Kia PV5 Cargo (2026) im Test: Ist das noch ein Transporter?

Mit eigenständigem Auftritt und hoher Alltagseffizienz weckt der Kia PV5 Cargo nicht nur neugierige Blicke. Der Finalist beim „German Car of the Year 2027“ zeigt im Alltagstest, was er als Transporter zu bieten hat.

Das Wichtigste zuerst

AutoScout24-Bewertung: 8,3 von 10 Punkten

Der Kia PV5 Cargo ist ein zwei (optional drei-)sitziger Transporter mit Elektroantrieb und einer je nach Variante 43 - 71 kWh großen Batterie, die realistisch erzielbare Reichweiten von 300 - 500 Kilometern möglich macht. Der Transporter ist in zwei Längen (4,50 m / 4,70 m) erhältlich und bietet dabei eine reine Laderaumlänge von 2,05 - 2,25 m (unten). In unserem Test überzeugte die kurze Version mit 71 kWh Batterie und 163 PS mit guter Effizienz, zügigen Ladezeiten und sehr angenehmen Fahreigenschaften.


Stärken, Schwächen, Alternativen

Was uns gefällt

Die durchweg positiven Reaktionen auf das Design und der niedrige Verbrauch.

Was wir vermissen

So mancher wohl einen Diesel. Und wir etwas weniger Gepiepse.

Ideal, wenn

Viele Handwerkertermine innerstädtisch zu erledigen sind.

Die Alternativen

VW ID. Buzz Cargo oder e-Transporter, Mercedes eVito


Stärken

  • Gelungene Optik
  • Niedriger Verbrauch
  • Attraktiver Preis

Schwächen

  • Aktuell nur eine Fahrzeughöhe verfügbar
  • Maximal 135 km/h
  • Umständliche „Assistenzen“

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2026 Kia PV5 Preview and First Drive: New EV Cargo Van Focuses on Flexibility and Practicality Image

Die Optik des Kia PV5 überzeugt

Wir gehen ja eher selten unter die Transporterfahrer und das hat seinen Grund. Transporter sind in der Regel groß, unkomfortabel, langsam und letztlich auch unschön. Ob der Kia PV5 Cargo nun all diese Punkte für seine Zunft nun besser macht, sei dahingestellt. Zumindest in Punkto Optik hatten wir schon lange keinen Testwagen mehr, zu dem wir ungefragt so viele positive Kommentare erhalten haben.

Ob der Streifenpolizist, der für einen kurzen Plausch die Straßenseite wechselt und gleich nach einer Dieselvariante fragt, die Radfahrgruppe von Mittfünfzigern, die sich an der Ampel über das Design „des neuen Kia“ unterhalten oder der Baumarktmitarbeiter, der beim Einladen hilft „der sieht ja abgespaced aus, richtig cool“: Der PV5 scheint in der Transporterwelt einiges richtig zu machen. Das mag auch an der Farbe unseres Testwagens liegen, Stahlgraumetallic wirkt dann halt doch ganz anders als das schnöde Weiß, kostet aber - wie alle übrigen Farben - 790 € Aufpreis.

2026 kia pv5 fd bc 251006 39

Welcher PV5 darf es denn sein?

Inwieweit für solch optische Feinheiten im Rahmen einer Firmenwagenbestellung noch Geld in der Kasse ist, wird sich sicherlich demnächst im Straßenbild zeigen. Für Handwerker, deren Profil die Elektromobilität erlaubt, dürften andere Fragen bei der Konfiguration des PV5 Cargo im Vordergrund stehen. Neben der Frage ob die Schiebetür rechts oder beidseitig sein soll, gilt es auch zu klären, ob es die kurze Variante mit rund 4,50 Metern oder die verlängerte Variante (4,70 m) sein soll. In der Höhe ist man - zumindest derzeit - noch beschränkt auf das Standardmaß (Innenhöhe: 1,52 m).

