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Unfall mit Fahrerflucht

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort – also Fahrerflucht – ist eine Straftat. Denn beide Parteien sind verpflichtet, solange am Unfallort zu bleiben, bis der Unfall gemeldet wurde. Wie du dich im Fall einer Fahrerflucht richtig verhältst und wer den Schaden zahlt, erfährst du hier.

Was tun bei Unfall mit Fahrerflucht?

Wie bei jedem anderen Unfall ist auch nach einem Unfall mit Fahrerflucht das korrekte Vorgehen entscheidend.

Schritt 1: Polizei rufen
Nach Fahrerfluchtunfällen umgehend die Polizei hinzuziehen.

Schritt 2: Zeugen befragen
Suche in unmittelbarer Nähe nach Zeugen, am besten direkt nach dem Unfall. So stößt du vielleicht auf Passanten oder Ladeninhaber, die das Kennzeichen des Täters erkannt haben.

Schritt 3: Versicherung kontaktieren
Nimm immer Kontakt zu deiner Versicherung auf und melde den Vorfall. Sie klärt dich über die weiteren Schritte auf.

Schritt 4: Anzeige erstatten
Hat sich der Täter nach 24 Stunden nicht gemeldet, kannst du Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Bestenfalls hast du dann schon Zeugen für den Vorfall.

Gegebenenfalls ist der nächste Schritt ein Gutachten, das die Schadenseinschätzung ermöglicht. Eventuell wird deine Vollkaskoversicherung vor der Schadensregulierung von diesem Gutachten abgesehen auch Einsicht in den Tatbestand nehmen wollen. Einen Anwalt benötigst du in der Regel nur, wenn der Flüchtige identifiziert wurde. Sobald die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen eine Person aufgenommen hat, solltest du sogar immer einen Anwalt hinzuziehen. Wer vor der Identifizierung eines Flüchtigen aber Anwälte konsultiert, bleibt vielleicht auf den so anfallenden Kosten sitzen.

Was passiert bei Fahrerflucht mit Sachschaden?

Unfälle müssen der Polizei gemeldet werden – auch wenn nur ein kleiner Sachschaden vorliegt. Wer sich darüber hinwegsetzt und sich einfach so vom Unfallort entfernt, macht sich der Unfallflucht schuldig und begeht damit eine ernstzunehmende Straftat nach § 142 Strafgesetzbuch. Auch, wer einen Zettel mit Adresse, Namen oder Telefonnummer hinterlässt und danach den Unfallort verlässt, macht sich strafbar. Wer ein geparktes Auto beschädigt, muss in der Regel auf die Rückkehr des Fahrers warten, auch wenn nur ein paar Kratzer vorliegen. Wie lange er warten muss, hängt von der Schwere der Sachschäden ab. Als durchschnittliche Mindestspanne gilt eine halbe Stunde. Nach dieser halben Stunde sollte der Unfallverursacher gegebenenfalls die Polizei verständigen.

Wer zahlt bei Unfall mit Fahrerflucht?

Als Opfer eines Fahrerfluchtdelikts bleibst du unter Umständen solange auf dem Schaden sitzen, bis der flüchtige Unfallverursacher identifiziert wurde. Sogar die Identifizierung des Täters garantiert keine sofortige Kostenregulierung. Problematisch ist die Lage beispielsweise, wenn der Verursacher seinen Versicherungsschutz verloren hat. Lässt seine finanzielle Situation keine zeitnahe Zahlung zu, kann sich die Schadensregulierung deutlich verzögern.

Auch deine eigene Autoversicherung wird sich nicht an den Kosten beteiligen, solange Teilkasko vorliegt. Eine Vollkasko zahlt entstandene Schäden zwar, dein Selbstbeteiligungssatz bestimmt aber, in welcher Höhe. Die Übernahme des Schadens durch eine Vollkaskoversicherung ist finanziell außerdem nicht immer von Vorteil. Unter Umständen steigt dein Beitrag damit unverhältnismäßig hoch an. Bei kleineren Schäden ist man mit einer Selbstregulierung oft besser dran. So behältst du deinen Schadensfreiheitsrabatt und sparst langfristig Beitragskosten.

