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Autonomes Fahren in Deutschland – So funktioniert's und das ist erlaubt

Autonomes Fahren gilt als die Zukunft der Fortbewegung. Viele Autobauer versuchen sich an der Herausforderung, Fahrerlose Autos auf die Straßen zu bringen. Dabei gibt es jedoch viele rechtliche Bestimmungen zu beachten. Wir zeigen, welche das sind und wie autonomes Fahren funktioniert.

Was ist autonomes Fahren?

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Unter autonomem Fahren versteht man Fahrzeuge, die ohne menschlichen Fahrer auskommen und selbstständig navigieren können. Mithilfe von Sensoren, Kameras und leistungsfähiger Computertechnologie sind diese Autos in der Lage, ihre Umgebung wahrzunehmen, Entscheidungen zu treffen und sicher an ihr Ziel zu gelangen. Das Spektrum reicht von Fahrassistenzsystemen, die den Fahrer unterstützen, bis hin zu vollständig autonomen Fahrzeugen, die ohne menschliches Zutun fahren können. Beim vollautonomen Fahren muss sich der Fahrer nicht mehr auf den Straßenverkehr konzentrieren, sondern kann die Zeit mit anderen Aktivitäten verbringen. Die Technik trifft selbstständig Entscheidungen im Straßenverkehr.

Wie funktioniert autonomes Fahren?

Autonome Fahrzeuge sind mit einer Vielzahl an Sensoren, Kameras und Computertechnologie ausgestattet, um ihre Umgebung wahrzunehmen und eigenständig zu navigieren. Dazu gehören unter anderem:

  • Videokameras, die Bilder der Straße, Verkehrszeichen und anderer Verkehrsteilnehmer liefern und die Entfernungen zu Objekten ermitteln.
  • Radarsensoren, die ständig den Abstand zu anderen Fahrzeugen und Hindernissen messen.
  • GPS-Systeme, die den Standort des Fahrzeugs bestimmen und einen Überblick über die Umgebung geben.
  • Beschleunigungssensoren, die die Fahrspur, Fahrtrichtung und Stabilität des Autos erfassen.

Diese Sensordaten werden von leistungsfähigen Bordcomputern in Echtzeit verarbeitet, um Entscheidungen über Lenkung, Beschleunigung und Bremsung zu treffen. Moderne Algorithmen und künstliche Intelligenz ermöglichen es den Fahrzeugen, Verkehrssituationen zu analysieren, Gefahren zu erkennen und sicher auf Änderungen zu reagieren. Eine konstante Internetverbindung per Mobilfunk oder WLAN ermöglicht frühzeitige Warnungen vor überraschend auftretenden Hindernissen. Um die Zuverlässigkeit und Sicherheit des autonomen Fahrens zu gewährleisten, müssen die Sensoren und Software auch unter widrigen Bedingungen wie Regen, Nebel oder Dunkelheit einwandfrei funktionieren. Dafür sind ständige Tests und Weiterentwicklungen der Technologie erforderlich.

Wie ist die rechtliche Lage in Deutschland?

Obwohl die Bemühungen rund um autonomes Fahren bereits seit einigen Jahren stark ausfallen, gab es vor allem in Deutschland lange Kritik an der Technik. Auch eine rechtliche Grundlage war prinzipiell nicht vorhanden. Mittlerweile hat sich dies allerdings geändert, da im Jahr 2021 ein neues Gesetz verabschiedet wurde, welches sich mit dem autonomen Fahren beschäftigt und dieses grundlegend in Deutschland erlaubt.

Nun dürfen also auch hier unter gewissen Einschränkungen autonom fahrende Modelle am Straßenverkehr teilnehmen. Allerdings handelt es sich hierbei um keine generelle Erlaubnis, vielmehr müssen die einzelnen Fahrzeuge strenge Auflagen erfüllen. Zudem war die maximale Geschwindigkeit beim autonomen Fahren zunächst auf 60 km/h beschränkt, mittlerweile wurde diese Grenze Anfang des Jahres 2023 auf 130 km/h erhöht. In den kommenden Jahren ist angedacht, die rechtliche Lage immer weiter anzupassen, um somit auch auf die technischen Fortschritte in diesem Bereich zu reagieren und autonomes Fahren auf den Straßen Deutschlands zu ermöglichen.

Autonomes Fahren ist in fünf Level unterteilt. Hierbei handelt es sich um folgende Stufen:

Autonomes Fahren Level 1

Beim assistierten Fahren muss der Fahrer ständig das Fahrzeug beherrschen. Einzelne Assistenten unterstützen beim Fahren, etwa ein automatischer Spurhalteassistent oder ein Abstandsregeltempomat. Der Fahrer trägt weiterhin die Verantwortung.

