BMW M2 CS im Test (2026): Hart, aber herzlich

Der BMW M2 CS (G87) auf einen Blick
Was uns gefällt
Der bullige Auftritt ist schon ziemlich fein.
Was wir vermissen
Etwas mehr Nachgiebigkeit im Fahrwerk.
Ideal wenn ...
... wenn es von allem etwas mehr sein darf.
Die Alternativen
BMW M3/M4 Competition, Alpina A110 R, Audi RS 3
Stärken
- Markanter Carbon-Auftritt
- Sehr starke Fahrleistungen
- Unkomplizierte Bedienung
Schwächen
- Sehr straffes Fahrwerk
- Teuer in der Anschaffung
- Nur bedingt alltagstauglich
Wenn wild nicht wild genug ist
Servus, dürfen wir vorstellen: des jungen Wilden noch wilderer, carbonlastiger Cousin - der BMW M2 CS. Und bevor sich nun jemand fragt, wo man diesen auf der BMW-Webseite findet, müssen wir leider präzisieren: im regulären Konfigurator nicht mehr. Zwar war der CS nicht nach Stückzahl, wohl aber zeitlich limitiert. Das freut natürlich uns, , der besonders M intern für ordentlich Stimmung gesorgt haben dürfte.
Schließlich läuft der Dickebacken-2er mit der Technik aus M3 und M4 vom Band. Soweit nichts Neues. Denkste. Denn anders als die großen Brüder darf der M2 CS die vollen 530 PS des S58-Reihensechszylinder-Biturbo einzig an die Hinterräder verteilen. Gekoppelt an eine Achtstufen-M-Steptronic-Automatik, ergibt das durchaus gemütserhellende Fahrleistungen. Aus dem Stand geht es in glaubhaften 3,8 Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit wird erst bei 302 km/h elektronisch eingefangen.
Nur die Harten kommen auf die Rennstrecke
Im Anzug ist der rund 1.730 Kilo schwere BMW (Dach, Außenspiegel, Kofferraumdeckel und Heckdiffusor bestehen aus Carbon) daher auch einigermaßen brutal, lässt sich dank nahezu ausgeglichener Gewichtsverteilung aber stets sehr gut beherrschen. In Kurven dirigiert das neu programmierte M Sportdifferenzial die Kräfte, wobei sich der mögliche Heckschwenk nicht nur über den Gasfuß, sondern auch über die mitteilsame Lenkung zielgenau steuern lässt. Ja, das macht auf guten Fahrbahnbelägen schon ordentlich Laune - und jetzt kommt das große Aber: Da wir in Deutschland halt immer weniger wirklich gute Straßen haben, schüttelt es einen regelmäßig sauber durch.
Zwar verfügt der M2 CS über adaptive Dämpfer, ihre Spreizung bleibt aber übersichtlich. Außer hart kennt das gegenüber dem normalen M2 um acht Millimeter tiefergelegte Fahrwerk eigentlich nur härter und noch härter. Da kann es in schnell angegangenen Kurven schon mal sein, dass der 4,58 Meter kurze Kraftprotz trotz aller Grip-Reserven etwas bockig wird. Das ist ja durchaus freudig, wenn man es provoziert, aber eben nicht in allen alltäglichen Lebenssituationen.
Ein Gedicht von einem Reihensechszylinder!
Apropos Alltag: Für diesen empfehlen wir selbst gertenschlanken Fahrern die Carbon-Vollschalensitze nur mit Einschränkung. Zwar sitzt es sich in ihnen gar nicht mal so verkehrt, aber man muss schließlich auch wieder aus ihnen herauskommen. Ebenfalls ein bisserl unverständlich ist die fehlende Mittelarmlehne. Mit der Gewichtsersparnis hatten und haben es die CS-Modelle in den letzten Jahren ohnehin nicht sonderlich konsequent, da wäre das auch schon egal gewesen.
Die Hand ruht so auf einem Ablagepad und dem Gangwahlhebel, der bei unachtsamer Bedienung schon mal die falsche Fahrstufe anwählt. Wer übrigens noch ein paar Pfunde sparen wollte, konnte dies über die erstmal für den M2 erhältliche Keramikbremse tun. 13 Kilogramm weniger für 9.000 Euro mehr. Das liest sich ähnlich ambitioniert wie der Grundpreis, der bei satten 115.000 Euro lag.
Und wie ist es mit dem M2 CS auf der deutschen Autobahn? Da spielt er dann schon in einer eigenen Liga. Der turbinenartige, sehr kultiviert laufende Reihensechser hat bei allen Geschwindigkeiten ausreichend Power und lebt neben der Leistung von 530 PS natürlich auch vom früh ab 2.750 Touren anliegenden Drehmoment von 650 Newtonmetern. Dabei serviert die ZF-Automatik die Fahrstufen immerzu sehr gediegen. Nur wer die Schaltintensität manuell anpasst, erntet harte, sportliche Schläge. Beim Verbrauch hat man es derweil selbst im Gasfuß, wie schnell sich der 52 Liter Tank leert - 13 bis 14 Liter je 100 Kilometer sollten bei artgerechter Haltung aber veranschlagt werden.
Fazit 8,2/10
Die größte Frage ist, ob man sich nun ärgern muss, weil man den BMW M2 CS verpasst hat, oder ob es nicht sogar klüger ist, auf den normalen BMW M2 (jetzt optional mit M xDrive) zu setzen. Ohne M-Brille auf der Nase würden wir sagen, dass bereits das normale Sportmodell eine wirklich gute Arbeit leistet - ohne den Nachteil, dass das Fahrwerk derart kompromisslos für die Rennstrecke optimiert ist. Die Optik ist natürlich das große Alleinstellungsmerkmal. Besonders der Carbonbürzel auf dem Kofferraumdeckel ist eine echte Schau. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)
AutoScout24 Scores
Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.
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