Sitzprobe: Kia Ceed – Koreanische Eröffnung

Noch ehe VW die nächste Generation des Klassen-Königs zeigt, bringen Hyundai und Kia ihre Kompakten in Position und wollen sich mit diesem Schachzug gegenüber den Wolfsburgern behaupten. Wir haben auf dem Genfer Auto-Salon (8. – bis 18. März 2012) im neuen Kia Ceed schon einmal Platz genommen. Zwar ist den Koreaner sicher bewusst, dass auch der neue Ceed keine Rochade an der Spitze der Kompaktklasse herbeiführen wird, doch bringen sie sich mit dem Ceed schon frühzeitig in eine gute Position. Neben dem Viertürer, der noch im Juni dieses Jahres auf den Markt kommt, hat Kia in Genf auch den Kombi präsentiert, der einige Monate später folgen soll.
Schon auf den ersten Blick unterscheidet sich der neue Ceed deutlich vom optisch eher langweiligen Vorgänger. Der Kompakte führt den von Designer Peter Schreyer beim Sportage, Picanto und Optima eingeführten Stil fort und lockt mit dem typischen Kia-Grill, scharfem Blick und reichlich Chrom. Beim Gestalten der Heckpartie scheint sich Schreyer allerdings vom Opel Astra inspiriert haben zu lassen.
Gute Qualität
Obwohl auf der Messe noch keine Fahrzeuge aus der Serienfertigung standen, konnte die Qualität des Ceed überzeugen; auch der Innenraum ist äußerst sauber verarbeitet. Überraschend: Die verwendeten Kunststoffe fassen sich sogar noch besser an, als sie aussehen. Aufgewertet wird das Cockpit durch Klavierlackdekor. Praktisch: In die A-Säulen hat Kia ein kleines Fenster integriert, was beim Abbiegen für bessere Rund-um-Sicht sorgt.
Der neue Ceed ist um fünf Zentimeter gewachsen und misst nun 4,31 Meter. Der Radstand ist, obwohl die kommende Generation auf einer neuen Plattform basiert, unverändert. Für die Passagiere ist das Platzangebot vorne wie hinten gut, allerdings fühlt man sich vorne links ob der ausladenden, fahrerorientierten Mittelkonsole ein wenig eingeengt. Unübersichtlich sind auch die vielen Lenkradtasten, die große, offene Ablage unter der Klimaanlage ist dagegen ein Pluspunkt.
Mehr Stauraum als im Golf
Gegenüber dem Vorgänger ist das Kofferraumvolumen leicht gewachsen, der Viertürer schluckt nun zwischen 380 und 1.318 Liter; das ist etwas mehr, als der aktuelle VW Golf schluckt. Zum Kombi hat Kia bislang nur wenig Details veröffentlicht, einzig dass der Gepäckraum bis zu 1.664 Liter fasst. Außerdem war auf der Messe bereits ein Ladungssicherungssystem mit Aluschienen zu sehen.
Zum Marktstart wird Kia vier Motoren anbieten, zwei 1,4- und 1,6-Liter-Aggregate – jeweils als Benziner und Diesel. Der Einstiegsotto leistet 100 PS, der stärkere mit dem Kürzel GDI arbeitet mit Direkteinspritzung und kommt auf 135 PS. Letzterer verbraucht mit 5,8 Litern übrigens 0,2 Liter weniger, als der schwächere Motor.
Leichtgewicht
Die Selbstzünder leisten 90 und 128 PS und sollen beide vier Liter Diesel je 100 Kilometer verbrennen; serienmäßig sind alle Motoren an ein manuelles Sechsgang-Getriebe gekoppelt, eine sechsstufige Automatik beziehungsweise ein Doppelkupplungsgetriebe gibt es auf Wunsch. Einen Dynamikvorteil dürfte dem Kia sein Gewicht verschaffen: mit nur 1.183 Kilogramm ist die Basis leichter als die meisten Mitbewerber.
Neben den Getriebevarianten bietet Kia weitere interessante Ausstattungsextras. So gibt es gegen Geld eine FlexSteer genannte, in drei Stufen einstellbare Lenkung, Xenonscheinwerfer mit Kurvenlicht oder einen Einparkassistenten. Der noch nicht genau bezifferte Preis für den Ceed dürfte wohl wie gehabt bei rund 15.000 Euro liegen – inklusive sieben Jahren Garantie.
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