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Fokus: Fahranfänger
Fokus: Fahranfänger

Auto kaufen

Ein Autokauf ist immer eine aufregende Sache. Noch ein bisschen mehr, wenn es um das erste eigene Auto geht. Doch wie kauft man überhaupt ein Auto und worauf solltest du achten? Wir haben das für dich zusammengefasst!


Von der ersten Suche nach einem neuen oder deinem ersten Auto bis zur Fahrt vom Hof des Verkäufers kann es ein langer Weg sein. Vieles gilt es zu beachten und so mancher Stolperstein kann auf dich lauern. Mit unserer Hilfe brauchst du keinen Busfahrplan mehr. Denn wir haben deinen Fahrplan zum eigenen Auto. Mit ihm kannst du über viele Stolpersteine hinwegspringen und dir so hoffentlich den ein oder anderen Euro sparen. Legen wir gleich los!

Dein Weg zum eigenen Auto

Sehen wir uns also den Weg zum Autokauf in Ruhe an. Frei nach dem Motto „First Things First“ starten wir ganz am Anfang mit der Suche nach dem richtigen Auto.

Die Suche nach dem passenden Auto

Zu Beginn musst du dir in Ruhe klarmachen, nach welchem Auto du überhaupt suchen sollst. Das bestimmt zu einem großen Teil ohnehin dein vorhandenes Budget. Doch als Fahranfänger solltest du ein paar Sachen besonders beachten. Bei allen Verlockungen da draußen auf dem Automarkt mit unzähligen leistungsstarken, großen oder sportlichen Autos solltest du gerade am Anfang versuchen, noch etwas vernünftig zu bleiben.

Das wird sich auch bei der Versicherung bezahlt machen, wenn du dich anfangs für eine kleinere Motorisierung und einen eher kleineren Kompaktwagen entscheidest. Mit einer solchen Kombination wirst du dir in vielen Situationen leichter tun. Vor allem, wenn es einmal etwas enger zugehen sollte. Auch solltest du abwägen, wie alt das Auto sein darf.

Sobald du eine Richtung gefunden hast, in der du suchen möchtest, kannst du loslegen und dein mögliches Traumauto suchen. Für die Auswahl des passenden Autos haben wir noch ein paar Tipps für dich.

Unsere 4 Spezial-Tipps für die Autosuche

  1. Cool bleiben Teil 1: Nimm nicht alles, was im Internet steht, sofort für bare Münze. Gute Beispiele sind Foren, in denen über einen bestimmten Mangel berichtet wird. Das heißt nicht sofort, dass alle Modelle davon betroffen sind. Lass dich also davon nicht verrückt machen und verschaffe die einen eigenen Eindruck vom realen Auto beim Verkäufer.
  2. Cool bleiben Teil 2: Bleib dem jeweiligen Auto gegenüber neutral. Vermeide es, dich in das Auto schon zu verlieben, bevor du es überhaupt gesehen hast. Ansonsten könntest du in deiner Euphorie mögliche Mängel schneller übersehen oder den Kauf später aus anderen, vermeidbaren Gründen bereuen.
  3. Beim Kauf an den Verkauf denken: In den meisten Fällen, wird es nicht dein letztes Auto sein. Sprich, du wirst das jeweilige Auto irgendwann wieder verkaufen. Versuche daher Dinge wie besonders wilde Farben zu vermeiden. Ein schlichter VW Polo in Schwarz lässt sich leichter verkaufen, als in einem grellen Pink. Auch im Innenraum solltest du allzu spezielle Verzierungen meiden.
  4. Aufpassen bei Tuning-Teilen: Lass lieber die Finger von bereits getunten Fahrzeugen. Du kannst nie zu 100 % wissen, ob wirklich alles korrekt verbaut wurde und seine Richtigkeit hat. Besser, du nimmst ein Serienfahrzeug und kümmerst dich danach selber um das Tuning.

Der Besichtigungstermin

Nach ausführlicher Suche hast du endlich dein Objekt der Begierde gefunden. Dann ist es Zeit für den nächsten Schritt und den Anbieter zu kontaktieren. Der Einfachheit halber gehen wir für unser weiteres Szenario davon aus, dass du einen Gebrauchtwagen kaufen möchtest. Tipps für den Neuwagenkauf kommen später noch.

