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Fokus: Caravaning
Fokus: Caravaning

So viel kosten Wohnmobil und Wohnwagen

Wer mit einem Reisemobil oder Wohnwagen liebäugelt und es nicht mieten möchte, sollte im Vorfeld einmal das Budget überschlagen. Denn neben der Anschaffung dürfen auch die laufenden Kosten nicht außer Acht gelassen werden. Hier ein Überblick über die wichtigsten Posten bei Wohnwagen und Wohnmobil.

Anschaffungskosten – Neupreise

Sicherlich der größte Posten in deiner Rechnung ist der Anschaffungspreis. Kaufpreise für ein neues Wohnmobil starten bei knapp 30.000 Euro – für einen neuen Camper. Teilintegrierte Fahrzeuge gibt es ab rund 40.000 Euro, vollintegrierte ab etwa 50.000 Euro. Leider gelten Ab-Preise immer nur für die Basisausstattung. Willst du zum Beispiel ein paar mehr PS oder relativ normale Extras wie eine Anschlussgarantie, Markise oder Fahrradträger, kostet dich das auch extra. Ebenso schlägt die Erstausstattung noch einmal mit ein paar hundert Euro zu Buche. Dazu gehören etwa Küchenausstattung, Outdoor-Stühle, Tische und ein Zelt oder auch nur simples technisches Zubehör wie Kabeltrommel und Steckdosen.

Die Anschaffung eines Wohnwagens ist da weniger kostspielig. Wenn du über einen Pkw verfügst, brauchst du im Prinzip nur noch den Anhänger. Hier gibt es Modelle in vielen Preiskategorien. Unter den Mini-Modellen starten neue Anhänger preislich schon bei knapp 6.000 Euro, die geräumigeren Caravans mit Bad und Bett sind ab etwa 10.000 Euro erhältlich. Klar, nach oben gibt es kaum Grenzen, was Ausstattung und Technik betrifft.

Preise für Gebrauchtfahrzeuge

Angesichts der happigen Anfangsinvestition für die Anschaffung rückt schnell der Gebrauchtmarkt auf den Schirm. Hier ist jede Preiskategorie vertreten. Mit Wohnwagen ab etwa 2.000 Euro bis 30.000 Euro ist für wirklich jeden, vom bescheidenen Puristen bis zum Luxus-Urlauber, etwas dabei. Bei den Gebrauchten, und gerade bei den älteren Modellen, empfiehlt sich vor dem Kauf natürlich eine gründliche Prüfung auf Herz und Nieren.

Ähnlich verhält es sich bei den Wohnmobilen, nur gehen die Preise etwas höher los – für einen Campervan schon mal unter 10.000 Euro, teilintegrierte, betagtere Fahrzeuge ab ca. 15.000 Euro, und integrierte Modelle bei etwa 20.000 Euro. Sicher findet man schon Wohnmobile, die deutlich darunter liegen, allerdings nimmt man dann meist einen hohen Kilometerstand bzw. ein älteres Baujahr in Kauf.

Überstellungskosten

Der Transport des Wohnwagens oder Reisemobils zum Händler bzw. zu dir nach Hause kann schon mal bis zu 1.000 Euro ausmachen und ist meist nicht im Angebotspreis enthalten.

Zulassung

Je nach Wohnort variieren die Zulassungskosten, für einen Anhänger oder ein Wohnmobil betragen sie in etwa 30 Euro, zusammen mit den Kosten für das Kennzeichen solltest du jedoch unter 100 Euro bleiben.

Kosten für Unterhalt

Versicherung (Haftpflicht, Kasko): Genauso wie Autos sind Wohnmobile und Wohnwagen in Deutschland versicherungspflichtig. Damit ist die Haftpflicht-Versicherung gemeint, optional und empfehlenswert ist noch eine Teil- oder Vollkasko – da kann man beim Wohnmobil schon mal bei 1.000 Euro landen, doch es geht auch günstiger. Warum ist bei Versicherungen oft keine klare Aussage möglich?

Das liegt daran, dass die Beiträge je nach Anbieter sehr schwanken. Die Bemessung der Versicherungsprämie hängt zudem von mehreren Faktoren ab – Neuwert, Schadensfreiheitsklasse beim Wohnmobil, Selbstbeteiligung, Deckungssummen oder Baukomponenten wie z.B. ein Gfk-Dach. Daher lässt sich pauschal keine Aussage machen. Unser Tipp: vergleichen, vergleichen, vergleichen – und immer aufs Kleingedruckte achten.

Eins lässt sich aber feststellen: Sofern man bereits ein Auto hat, kommt man mit einem Wohnwagen günstiger weg. Denn eine entsprechende Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung kann man bereits zwischen 150 und 300 Euro abschließen.

Kfz-Steuer: Beim Wohnmobil ist die Höhe der Steuer abhängig von Gewicht und Schadstoffklasse. So werden beispielsweise für ein durchschnittliches Fahrzeug mit 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht und Schadstoffklasse 4 genau 240 Euro Jahressteuer fällig. Die Spanne verläuft insgesamt zwischen 144 und 745 Euro. Letztere gilt aber nur für sehr alte, sehr schwere Fahrzeuge. Übrigens gilt für Oldtimer eine jährliche Steuerpauschale von 191,73 Euro.

