Gebrauchtwagen-Kaufberater: Ford B-Max – In guter Tradition

Der B-Max sieht auf den ersten Blick aus wie ein etwas aufgepumpter Fiesta – durchaus schnittig, ohne aber ein echter Hingucker zu sein. Zudem wird er jedoch, wenn sich die hinteren Portale öffnen.

Die nämlich sind als Schiebetüren ausgeführt – wie man sie sonst nur von deutlich größeren Vans kennt. Möglich wird das trotz der begrenzten Fahrzeuglänge (4,08 Meter) durch den Verzicht auf eine feste B-Säule. Diese aufwändige Konstruktion sorgt bei gleichzeitig geöffneter Vordertür für eine offene Flanke, groß wie ein Scheunentor. In Kombination mit den umlegbaren Rücksitzen und dem klappbaren Beifahrersitz wird das kleine Auto so zum Beladungswunder. Allerdings sind sämtliche Türen relativ schwer ausgefallen und daher nur mit Kraft zu öffnen und zu schließen. Konzentration hingegen benötigt man im Cockpit, das mit seinen vielen Knöpfen unübersichtlich und teils unlogisch in der Bedienung ausfällt. Das Platzangebot ist vorne gut, im Fond ordentlich. An Gepäck fasst der Kofferraum 318 Liter – ungefähr so viel wie bei einem typischen Mini-SUV.

Auf der Autobahn steigt der Durst

Kernmotor des B-Max ist der vielfach ausgezeichnete 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner aus der Eco-Boost-Familie. In gibt es mit 74 kW/100 PS, 88 kW/120 PS (ab 2013: 92 kW/125 PS) und 103 kW/140 PS. Im Stadtverkehr und auf der Landstraße geben sich die kleinen Triebwerke angenehm quirlig und akustisch zurückhaltend, bei Autobahngeschwindigkeit kommen sie jedoch an ihre Grenzen und werden schnell sehr durstig. Am günstigsten in der Anschaffung sind die beiden älteren Saugbenziner mit 1,4 Litern Hubraum (66 kW/90 PS) und 1,6 Litern Hubraum (77 kW/105 PS). Letzterer ist als einziger B-Max-Motor mit einer Automatik gekoppelt, einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Kaum eine Rolle auf dem Gebrauchtmarkt spielen die beiden Diesel, ein 55 kW/75 PS starker 1,5-Liter-Motor und ein 1,6-Liter-Triebwerk mit 71 kW/95 PS.

Wenig Ausstattung in der Basisversion

Um den Einstiegspreis möglichst niedrig zu halten, hat Ford bei der Ausstattung des B-Max gegeizt. Die beiden Einstiegs-Linien „Ambiente“ und „Trend“ kann man vor allem als Gebrauchtwagenkäufer gleich links liegen lassen, fehlen dort doch nicht zuletzt Standard-Features wie Klimaanlage und Radio. Ordentlich bestückt ist das Familienauto erst in den oberen Ausstattungslinien, die über die Jahre immer wieder neu geordnet und umbenannt wurden. Interessante Extras sind darüber hinaus die beheizbare Frontscheibe (kombiniert mit beheizbaren Sitzen), das Panoramadach mit Schiebe-Jalousie und die Sprachsteuerung SYNC. Für Sicherheit sorgen unter anderem sieben Airbags optional ist ein Notbremsassistent zu haben.

Überdurchschnittliche Bewertungen beim TÜV

Wie schon der Fusion zählt auch der B-Max zu den Lieblingen der HU-Prüfer. Im TÜV-Report 2017 erhält er in den meisten kategorien überdurchschnittliche Bewertungen, einzig Lichtmängel und Ölverlust bemängeln die Ingenieure häufiger. Auch die Bremsscheiben werden gelegentlich kritisiert. Insgesamt aber meistert der familienfreundliche Ford die Untersuchung deutlich besser als der Durchschnitt. Wobei allerdings aus die jährlichen Fahrleistungen unterdurchschnittlich ausfallen.

Mini-Vans sind in Zeiten von Mini-SUV etwas ins Abseits gerutscht. Dem B-Max reichen die modischen Crossover in Sachen Alltagstauglichkeit nicht das Wasser. Und auch bei der Langzeitqualität steht der Familien-Fiesta blendend da. Wer an dem Türkonzept Gefallen findet und knapp 10.000 Euro übrig hat, macht mit dem kleinen Ford selten etwas falsch. (sp-x/hh/jms)

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