Für einen ordentlichen Besichtigungstermin solltest du für diese vier Dinge sorgen:

  • Nimm dir genug Zeit
  • Kein Termin bei Dunkelheit
  • Besorge dir eine Gebrauchtwagen Checkliste
  • Gehe nie alleine zu einer Besichtigung

Zeitdruck ist definitiv ein schlechter Begleiter, wenn du das Auto gerne genau unter die Lupe nehmen möchtest. Verschaffe dir also genug Zeit, um alles in Ruhe ansehen zu können. Bei Dunkelheit wäre es sehr mühsam, wirklich alle möglichen Kratzer oder sonstigen Mängel zu entdecken – selbst mit Taschenlampe. Eine Taschenlampe solltest du jedoch auch bei Tageslicht dabeihaben, um auch die finstersten Winkel im Motorraum sehen zu können. Eine Gebrauchtwagen Checkliste ist ein weiterer wichtiger Begleiter. Mit ihr kannst du Punkt für Punkt kontrollieren und so das Auto genau unter die Lupe nehmen.

Apropos Lupe: Vier Augen sehen mehr als zwei. Damit haben wir bereits die wichtigste Begründung, auf keinen Fall alleine zur Besichtigung zu gehen. Zusätzlich ist es oft ein angenehmer moralischer Vorteil, bei den Gesprächen mit dem Verkäufer eine zusätzliche Unterstützung zu haben. Besonders wertvoll ist die Begleitung natürlich, wenn sie sich mit Autos wirklich gut auskennt. Die Betonung liegt dabei auf wirklich gut.

Die Probefahrt

Auch bei der Probefahrt kann dich deine Begleitung unterstützen. Neben dem zusätzlichen Paar Ohren, das verdächtige Geräusche wahrnehmen könnte, hast du einen zusätzlichen Fahrer. Viel zu selten fahren Interessenten auch als Beifahrer mit. Dabei kannst du vom Beifahrersitz oder sogar von der Rückbank das Auto noch besser kennenlernen. Wie funktioniert die Klimaanlage? Wie lässt sich das Radio bedienen? Wie ist der Sound? Auf all diese Dinge solltest du dich besser nicht konzentrieren, während du selbst fährst. Um das Fahrgefühl, den Motor, die Bremsen & Co zu testen, musst du natürlich dennoch selber fahren.

Probefahrt Auto

Bevor es mit der Probefahrt losgehen kann, musst du mit dem Besitzer oder Händler noch abklären, ob das Auto entsprechend versichert und zugelassen ist. Ob ihr alleine losfahren könnt, oder ob der Verkäufer euch begleitet, ist von Fall zu Fall verschieden. Solltest du nicht ohnehin einen waschechten Autoexperten als Begleitung an Bord haben, sollte dich die Probefahrt auch zu einem Prüfzentrum führen. Dort wird das Auto nach allen Regeln der Kunst durchgecheckt. Abschließend erhältst du einen genauen Prüfbericht, auf den du dich bei der späteren Preisverhandlung berufen kannst. Sofern Mängel dabei sind, die den Preis senken können.

Der Showdown: Die Preisverhandlung

Du hast dein Auto deiner Wahl gefunden, besichtigt und bist Probe gefahren. Der nächste Schritt ist damit die Preisverhandlung. Für dich steht die Entscheidung fest: „Ich will dieses Auto kaufen!“ Doch behalte diese Gedanken vorerst für dich. Ein felsenfestes Pokerface ist ab nun dein wichtigster Verhandlungsbegleiter. Bleibe weiterhin kritisch und weise auf mögliche Mängel hin. So hast du die größten Chancen, den Preis noch etwas zu drücken. Hier kann auch der Prüfbericht mit möglichen Mängeln ins Spiel kommen.

Ein einfacher Tipp, um recht einfach einen zusätzlichen Rabatt zu bekommen: Bezahle bar.

