SUV Geheimtipp? Erster Test SsangYong Korando

Ab Ende September steht der neue SsangYong Korando in Deutschland und Österreich beim Händler. Er rangiert zwischen dem aufgewerteten Tivoli am unteren, und dem Rexton am oberen Ende des SsangYong Portfolios. Ob sich der Korea-SUV mit der etablierten Konkurrenz messen kann, klärt ein Fahrbericht.

Scharf gezeichnet, serienmäßig mit LED-Leuchten vorne und hinten sowie mindestens 17 Zoll großen Felgen ausgerüstet steht er vor uns: Der SsangYong Korando. Er wirkt im neuen Blechkleid selbstbewusst und sehr gefällig, aber betont nicht überdesignt. Vom Vorgänger übernommen: Die breite C-Säule ohne hintere Seitenscheibe. Hinter dem Metallsteg verbirgt sich ein Ladeabteil von 551 Liter, welches sich bei umgelegten Rücksitzen auf bis zu 1.248 Liter erweitern lässt. Ein Hyundai Tuscon beispielsweise, der wie der Korando bei etwas unter 23.000 Euro startet, bietet hier mit 513 bis 1.503 Stauvolumen allerdings größere Platzreserven.

SsangYong-Korando-Side2

Korando mit vielen Optionen

Platz genommen auf dem Fahrersitz hält der positive Ersteindruck an. In der von uns gefahrenen Ausstattungslinie Sapphire sitzt im Armaturenbrett serienmäßig ein 9,2 Zoll großer Touchscreen, inklusive Navigation und einer Integration von Apple CarPlay sowie Android Auto. Die Smartphone-Integration gibt es dabei schon ab der basisnahen Ausstattungslinie Amber. Erfreulich: Radioempfang mittels DAB+ ist beim SsangYong Korando immer mit von der Partie. Als Gimmick bieten die Koreaner ab der Onyx-Linie zudem einen 10,25 Zoll großen digitalen Instrumenteneinsatz an. Beim ersten Test gefiel die digitale Anzeige durch eine leichte Bedienung, umfangreiche Funktionen und eine scharfe Darstellung. In punkto Sicherheit liefert SsangYong im Korando serienmäßig unter anderem Frontkollissionswarner, Notbrems- und Spurhalteassistent sowie eine Verkehrsschilderkennung. Ein Tempomat wird ebenfalls ab Werk angeboten.

SsangYong-Korando-Display

Licht und Schatten beim Materialmix

Große Unterschiede gibt es hingegen bei der Materialauswahl. Hartplastik wechselt sich mit Softtouchoberflächen ab, die staub- und kratzempfindliche Armauflage in Klavierlackoptik in den Türpappen hätte nicht sein müssen. Zudem fehlen uns vermehrt die Lademöglichkeiten für Smartphones oder Tablets. Für vorne gibt es ausstattungsabhängig lediglich einen USB- und einen 12-Volt-Anschluss, in der zweiten Reihe fehlt der USB-Anschluss sogar zur Gänze. Hinterbänkler müssen außerdem ohne eigene Belüftung auskommen, haben dafür aber ordentlich Raum und – je nach Vordermann – große Beinfreiheit. Die Platzverhältnisse für Fahrer- und Beifahrer sind zu jederzeit fürstlich, die Sitze entsprechend bequem und in der Sapphire-Ausstattung elektrisch verstellbar. Etwas zusätzliche Eleganz liefert die Mood-Light Ambientebeleuchtung.

SsangYong-Korando-Interior

Komfortabler Gleiter

Angekommen im Fahrkapitel zunächst Ernüchterung: 136 Diesel-PS und 320 Nm Drehmoment bei mehr als 1.700 Kilogramm Leergewicht? Was sich schwierig liest, fährt sich in echt sehr angenehm. Der Selbstzünder zieht unaufgeregt und sauber auf Landstraßentempo, die Motordämmung hält die Verbrennungsgeräusche angenehm im Hintergrund und die optionale 6-Gang-Automatik leistet sich keine großen Schwächen. Der SsangYong Korando ist ein betonter Cruiser, schafft in der von uns gefahrenen Konfiguration maximal 181 km/h und mag die lange Gerade lieber, als die enge Kehre. Das Fahrwerk ist vergleichsweise weich abgestimmt, hinterlässt aber insbesondere bei langsamen Fahrten über schlechte Pisten einen gespaltenen Eindruck. Von der Hinterachse spüren wir hier oftmals zu viel Unruhe, Querfugen werden auch einmal harscher an die Insassen weitergegeben und im Gebälk kann es schon einmal lauter poltern.

SsangYong-Korando-Rear

Nichts fürs Gelände

Und weil auf unserem Vorführer die Letter 4WD prangen, darf natürlich auch ein kurzer Ausflug auf den Feldweg nebst Böschung nicht fehlen. Noch dazu, weil es sich SsangYong nicht nehmen ließ, einen Mode-Schalter samt elektrisch regelbarer Differenzialsperre in den Korando zu integrieren. Die Tour abseits befestigter Wege sollte allerdings eine Ausnahme bleiben. Bereits leichte Erhebungen werden für den SsangYong Korando zum Problem, der nur über 180 Millimeter Bodenfreiheit verfügt. Zum Vergleich: Selbst ein Volvo V60 Cross Country (hier im Test) verfügt mit 206 Millimeter über mehr Freiraum nach unten. Sehr rudimentär ist zudem die Momenteverteilung im Gelände. Mehr klassisch als intelligent verteilt der Allrad die Kraft zwischen Vorder- und Hinterachse. Befindet sich ein Rad in der Luft, endet der Vortrieb in den meisten Fällen abrupt. So eignet sich die 4WD Version des SsangYong Korando vor allem für jene, die maximal 2.000 Kilo Anhängelast auch einmal aus dem Matsch ziehen wollen. Alle die das wiederum nicht vorhaben, können auch mit dem regulären 2WD Korando zwei Tonnen an den Haken nehmen.

SsangYong-Korando-Offroad

Erstes Fazit

Der SsangYong Korando darf als Geheimtipp im Bereich der unteren SUV-Mittelklasse gesehen werden. Insbesondere als Diesel gefällt er durch sein unaufgeregtes und komfortables Fahrverhalten sowie die üppigen Platzverhältnisse in den beiden Sitzreihen. Der Kofferraum ist dagegen nur Klassendurchschnitt und auch in Sachen Materialqualität ist mit Sicherheit noch Luft nach oben. Ein wahres Schnäppchen ist der Korando zudem nur in der Basis – nach oben raus erreicht er mit über 40.000 Euro schnell das Preisniveau von VW Tiguan oder Mazda CX-5, bietet dafür aber schlicht zu wenig modernes Auto. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)

Technische Daten*

  • Modell: SsangYong Korando Sapphire 1.6 e-XDi 4WD
  • Motor: Vierzylinder-Diesel, Turbo, 1.597 ccm
  • Leistung: 136 PS (100 kW) bei 4.000 U/min
  • Drehmoment: 320 Nm bei 1.500 U/min
  • Antrieb: Allrad, 6-Gang-Automatik
  • Verbrauch: 6,5 l D /100 km
  • Beschleunigung (0 – 100 km/h): ca. -,- s
  • Höchstgeschwindigkeit: 181 km/h
  • Abmessungen (L/B/H): 4,45 m/ 1,87 m/1,63 m
  • Gewicht: ca. 1.700 Kg
  • Grundpreis: ab 22.990 Euro (1.5 T Benziner)

*Herstellerangaben

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