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VW Karmann Ghia Cabrio

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Alternative Modelle

Weitere Entwicklungen des Karmann

Dieses Cabrio ist eines der ungewöhnlichsten Fahrzeuge des VW-Konzerns. Das beginnt schon damit, dass es weder bei VW gebaut noch entwickelt wurde. Es handelt sich um einen Sportwagenaufbau des VW Käfer. Die Geschichte des VW Karmann Ghia Cabrio reicht bis ins Jahr 1951 zurück. Wilhelm Karmann, ein Wagenbauer aus Osnabrück, und Heinrich Nordhoff, der damalige Volkswagen-Generaldirektor, besprachen die Möglichkeit, ein Sportcoupé auf den Markt zu bringen. Erste Entwürfe entstanden bei Karmann, aber wenig später bezogen die Entwickler auch die Firma Carrozzeria Ghia in Turin mit in die Planung ein. 1953 lieferten die Turiner einen Prototyp, der sowohl Nordhoff als auch Karmann begeisterte. Bereits 1955 begann die Serienproduktion des Karmann Ghia, und 1957 stellte das Unternehmen das Karmann Ghia Cabrio vor. Basis des VW Karmann Ghia Cabrio ist der eher biedere Export-Käfer aus Wolfsburg. Der Motor des Wagens brachte eine Leistung von 22 KW, also gerade einmal 30 PS. Das Fahrzeug mit dem luftgekühlten Vier-Zylinder-Boxermotor wurde von der Fachpresse sogar als Parodie auf einen Rennwagen bezeichnet. Der Wagen brachte eine Spitzengeschwindigkeit von lediglich 137 km/h. Bei der ersten Modellpflege im Jahr 1959 bekam das VW Karmann Ghia Cabrio größere Scheinwerfer, im Fond wurden ausstellbare Fenster eingebaut, und der Fahrer erhielt eine Armlehne an der Innenseite der Tür. Neben einigen optischen Veränderungen hatte das VW Karmann Ghia Cabrio nun eine Scheibenwaschanlage und eine Lichthupe. 1960 bekam der VW Export einen stärkeren Motor, der nun auch im Karman Ghia zum Einsatz kam. Ab 1961 produzierte Karman auch den Typ 34 Coupé mit einem 33 kW (45 PS) starken Motor, der 137 km/h erreichen konnte. Das VW Karmann Ghia Cabrio des Typs 34 wurde aber nur als Prototyp gebaut und kann daher außer Acht gelassen werden. 1965 erhielt der Typ 14, genau wie der VW Käfer, einen Motor mit 1.300 cm³ Hubraum, der 29 kW (40 PS) Leistung brachte. Bereits ein Jahr später bekam das VW Karmann Ghia Cabrio den 1.500 cm³-Motor des neuen Käfers mit 32 kW (44 PS) und erhielt zusätzlich ein besseres Fahrwerk und vorne Scheibenbremsen statt der üblichen Trommelbremsen. Das Jahr 1967 brachte dem Karmann Ghia Cabrio eine 12-Volt-Elektrik. Außerdem wurde die Tanköffnung vom Kofferraum in den Kotflügel verlegt. Das Cabrio war nun auch mit Halbautomatik zu bekommen, verbunden mit einer Schräglenkerachse. Im nächsten Jahr fügte Karman noch eine Warnblinkanlage hinzu. Aber erst 1970 bekam auch das VW Karmann Ghia Cabrio mit Schaltgetriebe die fortschrittliche Achse. Bis zur Einstellung der Produktion im Jahr 1974 erfolgten nur noch geringe optische Veränderungen. Im Zeitraum von 1962 bis 1972 wurden auch in Brasilien bei São Paulo im Werk São Bernardo do Campo 176 Cabrios gebaut. Diese unterschieden sich geringfügig von den Wagen aus Osnabrück und wurden kaum nach Europa importiert.

Wert der Fahrzeuge

Das Karmann Ghia Cabrio wurde als Hausfrauenporsche oder Sekretärinnen-Ferrari verspottet. Insgesamt fanden trotzdem über 81.000 Ghia Cabrio einen Abnehmer. Im Jahr 1957 kostete das Cabrio 8.250 DM. Der einfache Käfer war für 3.750 DM erhältlich. Damit war das Karmann Ghia Cabrio in seiner Zeit ein recht teures Auto. Gut erhaltene, gebrauchte Wagen der Serie können heute bis zu 50.000 Euro kosten. Die große Nachfrage veranlasst seit 1990 einige Hersteller, Repliken auf den Markt zu bringen. Die Glasfaserkarosserien werden auf die Chassis eines bereits schon einmal zugelassenen Käfer aufgesetzt.