Autonomes Fahren Level 2

Auch beim teilautomatisierten Fahren muss der Fahrer ständig die Kontrolle behalten. Unter guten und zuvor festgelegten Bedingungen kann das Auto allerdings bremsen, beschleunigen und die Spur halten. Der Fahrer ist für Schäden und Verkehrsverstöße verantwortlich.

Autonomes Fahren Level 3

Beim hochautomatisierten Fahren kann sich der Fahrer vorübergehend vom Straßenverkehr lossagen, da das Fahrzeug in vom Hersteller angegebenen Fällen selbständig fahren kann. Bei Aufforderung muss der Fahrer allerdings direkt die Kontrolle übernehmen können.

Autonomes Fahren Level 4

Das vollautomatisierte Fahren macht den Fahrer zum Passagier, da bestimmte Strecken selbständig durch das Fahrzeug gefahren werden. Während der Fahrt haften die Passagiere nicht für Verkehrsverstöße oder Schäden. Die Systeme müssen gefährliche Situationen und Grenzen rechtzeitig erkennen und regelkonform einen sicheren Zustand erreichen.

Autonomes Fahren Level 5

Erst bei dieser Stufe handelt es sich um autonomes Fahren. Fahrten ohne Insassen sind möglich, da die Technik alle Aufgaben bewältigt. Hierzu gehören auch komplexe Situationen im Straßenverkehr. Einen Autofahrer gibt es in diesen Modellen nicht mehr, sondern ausschließlich Passagiere. Die volle Verantwortung liegt somit bei der Technik.

Wie ist der Stand der Technik in Deutschland?

Deutschland zählt zu den Vorreitern beim autonomen Fahren. Viele Automobilhersteller und Technologieunternehmen forschen und entwickeln hier intensiv an dieser Zukunftstechnologie. Bereits heute sind einige Fahrassistenzsysteme wie Abstandstempomat, Spurhalteassistent oder Notbremsassistent in vielen Serienfahrzeugen verfügbar. Darüber hinaus gibt es in Deutschland mehrere Testfelder und Pilotprojekte, in denen autonome Fahrzeuge unter realen Bedingungen erprobt werden.

Übersicht über autonom fahrende Autos

Mercedes-Benz EQS

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Der neue Mercedes-Benz EQS (Stromverbrauch (WLTP) kombiniert: 22,7-18,8 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km; CO2-Klasse: A)² ist ein hervorragendes Beispiel für den technischen Fortschritt im Bereich autonomes Fahren. Das Fahrzeug ist über 5,1 Meter lang und knapp zwei Meter breit. Dementsprechend fällt das Platzangebot im Innenraum besonders gut aus, eine exzellente Alltagstauglichkeit ist demnach gewährleistet. Viel Fahrspaß und ein hoher Luxus dürfen ebenfalls nicht fehlen.

Die eigentliche Besonderheit zeigt sich allerdings mit Blick auf die Möglichkeiten in den Bereichen autonomes oder assistiertes Fahren. Das Fahrzeug ermöglicht autonomes Fahren nach Level 3. Dementsprechend bewältigt das Fahrzeug viele Strecken und Situationen ohne das Zutun des Fahrers. Dieser kann während der Zeit die Aufmerksamkeit vom Straßenverkehr auf andere Bereiche richten. Mit einem Preis von weit über 100.000 Euro stellt der Mercedes EQS allerdings kein Schnäppchen dar.

Tesla Model S

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Auch das Tesla Model S (Stromverbrauch (WLTP) kombiniert: 17,5 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km; CO2-Klasse: A)² gehört zu den Vorreitern im Segment der Fahrzeuge, die autonom oder teilautonom am Straßenverkehr teilnehmen können. Das Fahrzeug ist mit zahlreichen Assistenten, Kameras und Sensoren ausgestattet. Die große Limousine kann so teilautonomes Fahren auf dem Level 2 anbieten. Das Modell ist somit in der Lage, die Spur zu halten, einen Spurwechsel unter guten Bedingungen selbständig durchzuführen, Abstände anpassen oder der Straßenführung folgen. Allerdings muss der Fahrer hierbei immer aufmerksam bleiben und bei Bedarf eingreifen, da die Systeme schnell an ihre Grenzen kommen. Zudem ist dieses Modell ebenfalls sehr kostenintensiv. Die sportliche Limousine kostet bereits in der Basisvariante mindestens 100.000 Euro.

