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Restwertleasing

Restwertleasing ist eine Wette auf den Restwert bei Leasingende mit vielen unbekannten Faktoren. Warum diese Form des Leasings nur was für Kenner ist und was zu beachten ist, erfährst du hier.

Worum geht es beim Restwertleasing?

Beim Restwertleasing liegt der Fokus auf dem Wert des Fahrzeugs zum Ende der Leasing-Phase. Die Differenz, die sich aus dem aktuellen Fahrzeugpreis und dem voraussichtlichen Restwert ergibt, der vertraglich fixiert wird, ist die Basis eines Restwert-Leasingvertrags. Vereinfacht gesagt, wird die Differenz zwischen diesen beiden Werten auf die Anzahl der Leasing-Monate verteilt. Daraus ergibt sich die monatliche Rate.

Diese Varianten gibt es

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Fahrzeugleasing zu vereinbaren. Wählst du die Variante des Kilometerleasings, bist du damit in bester Gesellschaft. Grund ist, dass das Kilometerleasing die beliebteste und fairste Form des Leasings für Verbraucher darstellt.

Eine andere Variante ist eben das Restwertleasing. Bei dieser Variante dreht sich alles um die Differenz zwischen dem aktuellen und zukünftigen Wert des Autos zum Rückgabezeitpunkt. Während beim Kilometerleasing die jährliche Laufleistung für die Rate entscheidend ist, spielt dies beim Restwertleasing überhaupt keine Rolle.

Wie funktioniert Restwertleasing?

Das Prinzip ist einfach: Der geschätzte Wertverlust des Autos wird auf die Laufzeit des Leasings verteilt. Nachfolgend ein Beispiel – zur Vereinfachung und besseren Übersicht werden keinen Nebenkosten dargestellt, sondern die Leasingrate rein auf die Differenz zwischen Bruttolistenpreis und Restwert bezogen. Dabei werden zwei Varianten betrachtet.

Beispielfall: Wir springen dafür zurück ins Jahr 2015, also kurz bevor der Dieselskandal der Öffentlichkeit bekannt wurde. Es geht um einen VW-Passat Variant mit einem Listenpreis von 35.000 Euro, der für die Dauer von 48 Monaten geleast wurde.

Variante 1: Es handelt sich um ein Dieselfahrzeug, das zum Laufzeitende mit einem Restwert von 25.000 Euro angesetzt wurde. Daraus ergibt sich, dass der Leasingnehmer lediglich 10.000 Euro über 48 Monate verteilt bezahlt, was einer Monatsrate von 208 Euro entspricht. Tatsächlich hat der Wagen am Ende der Laufzeit aber nur noch einen Marktwert von 18.000 Euro. Die Differenz beträgt 8.000 Euro zu Ungunsten des Leasingnehmers. Ihm droht eine immense Nachzahlung.

Variante 2: Es handelt sich um einen Benziner, der zum Laufzeitende mit einem Restwert von 19.000 Euro angesetzt wurde. Über die Laufzeit von 48 Monaten wird der Werteverfall in Höhe von 16.000 Euro bezahlt. Das entspricht einer monatlichen Leasingrate von rund 334 Euro. Tatsächlich hat das Fahrzeug bei Rückgabe einen Marktwert von 17.000 Euro. Die Differenz beträgt hier 2.000 Euro zu Gunsten des Leasingnehmers. Er erhält einen Teil seiner geleisteten Zahlungen zurück – sofern dies vertraglich vereinbart ist.

Hoher Restwert – niedrige Rate

Anhand dieses konstruierten Beispiels ist zu erkennen, dass ein höherer Restwert dazu führt, dass die Raten günstiger werden. Aus diesem Grund können Leasinggeber verlockende Angebote machen, die gehobene Mittelklassewagen zum Schnäppchenpreis anbieten. Für den Kunden ist dies aber mit hohen Risiken verbunden, weil er auf die Marktentwicklung überhaupt keinen Einfluss hat.

Der Dieselskandal wurde so für manchen Leasingnehmer, der ein günstiges Restwertleasing vereinbart hat, zur echten Kostenfalle. Niemand hat vorhersehen können, dass ein Diesel einen derartigen Wertverlust hinnehmen würde. Erst recht nicht, weil diese Fahrzeuge bis dato im Vergleich weniger an Wert verloren haben als Benziner.

