Alfa Romeo benennt Milano um: Druck aus Italien

Alfa Romeos frisch eingeführtes B-Segment-SUV sorgt für unerwartete Aufmerksamkeit: Die Namenswahl "Milano" ruft Kritik der italienischen Regierung hervor, da das Fahrzeug in Polen produziert wird. Als Reaktion benennt Alfa das Modell um.

Der neue Alfa Romeo Milano auf einen Blick

  • Kontroverse um Namensgebung
  • Aus dem Milano wir der Junior
  • Erstes Elektroauto von Alfa Romeo
  • Auch als Hybrid und mit Allrad erhältlich
  • Schwestermodell des Fiat 600
  • Marktstart im Herbst 2024

Alfa Romeo Milano 2024 - Front

Die italienische Regierung behandelt ein Auto wie einen Parmesankäse

Der erste April liegt ja nun schon ein paar Tage zurück und doch erscheint das, was nun mit dem Alfa Romeo Milano passiert, wie ein verspäteter Aprilscherz. Das neue B-Segment-SUV der Italiener wird bis zum Marktstart im Herbst umbenannt. Aus dem Milano wird kurzerhand der Junior, wie Alfa Romeo offiziell bestätigt hat.

Damit reagiert der Autobauer auf Vorwürfe aus der italienischen Regierung, allen voran von Wirtschaftsminister Adolfo Urso, der sich zum Milano wie folgt äußerte: "Ein Auto mit dem Namen Milano kann nicht in Polen produziert werden. Das ist nach italienischem Recht verboten". Ferner verwies der Politiker auf ein Gesetz aus dem Jahr 2003, das es verbietet, italienisch klingende Produkte zu verkaufen, obwohl sie nicht in Italien hergestellt wurden. Dass sich das Gesetz vor allem auf Lebensmittel wie Parmesankäse bezieht, spielt dabei anscheinend keine große Rolle.

Alfa Romeo Milano 2024 - Seite

Alfa-Chef Imparato bedankt sich in Richtung der italienischen Regierung

Fest steht: Der Alfa Romeo Milano wird auch weiterhin im polnischen Stellantis-Werk in Tychy gebaut, soll aber fortan "Alfa Romeo Junior" heißen. Damit folgt er nun, zumindest namentlich, auf legendäre Junior-Modelle wie die Alfa Romeo Giulia Sprint GT oder den Alfa Romeo Spider 1300 Junior.

Alfa Romeo selbst beschloss die Namensänderung übrigens, um "ein Klima der Gelassenheit zu fördern". Alfa-CEO Jean-Philippe Imparato selbst äußerte sich wie folgt: "Wir haben uns entschlossen, den Namen zu ändern, obwohl wir wissen, dass wir dazu nicht verpflichtet sind, weil wir die positiven Emotionen, die unsere Produkte immer hervorgerufen haben, bewahren und jede Art von Kontroverse vermeiden wollen." Ferner bedankt sich der Markenchef in Richtung der italienischen Regierung mit folgenden Worten: "Die Aufmerksamkeit, die wir in den letzten Tagen für unseren neuen "Sports Compact" erhalten haben, ist sehr aufregend, denn wir hatten eine noch nie dagewesene Anzahl von Zugriffen auf den Online-Konfigurator, was dazu führte, dass die Website für ein paar Stunden zusammenbrach."

Mehr zum neuen Alfa Romeo Milano, pardon, Alfa Romeo Junior, erfahrt ihr hier.
(Text: tv | Bilder: Hersteller)

Artikel teilen

avataras24.jpg

Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat fährt er eine Mercedes-Benz S-Klasse S 450 4Matic W221.

Entdecke jetzt Alfa Romeo auf AutoScout24

Alle Artikel

Alle ansehen
hongqi hs3 54

Hongqi HS3 und HS5: Chinas Staatsmarke kommt nach Deutschland

Statt Staatslimousinen kommt Hongqi mit SUVs nach Deutschland. Doch die Strategie mit HS3 und HS5 wirft Fragen auf: Ausgerechnet zum Start in Europa vertrauen die Asiaten starr auf durstige Verbrennungsmotoren, während E-Antriebe und Plug-in-Hybride erst später nachgereicht werden sollen.

Mehr lesen
Hongqi HS3 und HS5: Chinas Staatsmarke kommt nach Deutschland
Aston Martin Valhalla Spider-4

Aston Martin Valhalla Spider: 1.079-PS-Super-Hybrid nimmt das Dach ab

Die Edelschmiede aus Gaydon stellt ihrem Mittelmotor-Supersportler eine offene Variante an die Seite. Der Aston Martin Valhalla Spider bringt den gewaltigen 1.079-PS-Plug-in-Hybridantrieb des geschlossenen Bruders in die Welt des puren Open-Air-Fahrens.

Mehr lesen
Aston Martin Valhalla Spider: 1.079-PS-Super-Hybrid nimmt das Dach ab
BMW iX4 M60-1

Update: BMW iX4 M60 | Erste Sitzprobe im Neue-Klasse-Coupé

BMW gibt bei der Elektrifizierung weiter Vollgas: Nach dem iX3 und i3 legen die Münchner nun nochmal nach. Der BMW iX4 ergänzt die Modellfamilie der „Neuen Klasse“ als emotional gestyltes SUV-Coupé. Der iX4 M60 xDrive setzt als vorläufige Speerspitze ein gewaltiges Leistungs-Ausrufezeichen.

Mehr lesen
Update: BMW iX4 M60 | Erste Sitzprobe im Neue-Klasse-Coupé