Auch bei den Wohnwagen bestimmt das Gewicht über die Kfz-Steuer, sie ist aber günstiger als bei den Wohnmobilen, aktuell sind das je angefangene 200 Kilogramm Gesamtgewicht 7,46 Euro pro Jahr, jedoch maximal 373,24 Euro (Stand: 2019, §9 Kraftfahrzeugsteuergesetz). Beispielsweise wird für einen Wohnwagen mit zulässiger Gesamtmasse von 1500 Kilogramm eine jährliche Kfz-Steuer von 59,68 Euro fällig.

Wartung und Reparaturen: Besonders zu erwähnen sind hier die Gasanlagen. Alle zwei Jahre sollte eine Gasprüfung vorgenommen werden, die dann zwischen 20 und 60 Euro kostet. Beim Wohnmobil ist die bestandene Gasprüfung sogar Voraussetzung für eine erfolgreiche Hauptuntersuchung (HU).

Neben den Starterbatterien müssen auch die Aufbaubatterien hin und wieder ersetzt werden. Je nachdem, für welchen Batterietyp dein Herz schlägt, kommen dann eine Nassbatterie für etwa 100 Euro, eine AGM-Batterie ab 150 Euro, eine Gel-Batterie für 400 Euro, oder eine Lithiumbatterie für stattliche 1.000 Euro infrage.

Einige Wartungsarbeiten wie die Fahrzeugwäsche und Reinigung des Wassertanks kannst du natürlich selbst übernehmen und so Kosten sparen.

TÜV / HU: Je nach zulässigem Gesamtgewicht und Erstzulassung ist die Hauptuntersuchung für Wohnanhänger nach 12, 24 oder 36 Monaten fällig. Dafür musst du etwa 50 Euro einkalkulieren.

Reifen: Abgefahrene Reifen stellen eine Gefahr dar und gehören regelmäßig ausgetauscht. Pro Reifen musst du gute 100 Euro rechnen. Hat man keine Allwetterreifen, geht der Radwechsel bei zwei Reifensätzen alle vier Jahre ganz schön ins Geld. Reifen für den Wohnwagen sind schon etwas günstiger zu haben.

Standkosten: Hast du keinen kostenfreien Parkplatz für deinen Wohnwagen oder Reisemobil, sind Standkosten zu berücksichtigen. Diese variieren natürlich, je nachdem, wer dir einen Standplatz zur Verfügung stellt.

Kosten auf der Reise mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen

Stellplatz / Campingplatz: Stellplätze sind mit 5 bis 12 Euro pro Nacht einzurechnen, manchmal sogar kostenlos. Übernachtungen auf dem Campingplatz kannst du ungefähr mit 10 bis 25 Euro pro Nacht und Person einkalkulieren – je nach Land und Ausstattung.

Treibstoff / Gas: Der Treibstoff kann sich je nach Urlaubsland gehörig auf die Urlaubskasse auswirken. Berechnen kannst du die Kosten anhand der Formel: Geplante Kilometer / 100 x Durchschnittsverbrauch x Literpreis

Kosten für Gas fallen je nach Temperatur und Dämmung unterschiedlich aus. Eine 11 kg Gasflasche à 20 Euro Füllung kann bei Minusgraden schon nach 2 Tagen aufgebraucht sein. Wenn du sie beim Camping im Sommer nur fürs Kochen verwendest, kann sie hingegen mehrere Monate halten.

Maut / Vignetten / Fähren: Abhängig davon, wohin du mit deinem Wohnmobil oder Wohnwagen in Urlaub fährst, fallen Ausgaben wie Maut, Vignetten und Fährkosten an. Diese können je nach Land sehr unterschiedlich ausfallen, sind beim hohen Gewicht bzw. großer Länge eines Reisemobils aber ein nicht zu vernachlässigender Kostenfaktor.

Wertverlust

Reisemobile und Wohnwagen sind solide konstruiert und daher wertbeständig, wie auch beim Pkw ergibt sich der größte Wertverlust im ersten Jahr. Je nach Zustand beträgt der Wertverlust danach 8 bis 10%, etwas geringer noch bei den Wohnwagen. Im Hinblick auf gut erhaltene, gebrauchte Wohnmobile und Wohnwagen-Anhänger ist der Bedarf größer als das Angebot. Wenn die Investition auch hoch ist, so kann man doch mit einem Reisegefährt rechnen, von dem man längere Zeit etwas hat. Und verkauft man es doch früher, hat man gute Chancen auf einen stabilen Restwert – entsprechend guter Zustand vorausgesetzt.

Tipp: Rücklagen bilden

Ein Urlaub mit Wohnmobil oder Anhänger ist insgesamt kein günstiges Unterfangen. Wer sein Fahrzeug nicht mieten, sondern besitzen möchte, muss neben den Anschaffungskosten mit laufenden Ausgaben und Reparaturen rechnen. Gestiegen sind auch die sonstigen Reisekosten, wie beispielsweise die Übernachtungspreise beim Camping. Diese entsprechen mittlerweile teilweise schon dem Preis einer günstigen Pension. Doch wer einmal die Vorzüge eines Wohnmobils oder Wohnwagens kennengelernt hat, für den sind die Freiheit und Flexibilität schlicht und einfach: unbezahlbar.