Die beste Möglichkeit für dich, Einfluss auf den Wert des Autos zu nehmen, besteht darin, es pfleglich zu behandeln, die regelmäßigen Wartungstermine einzuhalten und es nicht übermäßig zu strapazieren. Von den Unwägbarkeiten der Gesetzgebung und der politischen sowie wirtschaftlichen Entwicklungen bist du hingegen komplett abhängig.

Wann sich Restwertleasing lohnt

Natürlich kann es auch geschehen, dass die unbekannten Einflussgrößen dir in die Karten spielen. Least du zum Beispiel heute einen Pkw mit einem bis dato noch recht unbekannten alternativen Antrieb und bei der Rückgabe deines Fahrzeugs ist genau diese Antriebsform absolut gefragt, könnte das zu einem höheren Restwert führen als vorab vereinbart. Manche Modelle werden Kult, ohne dass man das vorher absehen konnten. Eventuell lässt das den Wert des Fahrzeugs steigen. Zugegebenermaßen ist die Chance vergleichsweise gering.

Vor- und Nachteile des Restwertleasings

Vorteile

  • Qualitativ hochwertige Modelle können günstig geleast werden.
  • Die Anzahl der gefahrenen Kilometer spielt keine Rolle.
  • Falls der Marktwert zum Zeitpunkt des Leasingendes höher ist als der vorher vertraglich vereinbarte Restwert, bekommst du Geld zurück, sofern vereinbart.
  • Unvorhersehbare Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Recht können den Wert des Fahrzeugs positiv beeinflussen.
  • Gute Wartung und Pflege wirken sich positiv auf den späteren Marktwert aus.

Nachteile

  • Die Differenz zwischen Rest- und Marktwert muss der Kunde bei Vertragsende nachzahlen.
  • Restwert und Zeitwert/Marktwert sind nicht identisch. Änderungen in der Politik, der Wirtschaft oder dem Recht sind nicht zu beeinflussen, wirken sich aber dennoch auf den Preis aus.
  • Der Leasingnehmer alleine trägt das Risiko.
  • Lockangebote täuschen über das Risiko hinweg. Unbedarfte Verbraucher sitzen in der Kostenfalle, wenn sie hohe Nachzahlungen leisten müssen.

Tipps für Interessenten

Wer der Meinung ist, mit seinem Branchenwissen und seiner Einschätzung der Marktentwicklung für das geleaste Fahrzeug richtig zu liegen, der sollte zusätzlich folgendes tun:

  • Lease ein beliebtes Modell und orientiere dich am Mainstream.
  • Verzichte auf technischen Schnickschnack und kostspielige Extras. Diese erschweren später den Wiederverkauf und drücken deshalb den Preis.
  • Nimm die vertragliche Ausgestaltung genau unter die Lupe.
  • Pflege und warte dein Leasingfahrzeug regelmäßig.
  • Fahre nicht mehr Kilometer als nötig und schone Fahrwerk und Verschleißteile.
  • Im Auto rauchen mindert den Wert.
  • Parke auf sicheren Stellplätzen, zuhause möglichst in einer Einzelgarage.
  • Stell das Fahrzeug über Nacht nicht an einer stark befahrenen Straße ab.
  • Fahre defensiv und vermeide waghalsige Fahrmanöver.
  • Vereinbare, dass bei einer Differenz zu deinen Gunsten der entsprechende Betrag zurückerstattet wird. Es gibt keinen triftigen Grund, warum der Leasinggeber das verweigern sollte. Tut er es doch, suche dir einen anderen.

Fazit

Restwertleasing ist ein Glücksspiel und vergleichsweise unsicher. Im Grunde schließt du eine Wette darauf ab, dass die Einschätzung des Restwertes ungefähr mit dem übereinstimmt, was das Auto bei Rückgabe auf den Markt einbringen würde. Wenn du dich sehr gut mit dem Automarkt auskennst und dein Fahrzeug während der Leasingdauer immer sehr gut pflegst, dann könnte diese Form des Leasings sinnvoll sein. Ein paar Reserven für den Fall einer Nachzahlung schaden auch nicht.

Wenn du dich für weitere Leasingformen interessierst, informiere dich hier über deine Möglichkeiten:

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