Kalter Motor und hohe Drehzahl – Folgen

Bis der Motor seine optimale Betriebstemperatur erreicht hat, sollten Sie ihn nicht zu sehr fordern – im schlimmsten Fall kann es nämlich zu Schäden kommen.

Kalter Motor und Vollgas: auf Dauer schädlich

Nach dem Start braucht ein kalter Motor einige Zeit, um seine Betriebstemperatur zu erreichen. Wenn Sie gleich beim Losfahren Vollgas geben, beanspruchen Sie die Maschine sofort intensiv. Da das Öl jedoch im kalten Zustand zähflüssig ist, ist eine ausreichende Schmierung aller wichtigen Bauteile nicht gegeben. Denn eine zu hohe Drehzahl kann den Schmierfilm abreißen lassen und es drohen Ihnen teure Schäden.

  • Fahren Sie einen Diesel, können der Turbolader oder die Lagerwellen beschädigt werden.
  • Mangelnde Schmierung durch eine zu hohe Drehzahl kann zur trockenen Reibung zwischen Zylinder und Kolben führen. Im schlimmsten Fall riskieren Sie innerhalb kurzer Zeit einen Kolbenfresser.
  • Gerade im Winter sorgt ein kalter Motor dafür, dass Kondenswasser und kondensiertes Benzin im Auspuff des Wagens länger flüssig bleiben. Neben Schäden am Katalysator kann Ihr Auspuff schnell von innen nach außen rosten.

Auch am Fahrwerk und an der Bremsanlage machen sich ein dauerhafter Kaltstart und schnelle Geschwindigkeiten bemerkbar. Außerdem kann Ihr Spritverbrauch je nach Umgebungstemperatur und Motorleistung auf den ersten Kilometern zweifach über dem Normalverbrauch liegen. Erst bei Betriebstemperatur stellt sich ein normaler Benzinverbrauch auf Ihren Durchschnittswert ein.

Beim Anfahren eine hohe Drehzahl vermeiden

Ist für Sie ein Auto nur ein Gebrauchsgegenstand, um schnell von einem Ort zum nächsten zu kommen? Oft rückt bei solch einer Einstellung eine vernünftige Fahrweise in den Hintergrund. Doch ein kalter Motor hat ein Gedächtnis und eine hohe Drehzahl kann ein Autoleben unnötig verkürzen. Nur wenn Sie bestimmte Regeln einhalten, fahren Sie lange ohne Pannen.

  • Deshalb ist es sinnvoll, kurz nach dem Motorstart die ersten zehn Kilometer mit niedrigen Drehzahlen zu fahren. Was Sie allerdings vermeiden sollten, ist, den Motor im Stand laufen zulassen.
  • Achten Sie beim Gasgeben darauf, dass die Drehzahlen nicht über 3.000 Umdrehungen gehen. Dabei unterstützt Sie ein schnelles Schalten in den nächsthöheren Gang.
  • Nach circa zwanzig Minuten können Sie Ihren Automotor mit höheren Drehzahlen belasten. Dann ist das Öl soweit erwärmt und flüssig, um alle wichtigen Bauteile zu erreichen.

Trotzdem sind hohe Drehzahlen und die damit verbundenen schnellen Geschwindigkeiten auch für warmgelaufene Motoren nicht ideal. Beides gemeinsam führt zum schnelleren Verschleiß aller mechanischen Teilen. Lassen Sie es deshalb von Beginn an bei jeder Fahrt lieber ruhiger angehen. Übrigens werfen viele Autofahrer während der Fahrt einen Blick auf die Temperaturanzeige – diese misst lediglich die Temperatur des Kühlmittels und nicht der Schmierstoffe.

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