Bei aller Coolness solltest du dir dennoch eines immer vor Augen halten: Die Verhandlung verläuft auf Augenhöhe. Versuche weder dich selbst als mickrigen Bittsteller noch den Händler als deinen unüberwindbaren Feind zu sehen. Wir neigen gerade in solchen Situationen dazu, uns selbst und unsere Macht viel kleiner einzustufen, als es wirklich der Fall ist. So souverän der Verkäufer auch wirken mag, so klein fühlt sich möglicherweise auch er und fragt sich: „Was, wenn er oder sie das Auto wirklich nicht kauft?“ Bleibe daher ruhig, lasse dich nicht zu sehr beeindrucken, zeige dem Verkäufer aber auch deinen Respekt. Auf dieser Basis könnt ihr gemeinsam einen guten Preis finden.

Für ganz Abgebrühte: Wenn die Preisverhandlung feststeckt und der Verkäufer nicht und nicht nachgibt: Brich die Verhandlung ab und mache Anstalten zu gehen. Oft gibt der Verkäufer dann doch noch nach.

Sollte der Händler tatsächlich beim Preis gar nichts mehr machen können, habt ihr immer noch die Möglichkeit, gewisse Zusatzleistungen zu vereinbaren. Das können Dinge sein wie eine spätere Inspektion, ein Satz Reifen, ein Unterbodenschutz oder ganz simpel: ein Tankgutschein. Irgendwas geht immer.

Der Kaufvertrag

Beim Autokauf hat der Kaufvertrag im Grunde nur eine Rolle: Er regelt alle Rechte von Käufer und Verkäufer und hält sie schriftlich fest. Beim Vertrag an sich kannst du nicht besonders viel falsch machen. Online gibt es verschiedene Vorlagen, die alle notwendigen Angaben beinhalten. Ist das erledigt solltest du noch folgende Dinge beachten:

  • Du musst vom Verkäufer sämtliche Schlüssel und Dokumente erhalten
  • Wirf einen genauen Blick auf die Dokumente. Überprüfe, ob hier alles zusammenpasst, wie etwa die Fahrgestellnummer.
  • Sollte dem Verkäufer das Auto nicht gehören, benötigt er eine Verkaufsvollmacht

Das muss in den Kaufvertrag hinein

Sollte der Verkäufer auf keine der bekannten Vorlagen zurückgreifen, solltest du darauf achten, dass zumindest folgende Dinge im Vertrag festgehalten werden:

  • Anschrift, Name, Geburtsdatum und Ausweisnummer von Käufer und Verkäufer
  • Fahrzeugdaten: Hersteller, Typ, amtliches Kennzeichen, Fahrzeug-Ident-Nr., Erstzulassung und eventuelles Zubehör, das mit verkauft wird
  • Kaufpreis
  • mögliche festgestellte Mängel oder Unfallschäden
  • Gewährleistungs- oder Garantiezusagen des Verkäufers (falls vorhanden)
  • Erklärung des Verkäufers zur Ummeldung
  • sonstige Vereinbarungen
  • deine Bestätigung, die Dokumente, das Auto und die Schlüssel erhalten zu haben
  • Unterschriften von Käufer und Verkäufer

Das Thema Gewährleistung solltest du beim Autokauf ebenfalls beachten. Ein gewerblicher Verkäufer ist dazu verpflichtet, dir mindestens ein Jahr Gewährleistung zu geben. Bei einem privaten Verkäufer gilt das allerdings nicht. Er muss keinerlei Haftung übernehmen, falls später Mängel auftreten sollten.

Gekauft! Was musst du bei Versicherung und Zulassung beachten?

Nach dem Kauf ist vor der Zulassung. Was ist nach dem Autokauf zu tun? Zuerst benötigst du eine Autoversicherung. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben und muss zumindest in Form einer Kfz-Haftpflichtversicherung dabei sei. Wenn du einen Unfall verursachen solltest, sind damit die Schäden der anderen Verkehrsteilnehmer abgedeckt. Umgekehrt übernimmt ihre Versicherung deine Schäden. Darüber gibt es noch Teil- und Vollkaskoversicherungen. Erstere deckt einen Teil deiner eigenen Schäden in bestimmten Fällen ab. Dabei geht es um Schäden durch Hagel, Gewitter, Feuer oder Diebstahl. Eine Vollkaskoversicherung übernimmt alle Schäden, die du verursachst. Vorausgesetzt du handelst nicht grob fahrlässig oder bist unter Drogeneinfluss gefahren.

