kilometer

Zum Vergleich, hier die Kraftstoffkosten eines VW Golf 1.0 eTSI (Kraftstoffverbrauch lt. Hersteller kombiniert: 4,3 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 98 g/km)² mit einem realitätsnahen Durchschnittsverbrauch um 6,0 Liter Super E10 auf 100 Kilometer:

  • Tanken von E10 Kraftstoff (Spritpreis: 2,18 Euro/Liter): 13,08 Euro pro 100 Kilometer

 Elektroautos verzeichnen einen deutlichen Nachfrageschub. Dabei steigen auch die Stromkosten weiter an. Elektroautos verzeichnen einen deutlichen Nachfrageschub. Dabei steigen auch die Stromkosten weiter an.

Ich möchte einen Neuwagen bestellen, was gibt es zu beachten?

Unabhängig davon, dass der Absatz von Neufahrzeugen unter den hohen Kraftstoffpreisen leidet, hat vor allem die europäische Autoindustrie ein weiteres Problem: gestörte Lieferketten und fehlende Halbleiter. Zwar befindet sich nur ein kleiner Teil der Zulieferbetriebe deutscher und europäischer Autobauer in der Ukraine und Russland, doch bereits ein fehlender Kabelbaum kann die Produktion einzelner Fahrzeugmodelle für Tage oder Wochen lahmlegen. Auch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in China führen weiterhin zu Verwerfungen im Welthandel. Audi, BMW, Mercedes-Benz, Porsche und Volkswagen haben bereits mit Produktionsausfällen zu kämpfen, aber auch die meisten anderen namhaften Autobauer sind mittlerweile mit der Problematik fehlender Teile konfrontiert.

Als Neuwageninteressent kannst du dieses Problem nur sehr schwer umgehen. Einzelne Autohersteller bieten kürzere Lieferzeiten an, wenn gewisse Sonderausstattungen (höherwertige Infotainment- und Soundsysteme und/oder andere Komfortfeatures) nicht gewählt werden. Auf der anderen Seite stehen meist noch ausreichend Lagerfahrzeuge bereit, die ebenfalls mit deinen Wünschen übereinstimmen können. Ausnahmen bestätigen hier allerdings die Regel, wie der Engpass an Lagerfahrzeugen bei der aktuell ausverkauften Mercedes E-Klasse Limousine beweist.

Spritsparen mit jungen Gebrauchten?

Die Situation auf dem Gebrauchtwagenmarkt bleibt genauso wie auf dem Neuwagenmarkt angespannt. Doch auch wenn im Vergleich zu 2021 generell höhere Preise für einen Gebrauchtwagen verlangt werden, sparst zu im Vergleich zu einem Neuwagen bares Geld. Viele junge Gebrauchte sind ebenfalls mit effizienten Motoren ausgerüstet, die wenig Kraftstoff verbrauchen.

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 Das neue Normal an der Zapfsäule? Müssen wir uns zeitnah auf Preise über 3 Euro je Liter Benzin und Diesel einstellen? Das neue Normal an der Zapfsäule? Müssen wir uns zeitnah auf Preise über 3 Euro je Liter Benzin und Diesel einstellen?

Wie werden sich die Kraftstoffpreise weiter entwickeln?

Aufgrund der aktuellen politischen und weltwirtschaftlichen Gemengelage sind exakte Prognosen schwierig. Derzeit sieht es so aus als würden sich die Preise für Benzin und Diesel bei rund 2 Euro je Liter stabilisieren. Es bleibt abzuwarten welche Effekte etwaige Steuersenkungen haben. Auf der anderen Seite könnten neue Wirtschaftssanktionen gegen Russland, hier womöglich auch ein Öl-Embargo, die Kraftstoffkosten erneut steigen lassen.

Autoherstellung

Wie entwickelt sich die Situation bei den Autobauern weiter?

Hier kommt es vor allem darauf an, welche Lieferketten schlussendlich wirklich wie lange gestört sind. Nicht nur Produktionsausfälle in der Ukraine und Russland können den Autobau behindern, auch verhinderte Frachtrouten dürften zu Verzögerungen führen. Unabhängig von steigenden Energie- und Rohstoffpreisen bleibt das Problem des Halbleitermangels bestehen, was sich nicht nur auf die Verfügbarkeit, sondern auch auf die Fahrzeugpreise auswirken dürfte. Besonders betroffen sind hier Elektroautos und Hybridfahrzeuge. (Text: tv)

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