VW Golf 2.0 TDI (2026) im Test: Lohnt sich der Diesel noch?

Der VW Golf 2.0 TDI mit 150 PS auf einen Blick
Was wir mögen
Ein voller Tank (50 l) reicht für 800 Kilometer.
Was wir vermissen
Ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ideal, wenn …
… man oft lange Strecken, gerne auch zügig, absolvieren will.
Alternativen
BMW 118d, Mercedes-Benz A 200 d, Audi A3 TDI
Stärken
- Effizienter Antrieb
- Einfache Bedienung
- Guter Fahrkomfort
Schwächen
- Hoher Anschaffungspreis
- Schlechte Rückfahrkamera
- Fehleranfällige Schildererkennung
Der VW Golf TDI bleibt einer der Diesel-Stars aus Wolfsburg - noch!
Noch hält sich der Diesel in der Kompaktklasse des VW-Konzerns. Seat Leon, Skoda Octavia und Audi A3, aber natürlich auch der hier getestete Golf können weiterhin mit einem 2.0 TDI in zwei verschiedenen Leistungsstufen mit 116 und 150 PS bestellt werden. Die Frage ist nur: Wie lange noch? Denn bereits am Beispiel des neuen T-Roc sehen wir, dass der Selbstzünder auch bei Volkswagen langsam aussortiert wird.
Stattdessen wird allerorts elektrifiziert, was das Zeug hält. Technische Brückenlösungen für den Diesel, wie etwa der aufwendig konstruierte 48-V-Triebstranggenerator von Audi, machen in der „Golf-Klasse“ allerdings keinen Sinn. Hohe Entwicklungskosten würden sich auf den ohnehin hohen Neuwagenpreis niederschlagen. So kostet ein VW Golf 2.0 TDI mit 150 PS und DSG bereits heute ab 41.450 Euro - viel Geld für ein am Ende sehr einfaches Auto.
Bildergalerie: VW Golf 2.0 TDI (2026)

VW Golf 2.0 TDI (2026)
So unkompliziert kann Autofahren weiterhin sein
Das ist an dieser Stelle auch überhaupt nicht negativ zu verstehen. Schließlich ist diese Tatsache seit je her eine der entscheidenden Stärken des Volkswagen Golf. Auch in seiner achten Generation. Während das Vor-Facelift bis Anfang 2024 noch an vielen Kinderkrankheiten litt, steht der Golf 8.5 nun als weitestgehend ausgereiftes Produkt beim Händler. Einsteigen, losfahren! Die Ergonomie passt, und zumindest in Reihe eins gefallen die eingesetzten Materialien. Auch das Infotainment-System ist mittlerweile sehr brauchbar und zeigt (bis auf die schlechte Rückfahrkamera), dass es der VW-Konzern doch noch kann.
Ist man zudem bereit ordentlich Geld in die Hand zu nehmen (der Testwagen kostet 55.610 Euro), fährt man nicht nur mit der optisch ansprechenden R-Line, sondern zahlreichen Komfort-Extras aus der oberen Mittelklasse vor. Unter anderem gibt es klimatisierte Sportsitze mit Echtlederbezügen "Vienna", der Fahrersitz ist zusätzlich elektrisch verstellbar und die Soundanlage ist von Harman & Kardon gebrandet. Zahlreiche Assistenten inklusive des Travel Assist erleichtern die lange Reise und mit dem optionalen Head-up Display werden fahrrelevante Infos direkt in die Windschutzscheibe gespiegelt. Für den Zugbetrieb (bis zu 1,8 Tonnen) gibt es überdies eine ausklappbare Anhängerkupplung.
Empfehlenswert: Das DCC-Pro-Fahrwerk
Apropos Langstreckenqualitäten: Freilich kommen wir an dieser Stelle auf den zwei Liter großen Selbstzünder unter der Haube zu sprechen. Denn er weist den Golf auch weiterhin als echten Kilometerfresser aus. Verbräuche unterhalb von sechs Litern auf 100 Kilometer sind trotz Euro 6 und SCR-Kat kein Problem, Leistung (150 PS) und Drehmoment (360 Nm) sind in ausreichendem Maße vorhanden. Die Antriebskraft wird derweil über ein weitestgehend passabel schaltendes Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderräder geleitet. Schade: Einen 4Motion-TDI gibt es im Golf nach dem Wegfall des Alltrack nicht mehr zu bestellen.
Weiterhin erhältlich und eine der größten Empfehlungen ist das adaptive Fahrwerk DCC Pro. Seit dem Golf-Facelift wurde es ebenfalls mit der neuen 2-Ventil-Technik aufgewertet, die unter anderem auch im T-Roc zum Einsatz kommt. Es ist schon sehr beachtlich, wie groß der Spreizungsbereich zwischen Komfort und Sport mittlerweile geworden ist. Die adaptiven Dämpfer lassen sich in 15 Stufen verstellen, wobei die komfortabelste Einstellung selbst gröbste Schlaglöcher auf Oberklasse-Niveau schluckt.
Die Lenkung ist dagegen VW-typisch etwas nüchtern abgestimmt, in der Sport-Einstellung aber durchaus für präzise Richtungswechsel zu gebrauchen. Aus dem Golf TDI wird dadurch natürlich noch kein Golf GTI Edition 50.
Fazit 8.1/10
Der VW Golf 8.5, besonders mit dem 150 PS starken TDI, dürfte derzeit eines der ausgereiftesten Autos bei den Wolfsburgern sein. Der niedriger Verbrauch, hohe Langstreckenqualitäten und ein überzeugendes Komfortniveau sprechen klar für ihn. Aus Kostensicht lohnt sich der Diesel dagegen nur noch für einen sehr kleinen Kundenkreis. Dazu zählen vor allem Vielfahrer, die keinen Variant benötigen. Alle anderen werden wohl auch mit den 1,5- und 2,0-Liter-Benzinern glücklich. Unser Tipp unterhalb von GTI und R, aber kaum teurer als der TDI: der 2.0 TSI mit 204 PS und Allrad. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)
AutoScout24 Scores
Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.
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