Worauf du gerade als Fahranfänger rund um das Thema Versicherungen achten solltest, ist jedoch eine eigene Geschichte.

Die drei Arten von Autoversicherungen

  • Kfz-Haftpflicht: versichert die Schäden des anderen; gesetzliches Minimum
  • Teilkasko: übernimmt Teile deiner eigenen Schäden (Beispiele: Schäden durch Unwetter, Feuer, Diebstahl)
  • Vollkasko: übernimmt alle deine Schäden

Sobald du eine Versicherung abgeschlossen hast, bekommst du die elektronische Versicherungsbestätigung in Form der eVB-Nummer. Sie ist eine Kombination aus insgesamt sieben Zahlen und Buchstaben.

Die Zulassung

Die Zulassungsstelle hat über eine zentrale Datenbank direkten Zugriff auf deine eVB-Nummer. Damit ist bestätigt, dass du (zumindest) eine entsprechende Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen hast.

Gemeinsam mit den weiteren Dokumenten steht der Zulassung deines neuen Autos nichts mehr im Weg. Je nach Zulassungsart werden noch zwischen EUR 26,30 und EUR 41,60 für die Anmeldung fällig. Danach hast du mit Kennzeichen und Umweltplakette alles, um losfahren zu können.

Das benötigst du für die Zulassung:

  • Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
  • Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief)
  • evB-Nummer: elektronische Versicherungsbestätigung
  • einen gültigen Ausweis
  • Geld für Anmeldegebühren

Ein Tipp für die Zukunft: Solltest du einmal umziehen, kannst du auch dein Kennzeichen mitnehmen. Du musst lediglich bei der Zulassungsstelle die angegebene Adresse im Fahrzeugschein ändern lassen und dafür zwischen EUR 20,00 und EUR 30,00 bezahlen. So kannst du nach deinem Umzug nach München weiterhin mit deinem Berliner Kennzeichen unterwegs sein.

Unsere 3 wichtigsten Tipps zum Gebrauchtwagenkauf

Zum Abschluss möchten wir dir unsere Top-Tipps noch einmal kurz zusammenfassen.

  • Eine Probefahrt muss sein. Wenn möglich auch als Beifahrer. Achte darauf, dass das Auto versichert und zugelassen ist.
  • Nimm unbedingt eine Gebrauchtwagen-Checkliste mit und gehe sie in Ruhe durch.
  • Lasse das Auto im Prüfzentrum genau durchchecken und nutze den Prüfbericht in der Preisverhandlung.

Unsere 3 wichtigsten Tipps zum Neuwagenkauf

Wie weiter oben schon versprochen, haben wir hier noch ein paar spezielle Tipps zum Thema Neuwagenkauf für dich:

  • Mache auch hier eine Probefahrt, um einen guten Eindruck vom Modell zu bekommen.
  • Vergleiche die Preise. Jeder Händler hat meist andere Preise oder Leistungen im Angebot.
  • Achte auf die möglichen Neuwagengarantien, der verschiedenen Hersteller.

In 10 Schritten zu deinem Auto

Fassen wir abschließend deinen Weg zum eigenen Auto noch einmal kurz zusammen.

  1. Du begibst dich auf die Suche nach deinem Traumauto, bleibst dabei aber ganz cool.
  2. Du vereinbarst einen Besichtigungstermin bei Tageslicht und nimmst Begleitung mit.
  3. Mithilfe einer Gebrauchtwagen-Checkliste nimmst du das Auto genau unter die Lupe.
  4. Als Fahrer und als Beifahrer machst du eine Probefahrt und fährst dabei ins Prüfzentrum.
  5. Wenn du das Auto wirklich haben willst, lässt du es dir nicht anmerken.
  6. Mit dem Prüfbericht gehst du mit dem Verkäufer in die Preisverhandlung auf Augenhöhe.
  7. Ihr unterzeichnet den Kaufvertrag.
  8. Du schließt eine Versicherung ab.
  9. Du meldest dein Auto an.
  10. Gute Fahrt!

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