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Test VW Caddy Life TDI 4Motion: Noch ein echter Volkswagen

Günstige Autos für Familien mit erhöhtem Platzbedarf sind mittlerweile rar gesät. Aber auch Volkswagen hat mit dem aktuellen Caddy noch einen solchen Alltagshelden im Programm, der vieles richtig und nur wenig falsch macht. Im Test der Caddy Life TDI 4Motion.

Der VW Caddy Life TDI 4Motion auf einen Blick

  • Fahraktives Nutzfahrzeug und Familienheld
  • 122 PS starker TDI mit Allrad
  • Geräumig, flexibel und komfortabel
  • Optional auch Maxi-Variante
  • Grundpreis Caddy Kombi ab 31.392 Euro

vw-caddy-2024-front

Analog war gestern

Ist das hier noch ein Neuwagen-, oder schon ein Gebrauchtwagentest? Diese Frage geht auch an die Damen und Herren von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover. Denn das von uns getestete Fahrzeug – ein Caddy Life 4Motion TDI mit Erstzulassung Mitte 2021 – gibt es derzeit so überhaupt nicht zu bestellen. Zum einen kann der 4Motion-Antrieb im Konfigurator schon seit über einem Jahr nur für den Caddy Cargo gewählt werden. Zum anderen haben die Niedersachsen eher still und heimlich die analogen Instrumente jetzt immerzu gegen die zuvor aufpreispflichtige digitale Anzeige getauscht. Letzteres mag kein expliziter Kundennachteil sein, aber es soll sie noch gegeben haben, die Fans der klassischen Instrumentierung – auch und gerade im Nutzfahrzeugbereich.

Abgesehen von diesen Besonderheiten, betreffend unseres Testwagens (die Bilder zeigen ein in Farbe/Ausstattung leicht abweichendes Modell), können wir an dieser Stelle allerdings vorwegnehmen, dass wir den aktuellen VW Caddy nur sehr ungern wieder haben ziehen lassen. Er ist nicht nur ein sehr praktischer Hochdachkombi mit einem regulären Ladevolumen von 635 bis 1.165 Liter (Rücksitze umgelegt 985 bis 2.140 Liter), sondern in der kurzen Life-Variante mit drei Isofix-Plätzen auch ein echter Familienheld. Man freut sich als Erwachsener über die angenehme Sitzposition und den leichten Ein- und Ausstieg, wohingegen die Kleinen in Reihe zwei ebenfalls vollen Entfaltungsfreiraum genießen. Die zwei serienmäßigen Schiebetüren sind nicht nur in engen Garagen eine Wohltat, sie erleichtern zudem den Ein- und Umbau von selbst üppig dimensionierten Kindersitzen mit Stützfuß.

vw-caddy-2024-cockpit

Weniger Nutzfahrzeug, mehr Golf

Während der von uns getestete Caddy mit 4,50 Metern (ab 31.392 Euro) noch vergleichsweise kompaktbauend vorfährt, gibt es ihn weiterhin auch in verschieden ausgebauten Maxi-Varianten mit einer Länge von 4,85 Meter (ab 34.646,50 Euro). Anhand des dann vorfahrenden Raumwunders fällt es uns zumindest schwer, den knapp 20.000 Euro (!) teureren Multivan T7 zu empfehlen, der ob seiner Bus-Form zwar noch etwas variabler sein mag, aber sonst in keiner anderen Disziplin überlegen ist. Das fängt bei der Materialauswahl im Inneren an und hört bei der Fahrdynamik auf. Letztere ist beim Caddy mit dem Generationswechsel Ende 2020 wesentlich „golfiger“ geworden.

Der Nutzfahrzeugcharakter scheint auch dank der neuen Hinterachse mit Schraub- statt Blattfedern nicht mehr ganz so stark durch – es gefallen sowohl der Federungskomfort als auch die ausreichend präzise Lenkung. Motorseitig ist der 4Motion Caddy derweil untrennbar mit einem stets gut hörbaren 122 PS starken 2,0-Liter-Diesel verbunden. Die Kraftangabe mag sich zunächst verhalten lesen, die immerhin 320 Nm Drehmoment ab 1.600 U/min ermöglichen aber ein durchaus souveränes Vorankommen. Angebunden an ein gut geführtes Sechsgang-Schaltgetriebe (Siebengang-DSG nur ohne Allrad) hatten wir zu keiner Zeit den Wunsch nach mehr Leistung – unser Testverbrauch lag nach zwei Testwochen bei gut 5,8 Litern Diesel je 100 Kilometer.

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Die Bedienung bleibt schwach

Hingegen nach wie vor ein großer Kritikpunkt ist und bleibt die Bedienung des Infotainment-Systems. Da mag Volkswagen in den letzten Monaten die Software des MIB3-Systems auf einen aktuellen, auch optisch ansprechenderen Stand gehoben haben. Aber die aus dem Vorgänger bekannte alte Navigationseinheit mit echten Drehreglern und die gesonderte Klimabedieneinheit waren eben deutlich narrensicherer. Allein zum Wechseln des Radiosenders braucht es mehrere Schritte, die Systemgeschwindigkeit ist durchwachsen und nicht immer findet man in den tiefen Menüs auf Anhieb das, was man sucht. Dass man in den Caddy V für ein paar Euro extra ein induktives Smartphone-Ladefach integriert ist ebenfalls löblich. Aber was hilft es, wenn verschiedene Apfeltelefone schlicht nicht geladen werden.

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Fazit

Bezogen auf das Preis-/Leistungsverhältnis ist der VW Caddy im Moment kaum zu schlagen. Mehr Familienauto ist bei Volkswagen für unter 32.000 Euro nicht zu bekommen und auch wenn der Golf Variant nach der ein oder anderen Preisanpassung wieder etwas günstiger ist – variabler ist er kaum. Die fünfte Caddy-Generation ist dagegen nicht nur günstig, sondern bietet gleichzeitig sehr viel Platz, lässt sich angenehm fahren, verbraucht wenig und taugt im Zweifel sogar als Camper Van. Kurzum: Der VW Caddy ist noch ein echter Volkswagen. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)

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