Unterstützung: Verkehrsopferhilfe für Fahrerfluchtopfer

Gerade bei Schäden im untragbaren Bereich ist die Verkehrsopferhilfe für Fahrerfluchtopfer eine Regulierungsoption. Der Entschädigungsfonds soll sicherstellen, dass Unfallopfer ohne Selbstverschuldung nicht auf den entstandenen Schäden sitzen bleiben.

Wie hoch ist die Strafe bei Fahrerflucht?

Ein Verfahren wegen Unfallflucht hat ernstzunehmende Konsequenzen und bringt zum Teil hohe Strafen mit sich. Zu den Strafen gehören:

Geld- und Schadensersatzzahlungen
Die zu entrichtenden Strafen bemessen sich nach der Höhe des Sach- oder Personenschadens. Letztere erhöhen das Strafmaß beträchtlich.

Punkte in Flensburg
Neben einem Bußgeld sind ebenso zwei oder drei Punkte ins Fahreignungsregister die Folge von Fahrerflucht.

Entzug der Fahrerlaubnis
Ein vorübergehendes Fahrverbot kann für ein bis sechs Monate ausgesprochen werden.

Freiheitsstrafen
Je nach Schwere des Deliktes und Personenschaden können Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder mehr die Folge einer Unfallflucht sein.

Versicherungsschutz
Mit Fahrerflucht riskieren Fahrzeughalter neben den Strafen auch ihren Versicherungsschutz. Die Kfz-Haftpflichtversicherung wäre für den Unfallschaden aufgekommen. Da Fahrerflucht aber "den Interessen des Versicherers ernsthaft schadet", muss die Autoversicherung die Kosten nach Unfallflucht nicht übernehmen. Auf abgelehnte Schadensübernahme kann sogar eine Kündigung durch den Versicherer folgen.

Gründe für ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

Verletzten Mitfahrern oder sich selbst Hilfe zu suchen, kann ein guter Grund für das Entfernen vom Unfallort sein. Fahrerflüchtig ist man ebenso wenig, wenn man zur nächsten Polizeistation fährt, um den Unfall zu melden.

Nichts gemerkt vom Unfall?

Voraussetzung für ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort ist das Bewusstsein über einen Unfall. Wer nichts bemerkt und den Unfallort verlassen hat, ist nicht flüchtig. In einem solchen Fall muss auch die Versicherung in der Regel für den Schaden aufkommen. Wenn du selbst der Unfallflucht beschuldigt wirst, überprüfe also zuerst, ob die Anschuldigung zutrifft.

Falls Zweifel am Tatbestand bestehen oder du die Kollision mit dem anderen Fahrzeug nicht bemerkt haben solltest, beauftrage immer ein privates Schadensgutachten und reiche dieses Dokument bei der Staatsanwaltschaft ein. Falls es zur strafrechtlichen Verfolgung kommt, wirkt sich Reue immer strafmindernd aus. Wer sich selbst der Polizei stellt, kann ebenso mit Strafminderung rechnen. Entscheidendes Moment ist bei Fahrerfluchtdelikten die frühzeitige Kontaktaufnahme mit einem Rechtsanwalt. Wer erst nach Erhebung des Verfahrens einen Anwalt hinzuzieht, hat schlechtere Chancen auf den bestmöglichen Ausgang.

Häufig gestellte Fragen

Hat man unbemerkt Fahrerflucht begangen, muss die Staatsanwaltschaft dies nachweisen, z.B. in Form eines Gutachtens. Handelt es sich etwa um einen schweren Blechschaden, ist die Behauptung der Unkenntnis schon allein durch die Laustärke des Zusammenstoßes bereits leichter zu widerlegen als bei ein paar leichten Kratzern.

Innerhalb von 24 Stunden kann der Flüchtige den Unfall selbst bei der Polizei melden, danach hat der Geschädigte die Möglichkeit, Anzeige gegen Unbekannt stellen.

Bei Delikten von Fahranfängern wird zwischen A- und B-Verstößen unterschieden. Fahrerflucht gehört zu den schwerwiegenderen A-Verstößen, daher droht Fahranfängern eine Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre und ein anschließendes Aufbauseminar auf eigene Kosten.

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