Studie: Seat Ibiza Cupster – Oh je

Autohersteller können es einfach nicht lassen und bringen von ihren kleineren Modellen immer wieder mal überflüssige Aufschnitte für Sonnenanbeter.

Renault hat erst vor kurzem gezeigt, dass man mit einem Modell wie dem Wind mehr Häme als Absatz generiert. Doch der kleine Mann wird auch weiter davon träumen dürfen, für wenig Geld offen fahren zu können. Jetzt will Seat an diesen Geist appellieren und zeigt seinen aktuellen Ibiza als Frischluftfeger. Flach, gestreckt und mit schmaler Rund-um-Verglasung kann der Spanier auf den ersten Blick durchaus anmachen, doch schon auf den zweiten Blick offenbaren sich auch fragwürdige Proportionen, die eben klar machen, dass hier eine Festdach-Kompaktkonstruktion im Nachhinein zum Offen-Flitzer umgebaut wurde. Ein Roadster sollte doch eigentlich eine lange Schnauze und ein knackiges Heck haben. Beim Cupster ist es der umgekehrte Fall. Der Fahrzeugbereich hinter den Vordersitzen wurde einfach mit einer Abdeckung nach oben hin geschlossen und sollen die hinter den Kopfstützen langgezogenen Hutzen den Eindruck eines Pick-Ups kaschieren. Was allerdings in nur mäßig überzeugender Weise gelingt. Auf ein Dach hat man – in welcher Form auch immer – verzichtet.

Vermutlich ist mit dem Dach auch die für Fahrspaß nötige Steifigkeit der Karosserie abhanden gekommen. Alternativ müsste man mit dem massiven Einsatz von nachträglichen Versteifungen das Gewicht in unschöne Höhen treiben. Unterm Strich dürfte trotz des 180-PS-Benziners im Bug dieses Roadsters die eigentlich erwartbare Pistengaudi auf der Strecke bleiben.

Den Fans am Wörthersee, denen Seat im Rahmen des GTI-Treffens Ende Mai 2014 diesen Aufschnitt zum 30jährigen Jubiläum der Baureihe Ibiza statisch präsentieren wird, dürfte das egal sein. Für sie sind derartige Spezialitäten einfach nur „Goil!“. Doch vielleicht hätte der Ibiza zum 30igsten doch etwas mehr Kreativität und vor allem Stilbewusstsein verdient. (mh)

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