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Opel Corsa 1.2 DI Turbo im Test: Mit Ecken und Kanten

Opel bringt den Corsa in sechster Generation an den Start. Modell „F“ teilt sich die Basis mit dem Peugeot 208, hat sich aber viel Eigenständigkeit bewahrt. Im Test der Opel Corsa 1.2 DI Turbo.


Der Opel Corsa Elegance 1.2 DI Turbo im Überblick


Pro

Stärken

  • Souveräner Antrieb
  • Gute Straßenlage
  • Durchdachte Bedienung
  • Übersichtliche Karosse
Contra

Schwächen

  • Teils hoher Verbrauch
  • Vergleichsweise teuer
  • Zu leichte Lenkung
  • Einfache Materialien innen

Der Opel Corsa verkauft sich blendend

Das Jahr 2021 ist noch jung und doch hat Opel bereits einen Achtungserfolg erzielt. Von Anfang Januar bis Ende März haben die Rüsselsheimer sage und schreibe 12.770 Corsa in die Zulassung gebracht. Zum Vergleich: Zusammen bringen es der Volkswagen Polo und der Toyota Aygo im gleichen Zeitraum gerade einmal auf 11.381 Einheiten.

Der Kleine kommt also gut an und entsprechend häufig ist der neue Opel Corsa bereits auf unseren Straßen zu sehen. Auffällig ist zudem, wie oft der Hesse mit französischen Wurzeln als Stromer unterwegs ist. In unserem Test soll es allerdings um den 74 kW/100 PS starken 1,2-Liter-Benziner gehen (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 5,5-5,3 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 101-98 g/km²). Der Dreizylinder steht samt 6-Gang-Handschaltgetriebe ab mindestens 18.490 Euro (Ausstattungslinie Edition) in der deutschen Preisliste und geht bereits in der Basis als vernünftiger Alltagsbegleiter durch.

Opel-Corsa-F-2021-Side-Detail

In der kleinsten Hütte ist kaum Platz

Unabhängig von der gewählten Ausstattung ist die Kabine des Corsa ordentlich gedämmt, die Sitzposition des Fahrers lässt sich selbst für Großgewachsene weitreichend einstellen und Isofix nebst Airbag-Deaktivierung auf der Beifahrerseite erfreut ab der Ausstattungslinie Elegance (1.2 DI Turbo 6-Gang ab 20.450 Euro) jene Familienmenschen, die ihren Nachwuchs gerne in Griffreichweite haben.

Ob der Innenraumabmessungen im 4,06 Meter langen Opel Corsa F hat man vom Fahrersitz ohnehin fast alles im Griff, denn die Platzverhältnisse (insbesondere hinten) sind gemäß des Kleinwagensegments eben nicht sonderlich üppig. Selbst für eine ordentliche Fußstütze im Fahrerfußraum hat es nicht mehr gereicht.

Opel-Corsa-F-2021-Interieur

Großes Handschuhfach, innen wenig Pepp

Dafür überrascht ein Kofferraum mit gut nutzbaren 250 Liter Stauvolumen und ein Handschuhfach im XXL-Format. Mit Ablageflächen haben die Rüsselsheimer ohnehin nicht gegeizt und die im Navi-Paket enthaltene induktive Ladeschale bringt zusätzlich noch etwas Mittelklasse-Flair in den kleinen Blitz.

Wenngleich der Innenraum praktisch erscheint, sonderlich wohnlich wirkt er nicht. Hartplastik in Einheitsoptik dominiert, es fehlt an peppigen Kontrasten. Die Normalsitze sind bequem, könnten aber insgesamt über mehr Beinauflage und zumindest optional über eine Lendenwirbelstütze verfügen (nur ab Ausstattung Ultimate erhältlich). Mehr Seitenhalt bietet erst das Sportgestühl der teureren GS-Line.

Opel-Corsa-F-2021-Seats

Gute Bedienung, schwache Spracheingabe

In Sachen Infotainment ist im Testwagen das Multimedia Navi Pro samt 10 Zoll Touchscreen verbaut, das vor allem mit einer unkomplizierten Bedienung aufwartet. Anders als im VW-Konzern erspart sich Opel zudem eine knopflose Klimaeinheit. Dass die Sprachsteuerung allerdings keine Navigationseingaben versteht und das Digitalcockpit eher kompliziert über den schlecht erreichbaren Blinkerhebel anzusteuern ist, sorgt für Unmut.

Von den Assistenzsystemen darf man ebenfalls keine autonomen Qualitäten erwarten. Der Spurhalte-Assistent ist mehr ein erweiterter Spurverlassenswarner mit Ping-Pong-Effekt, die Verkehrsschilderkennung arbeitet nach dem Zufallsprinzip und ein adaptiver Tempomat wird erst gar nicht gereicht.

Opel-Corsa-F-2021-Front-Side

Die fahraktiven Qualitäten des Corsa

Dagegen punktet der Opel Corsa 1.2 Direct Injection Turbo mit seinen fahraktiven Qualitäten. Der 100 PS und 205 Nm starke Dreizylinder hängt willig am Gas, erhebt bei Vollgaseinlagen aber gleichzeitig kaum die Stimme. Bei Tempo 130 zeigt der Drehzahlmesser zurückhaltende 3.000 Touren, was auch den Überlandverbrauch einigermaßen in Grenzen hält. Dennoch wirkt ein kombinierter Testverbrauch um 6,5 Liter auf 100 Kilometer nicht ganz der Fahrzeuggröße angemessen.

Das 6-Gang-Getriebe lässt sich Stop-and-Go-freundlich ohne größere Widerstände bedienen, die Schaltwege fallen vergleichsweise lang aus. Zum weichgespülten Handschalter passt sodann das Serienfahrwerk des Opel Corsa, das einzig bei Querfugen an seine Komfortgrenzen stößt. Mit etwas Elan hinterm Volant ist der Corsa zudem nicht verlegen, auch kurvenreichere Passagen zu nehmen. Die Standard-Lenkung hätte allerdings mehr Gewichtung vertragen können.

Opel-Corsa-F-2021-Rear

Fazit

Trotz der technischen Verwandtschaft zum Peugeot 208 konnte der Opel Corsa seine Eigenständigkeit in weiten Teilen verteidigen. Nicht nur optisch macht der Rüsselsheimer einiges her, auch in Sachen Fahrkomfort und Ausstattung gibt es wenig zu mäkeln. Der 100 PS starke 1,2-Liter-Dreizylinder ist ein souveräner, wenngleich nicht immer genügsamer Motor. Schwachstellen? Fehleranfällige Assistenten, ein zu robuster Innenraum sowie eine recht selbstbewusste Preisgestaltung. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)

Technische Daten*

  • Modell: Opel Corsa-e Elegance
  • Motor: Dreizylinder-Benziner, 1.199 ccm
  • Leistung: 74 kW/100 PS bei 5.500 U/min
  • Drehmoment: 205 Nm bei 1.750 U/min
  • Antrieb: Frontantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe
  • Verbrauch kombiniert: 5,5-5,3/100 km²
  • CO2-Emissionen kombiniert: 101-98 g/km²
  • Beschleunigung (0–100 km/h): 9,9 Sekunden
  • Höchstgeschwindigkeit: 194 km/h
  • Abmessungen (L/B/H): 4,06 m/1,77 m/1,43 m
  • Gewicht: ca. 1.200 kg
  • Grundpreis Corsa Elegance: ab 20.450 Euro

*Herstellerangaben

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