Führerscheinklassen

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Gut 20 Führerschein-Arten gibt es heute: Welcher Führerschein gilt für welche Fahrzeug-Klasse? Wir verschaffen Ihnen Überblick!

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Bei den Führerscheinklassen kann man schon mal den Überblick verlieren: 18 Arten der Fahrerlaubnis stehen heute im deutschen Dokumentenwald – und das sind nur die wichtigsten. Einst ganz einfach auf den Ziffern 1 bis 5 beruhend, steht der frühere Papierführerschein seit 1999 europaweit einer einfachen Chipkarte gegenüber: Deren Rückseite zeigt an, welche Fahrzeuge vom Besitzer gefahren werden dürfen – die Führerscheinklassen selbst sind seitdem durch Buchstaben und Zahlen gekennzeichnet. Mit der Reform im Januar 2013 stehen die Kategorien letztgültig fest:

  • B steht für die Gruppe der PKW (ehemals 3),
  • A für alle Motorräder (ehemals 1),
  • Führerscheine für LKWs (ehemals 2) sind am Buchstaben C zu erkennen und
  • Busse durch ein D (ehemals 2 und 3).
  • Die Sonderklassen T und L (ehemals 4 und 5) bezeichnen alle Zugmaschinen, Traktoren, Stapler und andere Sonderfahrzeuge.

Es folgen die Kategorien mit ihren Führerscheinklassen im Einzelnen:

PKW-Klassen (B, BE und B96)

Zur Kategorie PKW gehört in erster Linie das amtliche Papier schlechthin: der Autoführerschein der Klasse B. Die meisten Verkehrsanwärter schreiben sich Ende ihres 17. Lebensjahres in einer Fahrschule ein, so dass sie pünktlich zu ihrem 18. Geburtstag selbst hinterm Steuer sitzen dürfen. Eine Ausnahme stellt hier der Führerschein ab 17 Jahren dar, der unter Begleitung einer erwachsenen Person mit Führerschein schon früher das Führen eines Pkw erlaubt.

Wer im Besitz eines Führerscheins der Klasse B ist, erhält damit zugleich die Erlaubnis, mit Klein- und Leichtkrafträdern der Klasse AM sowie mit Traktoren der Klasse L am Straßenverkehr teilzunehmen. Ein Anhänger darf bis zu einer Gesamtmasse von 750 kg mitgezogen werden – für Hänger zwischen 750 und 3.500 kg wird ein Zusatzschein der Klasse BE benötigt, der Schein B96 bzw. Klasse B mit Schlüsselzahl 96 erlaubt das Ziehen von Anhängern mit einer zulässigen Gesamtmasse zwischen 3.500 kg und 4.250 kg.

Motorrad-Klassen (AM, A1, A2 und A)

Die Fahrerlaubnis für die Kleinsten unter den motorgetriebenen Zweirädern darf in der Regel bereits ab dem 16. Lebensjahr erworben werden. Der Führerschein AM ist folglich auch der „kleinste Führerschein“ und erlaubt das Fahren von Mofas, Mopeds, Trikes oder Fahrrädern mit Hilfsmotor. Als Voraussetzung gilt, dass das Fahrzeug nicht schneller als 45 km/h fahren kann und die maximale Leistung höchstens 4 kW (5,4 PS) beträgt.

Eine Stufe höher liegt der Motorradschein A1 für Leichtkrafträder bis 125 ccm und nicht mehr als 11 kW Motorleistung – die Klasse AM ist bei beim A1 bereits enthalten, ebenso wie AM und A1 Bestandteil des A2 sind. Letzterer erlaubt das Führen von Leichtkrafträdern bis zu einer Leistung von 35 kW (48 PS). Wer jedoch alle Typen zweirädriger Krafträder fahren möchte, braucht den Motorradführerschein A – diese Fahrerlaubnis unterliegt keinerlei Beschränkung und enthält alle kleinen Führerscheinklassen aus dem Motorradsegment.

LKW-Klassen (C)

LKW-Führerscheinklassen gibt es aktuell vier an der Zahl, die Klasse B als Voraussetzung ist dabei allen gemein. Der kleinste LKW-Führerschein stellt die Klasse C1 dar, die bis zur Vollendung des 50. Lebensjahres befristet ist und danach fünfjährlich durch ein ärztliches und augenärztliches Gutachten aufgefrischt werden muss. Der C1 berechtigt zum Führen von Kraftfahrzeugen mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 aber nicht mehr als 7,5 Tonnen und maximal neun Sitzplätzen inklusive dem Führersitz. Die Führerscheinklasse C ist wie beim Motorradschein A keinen Einschränkungen unterlegen – sie gilt also auch für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen Gesamtmasse – allerdings darf dieser Schein erst ab einem Alter von 21 Jahren erworben werden und ist auf fünf Jahre befristet.

Mit der Klasse C1 als Basis kann auf die Klasse C1E aufgestockt werden, wer bereits den C-Führerschein hat, kann zusätzlich die Klasse CE erwerben: Das E in der Kennzeichnung erlaubt zusätzlich das Ziehen von Anhängern mit mehr als 750 kg – die Befristungen sind mit denen der Klassen C1 und C identisch.

Bus-Klassen (D)

Die Systematik der LKW-Klassen setzt sich bei den Bussen fort und auch hier die Klasse B Grundvoraussetzung: Der kleine D1 berechtigt zum Befördern von mehr als acht, maximal jedoch 16 Personen, und ist ab 21 Jahren erhältlich. Das blanke D ohne die 1 steht auch hier für die uneingeschränkte Nutzung, also beispielsweise zum Führen von Omnibussen mit mehr als 16 Sitzplätzen. Kommt ein E zur Bezeichnung hinzu, namentlich der Führerscheinklassen D1E und DE, so darf ein Anhänger über 750 kg mit gezogen werden. Die Befristung sowie die Verpflichtung zu ärztlichen bzw. augenärztlichen Gutachten sind bei den Bussen analog zu den LKW geregelt.

Sonderklassen (L und T)

Zu guter Letzt bleiben die Sonderklassen, die wie der Name schon sagt, das Führen von Sonderfahrzeugen erlauben. Im Einzelnen sind dies die Klasse T für land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschinen und Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h sowie die Klasse L für Arbeitsmaschinen, Stapler, selbstfahrende Futtermischwagen und Flurförderzeuge. Eine Besonderheit dieser beiden Klassen ist, dass die Fahrerlaubnis in der Regel bereits ab dem 16. Lebensjahr erworben werden darf. Bei der Klasse T ist dies dann jedoch beschränkt auf Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h.

Probezeiten

Für einige Führerscheinklassen gibt es im Übrigen Probezeiten. Grundsätzlich gelten diese für die Führerscheine A, B, C und D. Bei FinanceScout24 erfahren Sie im Ratgeber für Fahranfänger Informationen, welche Führerscheinklassen Probezeiten unterliegen und welche nicht.