Erster Test: smart BRABUS – Jagdsaison eröffnet

Der Smart gilt seit jeher als eines der praktischsten Stadtautos. Vor allem wenn es darum geht, möglichst schnell einen der raren Parkplätze im alltäglichen Großstadtwahn zu ergattern. Wer bei dieser Jagd als Sieger hervorgehen möchte, sollte sich für den aufgemotzten Smart von Brabus entscheiden.

Der 109-PS-Bonsai-Benz sprintet in 9,5 Sekunden von Null auf Hundert und fährt an der Spitze bis zu 180 km/h. Ob im Fortwo oder Forfour, mit dieser Veredelung hat man ganz klar die Nase vorn.
Damit der kleine Smarti auch optisch zu einem sportlichen Auftritt kommt, haben die Designer Frontspoiler und Heckschürze überarbeitet, ihm einen Heckdiffusor-Einsatz in grau-matt verpasst und größere Räder mit besonders schicken Leichtmetallfelgen und eine Abgasanlage mit speziellen Endrohrblenden spendiert – letztere soll für einen schönen sportlichen Sound sorgen, aber der kleine Löwe brüllt auch hier nicht wie ein Großer.

Dafür sieht der Elefantenrollschuh in der Brabus-Ausführung aber wirklich flotter aus als seine zivilen Brüder. Und auch die Individualisierung steht hier klar im Vordergrund: Mit verschiedenen Lackfarben für Karosserie und Sicherheitszelle, verschiedenen Farben für den Kühlergrill und beim Cabrio verschiedene Stofffarben fürs Dach, kann man den Smart ganz nach seinen Vorstellungen zusammenstellen.

Echte Handarbeit

Aber auch im Innenraum hält Brabus einiges bereit: Wer ein exklusives Interieur wünscht, kann die 3.000 Euro teurere Xclusive-Linie ordern. Neben Sportsitzen mit Nappaleder und Brabus-Instrumententafel inklusive Zusatzinstrument hält diese Ausstattungsvariante auch spezielle Fußmatten und den Xclusive-Schriftzug bereit. Noch individuellere Wünsche erfüllt die Brabus Tailor-Made-Abteilung. Unter anderem können handgefertigte Sitzbezüge nach den verrücktesten Vorstellungen geordert werden – an so einem Sitz sitzt der Schneider dann gern mal einen ganzen Tag, dafür reist der Kunde aber dann im größtmöglichen Wohlfühlambiente.

Der kleine Flitzi

Doch nicht nur optisch hat der kleine Stadtflitzer sich echt herausgeputzt. Neben dem auf 109 PS und 170 Newtonmeter Drehmoment aufgemotzten 0,9-Liter-Dreizylinder-Turbo-Motor haben die Entwickler ihr Augenmerk auch auf Lenkung, Getriebe und Fahrwerk gelegt. Und das ist deutlich spürbar! Noch leichtfüßiger als das brave Brüderchen spurtet der in Bottrop überarbeitete Smart davon und macht auch beim Überholen auf der Autobahn eine deutlich bessere Figur.

Die sportlicher abgestimmte Lenkung reagiert prompt und das Doppelkupplungsgetriebe werkelt schneller als im Normalo – ein manuelles Getriebe gibt es für die Brabus-Modelle nicht. Witzig: Für den Smart hält Brabus sogar eine eigene Launch-Control-Funktion bereit, die man sonst nur aus den Rennmodellen der Premiumhersteller kennt.

  • Technische Daten – smart BRABUS

Fortwo: Länge: 2,69 Meter, Breite: 1,66 Meter, Höhe: 1,56 Meter, Radstand: 1,87 Meter, Kofferraumvolumen: 260 bis 350 Liter (Cabrio: 260 bis 340 Liter).

Forfour: Länge: 3,50 Meter, Breite: 1,67 Meter, Höhe: 1,55 Meter, Radstand: 2,49 Meter, Kofferraumvolumen: 185 bis 975 Liter

0,9-Liter-Dreizylinder-Turbobeziner mit 80 kW/109 PS, 170 Nm bei 2.000 U/min, null bis 100 km/h in 9,5 s (Forfour: 10,5 s), Vmax 165 km/h (Forfour: 180 km/h), Verbrauc: 4,5 Liter (Cabrio und Forfour: 4,6 Liter), Effizienzklasse B, Preis ab 19.710 Euro.

Fünf Sekunden schneller

Das Fahrwerk im Winzling animiert dazu, flott ums Eck zu fahren, da er wirklich sehr satt auf der Straße liegt. Sogar kleine Drifts lässt der heckgetriebene Smarti zu, ehe das ESP eingreift. Um auf Landstraßentempo zu beschleunigen, benötigt der Fortwo 9,5 Sekunden, der Forfour nimmt sich eine Sekunde mehr – im Schnitt sind die Brabus

Doch leider hat der kleine Spaß auch hier wieder einen großen Preis. Für den Fortwo müssen mindestens 19.710 Euro auf den Tisch gelegt werden, den Viersitzer gibt es für 20.520 Euro und das Fortwo-Cabrio schlägt sogar mit 22.970 Euro zu Buche. Damit kosten die veredelten Brabus-Smarts fast doppelt so viel wie ein herkömmlicher. Und damit ist die Fahnenstange noch nicht erreicht: Die Liste mit Sonderausstattungen hält noch so einiges bereit, was den Preis noch nach oben treibt. Spaß macht der kleine, in Bottrop entwickelte Smart Brabus ohne Zweifel. Die Entwickler haben alles dran gesetzt, den Zwerg noch spritziger und agiler auszulegen. Doch der Preis erschreckt uns doch ein wenig. Für rund 20.000 Euro gibt es durchaus deutlich mehr Auto – aber vielleicht dafür nicht so viel Fahrspaß. Und auch der Erfolg bei der Parkplatzsuche dürfte mit anderen Modellen nicht so groß sein.

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