BMW 7er

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Der BMW 7er (Stromverbrauch (WLTP) kombiniert: 26,2 - 26,1 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 31 g/km; CO2-Klasse: B)² stellt zusätzlich unter Beweis, dass die Techniken für autonomes oder teilautonomes Fahren vor allem in Fahrzeugen in der Oberklasse zum Einsatz kommen. Nur bei diesen Modellen lohnen sich die enormen Entwicklungskosten für die Hersteller, die mit der Verbesserung der Technik einhergehen. Auch der aktuelle BMW 7er entspricht dem autonomen Fahren Level 2 und kann den Fahrer somit zeitweise entlasten. Dank zahlreicher Kameras, Sensoren und der Kombination unterschiedlicher Assistenten kommt die Sicherheit hierbei keinesfalls zu kurz und der Fahrer sowie alle Mitfahrenden profitieren von einem guten Gefühl. Seit März 2024 ist auch das Feature „Personal Pilot L3“ für den BMW 7er als Sonderausstattung für den BMW 7er verfügbar. Damit ist BMW der erste deutsche Autohersteller, der autonomes Fahren Level 3 anbietet. Aber auch hier gilt: Die Kunden müssen weit über 100.000 Euro ausgeben, um ein entsprechend ausgestattetes Modell zu erhalten.

Chancen und Vorteile des autonomen Fahrens

Das autonome Fahren birgt großes Potenzial für mehr Sicherheit, Effizienz und Komfort im Straßenverkehr. Durch die präzise Wahrnehmung der Umgebung und das schnelle Reagieren auf Gefahren können autonome Autos Unfälle vermeiden. Zudem können sie den Verkehrsfluss optimieren, Staus reduzieren und den Kraftstoffverbrauch senken. Für Menschen mit Einschränkungen eröffnet sich durch autonome Mobilität mehr Unabhängigkeit und Teilhabe am öffentlichen Leben.

Herausforderungen und offene Fragen

Trotz der vielversprechenden Entwicklungen gibt es auch einige Hürden, die es beim autonomen Fahren in Deutschland zu meistern gilt. Dazu gehören technische Fragen wie die Zuverlässigkeit der Sensoren und die Leistungsfähigkeit der Software. Auch rechtliche und ethische Aspekte, wie die Haftungsfrage bei Unfällen, müssen geklärt werden. Darüber hinaus ist die Akzeptanz in der Bevölkerung ein wichtiger Faktor, der berücksichtigt werden muss.

Fazit: Autonomes Fahren ist mehr als ein kurzer Trend

Während das autonome Fahren vor einigen Jahren noch als kurzfristiger Trend angesehen wurde, hat sich diese Meinung mittlerweile grundlegend geändert. Das autonome Fahren ist auf dem Weg, die Mobilität der Zukunft in Deutschland entscheidend mitzuprägen und die meisten großen Autohersteller und bekannte Technologie-Unternehmen forschen mit Hochdruck an den entsprechenden Lösungen, um autonomes und sicheres Fahren gleichermaßen zu ermöglichen. Gleichzeitig zeigen die technischen Fortschritte das enorme Potenzial, den Straßenverkehr sicherer, effizienter und komfortabler zu gestalten. Schon heute können Assistenten und Sicherheitssysteme viele Funktionen während der Fahrt übernehmen und das Sicherheitsniveau auf den Straßen deutlich erhöhen. Die Entwicklung in den kommenden Jahren ist demnach vielversprechend.

FAQ

Autonomes Fahren funktioniert durch die Kombination mehrerer Funktionsweisen. So behält das Fahrzeug mit Kameras, Sensoren, Ultraschall und Radar die Umgebung im Blick. Gleichzeitig greifen die Systeme auch auf erfasste Karten und vorliegende Informationen zurück. Im Zusammenspiel mit mehreren Assistenten kann das Fahrzeug dann auch komplexe Fahrsituationen bewältigen.

Bereits im Jahr 2021 wurde ein neues Gesetz auf den Weg gebracht, welches die Weichen für ein autonomes Fahren in der Zukunft stellen soll. Das Gesetz erlaubt grundsätzlich die Teilnahme autonomer Fahrzeuge am Straßenverkehr in Deutschland. In den folgenden Jahren kommen immer wieder neue Vorschriften und Regelungen hinzu. Mittlerweile ist seit 2023 autonomes Fahren bis Tempo 130 möglich und erlaubt.

Autonomes Fahren bringt auch einige Herausforderungen mit sich. So sind viele aktuelle Systeme noch nicht so weit, ein sicheres Fahren zu ermöglichen. Zudem erfordert die Technik besondere Bedingungen, etwa konstant sichtbare Markierungen auf der Straße.

Wann autonomes Fahren auf Level 5 kommt, ist bisher ungeklärt. Viele große Autobauer und Technologie-Unternehmen forschen an entsprechenden Varianten und Lösungen.

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