Preislich geht es los bei 36.290 € für den „Essential“ und das ist für das Gebotene schon eine echte Ansage. Hier bietet keiner der Konkurrenten mehr. Wer Reichweitenangst verspürt und die große 71 kWh-Batterie bevorzugt, muss mindestens zur Plus-Variante für 42.405 € greifen, erhält dafür dann aber auch gleich beheizte Sitze und Lenkrad, die Vehicle-to-load-Funktion und eine induktive Ladestation fürs Handy.

2026 Kia PV5 Preview and First Drive: New EV Cargo Van Focuses on Flexibility and Practicality Body Image

Reichweite? Viel!

Besagte Reichweitenangst dürfte wiederum wegfallen. In unserem überwiegend städtischen Testbetrieb noch bei hochsommerlichen Temperaturen und stets laufender Klimaanlage kamen wir auf Durchschnittsverbräuche von 14 - 17 kWh pro 100 Kilometer, was einer realistisch erfahrbaren Reichweite von 400 - 500 Kilometern entspricht. Auf der Autobahn stieg der Verbrauch spürbar an und man merkt daran schnell: Das ist nicht das Metier des PV5. Die auf 135 km/h abgeriegelte Höchstgeschwindigkeit tut ihr übriges dazu.

Kia PV5 : premier essai Body Image

Ein (fast) perfektes Arbeitsmittel?

Fahrwerksseitig könnte der PV5 dafür sogar noch deutlich mehr und liegt sowohl leer als auch beladen wohltuend satt auf der Straße. Auch am Fahrkomfort hatten wir - gemessen an der Fahrzeugkategorie - wenig auszusetzen. Bequeme und ausreichend konturierte Sitze sollten dafür sorgen, dass sich auch ein 10-Stunden-Arbeitstag im PV5 nicht nach Strafbank anfühlen muss. Die Lautstärke ist naturgemäß angenehm, Windgeräusche halten sich im Rahmen.

Dort bewegt sich auch der Wendekreis mit 11 Metern. Als besonders angenehm empfanden wir die Rundumkameras, die das Einparken zum Kinderspiel machen. Sie gibt es allerdings erst in der höchsten „Elite“ Ausstattungsvariante - serienmäßig ist hingegen die Rückfahrkamera.

Ebenso serienmäßig ist das rundum gelungene Infotainment samt Navigation, das sich in Sachen Darstellung und Funktionalität allenfalls in Nuancen einem VW-System geschlagen geben muss. Abzüge in der B-Note gibt es für die häufige Bimmelei - ob Tempowarner oder Gesichtserkennung: Irgendetwas im Kia warnt fast immer, es sei denn, man stellt es mit viel Geduld nach jedem Neustart wieder ab.

2026 Kia PV5 Preview and First Drive: New EV Cargo Van Focuses on Flexibility and Practicality Body Image

Fazit

Man darf gespannt sein, ob es künftig mehr PV5 Cargo auf unseren Straßen geben wird. Angesichts der attraktiven Optik, den überzeugenden Fahreigenschaften, dem niedrigen Verbrauch und der dazu passenden Preisgestaltung würde uns alles andere wundern. Und auch wenn wir die Kategorisierung nicht ganz nachvollziehen können, ist er damit zurecht das „German Compact Car Of The Year 2027“ und steht im Finale um die Erstplatzierung. (Text: Maximilian Fisseler | Bilder: Hersteller)

AutoScout24 Scores

Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.

Score
8,3
Design
9,0
Bedienbarkeit
8,5
Komfort
7,0
Alltagstauglichkeit
8,5
Fahreigenschaften
7,5
Antrieb
8,0
Effizienz
9,0
Preis-Leistungs-Verhältnis
9,0
Ausstattung
8,0
Sicherheit
8,0

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Maximilian Fisseler

Maximilian Fisseler arbeitet als freier Redakteur für das AutoScout24 Magazin. Als italophiler Allesfahrer pflegt er eine romantisch-verklärte Sicht auf das Automobil. Benzin und Motoröl sind ihm deutlich näher als die Suche nach der nächsten Ladesäule. Sein Traumwagen trägt, ganz unitalienisch, ein Porsche-Wappen: der 911 Turbo der Baureihe 964. Im Alltag bewegt er eine E-Klasse der Baureihe 212.

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