Kfz-Brief verloren - und jetzt?

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Sie haben sich entschieden, Ihr Auto zu verkaufen und haben auch schon einen Käufer gefunden. Beim Ausstellen des Kaufvertrages stellen Sie aber fest, dass der Fahrzeugbrief nicht mehr auffindbar ist? Jetzt ist guter Rat teuer.

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Die Bedeutung des Kfz-Briefes

  • Viele Kfz-Besitzer sind der Meinung, dass demjenigen das Auto gehört, der in den Kfz-Papieren (Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief) eingetragen ist. Dem ist aber laut Gesetz nicht so. Eigentümer eines Autos ist derjenige, der den Kfz-Brief in den Händen hat. Derjenige, der das Auto fährt, ist lediglich der Besitzer.
  • Diese Rechtsgrundlage führt dazu, dass die Banken bei einer Fahrzeugfinanzierung den Kfz-Brief so lange behalten, bis der Kredit vollständig abgezahlt ist.
  • Der Fahrzeug-Brief ist demnach in Deutschland ein Dokument, das die Besitzansprüche definiert. Mit dem Kfz-Brief, den alten Nummernschildern und Ihrem Ausweis können Sie ein Auto auf sich ummelden. Keine Zulassungsstelle fragt nach dem Kaufvertrag, der im Grunde genommen den Eigentumsübergang bescheinigt.
  • Und genau aus diesem Grund sollte man immer peinlichst genau darauf achten, dass man den Kfz-Brief weder verlegt, noch verliert oder einer anderen Person anvertraut. Denn: Ohne Kfz-Brief können Sie Ihr Auto weder auf einen anderen Zulassungsbezirk ummelden, noch verkaufen oder stilllegen lassen.

So können Sie im Falle eines Verlustes vorgehen

  • Sobald der Kfz-Brief nicht mehr auffindbar ist, sollten Sie unverzüglich zu der für Sie zuständigen KFZ-Zulassungsstelle gehen. Dort können Sie eine eidesstattliche Erklärung abgeben und den Fahrzeugbrief neu beantragen. Je nach Bearbeitungsaufwand kommen unterschiedlich hohe Gebühren auf Sie zu.
  • Alternativ können Sie diese Erklärung auch vor einem Notar abgeben und mit dieser beglaubigten Erklärung zur Zulassungsstelle gehen. Bedenken Sie, dass eine Neuausstellung des Kfz-Briefes ein paar Wochen dauert; in dieser Zeit können Sie Ihr Auto nicht verkaufen oder ummelden. Fahren dürfen Sie es jedoch weiterhin.

Die Zulassungsbescheinigung ersetzt den Kfz-Brief

  • Der Kfz-Brief wird seit dem 01.20.2005 nicht mehr ausgestellt. Stattdessen gibt es nun zwei Zulassungsbescheinigungen, die im Falle eines Besitzerwechsels neu ausgestellt werden. Früher wurde der Besitzerwechsel namentlich im Fahrzeugbrief eingetragen - heute sind nicht mehr die Namen, sondern nur noch die Zahl der Vorbesitzer nachvollziehbar.
  • Konkret bedeutet dies, dass für ein Auto mit Erstzulassung ab Oktober 2005 zwei Zulassungsbescheinigungen ausgestellt werden: Die Zulassungsbescheinigung Teil I ersetzt den Fahrzeugschein, die Zulassungsbescheinigung Teil II ersetzt den Kfz-Brief.
  • Achten Sie daher beim Kauf eines Autos immer darauf, welche Dokumente Sie erhalten und ob diese zu den Daten (Zulassungsdatum, Besitzerwechsel usw.) passen. Erzählt Ihnen beispielsweise der Verkäufer, dass er das Auto seit 2010 besitzt, möchte Ihnen aber einen Kfz-Brief geben, dann stimmt hier etwas nicht.
  • Die Zulassungsbescheinigungen wurden nicht nur in Deutschland, sondern europaweit eingeführt. Sie sind fälschungssicher und enthalten einen Code, anhand dessen das eingetragene Fahrzeug identifiziert werden kann.

Kurz zusammengefasst: Der Kfz-Brief bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil II ist ein wichtiges Dokument, das Auskunft über Besitzansprüche gibt. Ein Verlust ist ärgerlich und zu vermeiden, die Papiere können aber bei der zuständigen Zulassungsstelle kostenpflichtig neu beantragt werden.