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Ferrari 488

Die Rückkehr zum Turbomotor

Wie beim Vorgänger ist der Motor in der Mitte verbaut, aber ein Saugmotor ist es nicht mehr, denn mit dem 488 kehrt das Unternehmen zu den Wurzeln des F40 zurück:

Der damalige Verkaufsschlager Ferrari F40 war in seinen Jahren von 1987 bis 1992 als letzter Ferrari mit einem Turbomotor ausgestattet. Nun scheint eine Kehrtwende eingetreten zu sein, denn schon beim aktuellen Ferrari California T ist der italienische Hersteller vom zuletzt puristischen Antriebskonzept abgewichen und stattete zum ersten Mal wieder einen seiner Sportwagen mit einem aufgeladenen Motor aus. Der Ferrari 488 lädt nun als Zweiter sogar mit einem BiTurbo nach und übernimmt außerdem als erster Achtzylinder die Namenskonvention der Zwölfzylindermodelle: Hier stehen die Ziffern der Modellbezeichnung für das Volumen bzw. den Hubraum eines einzelnen Zylinders in Kubikzentimetern. Das Kürzel GTB zitiert übrigens den Ferrari 308 GTB von 1975, der zum ersten Mal als Gran Turismo Berlinetta bezeichnet wurde - die Cabrio-Variante hieß damals GTS.

Die Motorisierung des Ferrari 488

488 multipliziert mit den acht Zylindern ergibt den von Ferrari angegebenen Hubraum von 3.904 ccm des Biturbo-Mittelmotors, der auf einem Spaceframe-Chassis aus Aluminium sitzt. Die Zylinder in 90-Grad-Längs-V-Anordnung leisten bis zu 492 kW (670 PS) bei sage und schreibe 8.000 Touren, die aber laut verschiedener Testfahrten deutlich weniger "kreischend" zu hören sind als noch beim Saugmotor des Vorgängers - umgerechnet kommt der 488 damit auf eine Hubraumleistung von 126 kW (172 PS) pro Liter Hubraum und mit rund 1.500 kg auf der Waage auf ein Leistungsgewicht von 2,12 kg pro PS.

Der Turbolader selbst kommt nicht in normaler Ausführung zum Einsatz, sondern in Form von zwei Twin-Scroll-Ladern des japanischen Konzerns IHI: Diese unterscheiden sich von anderen Ladern durch eine andere Gestaltung des Turbinengehäuses und stellen eine Alternative zu normalen BiTurbo-Konzepten mit zwei parallel angeordneten Abgasturboladern dar. Eine weitere Besonderheit ist in diesem Zuge, dass der 488 fast gänzlich ohne Turboloch auskommt: Laut Ferrari-Motorenentwickler Vittorio Dini habe man ein besonderes Augenmerk bei der Entwicklung des Motors auf ein schnelles Ansprechverhalten gelegt. Das Ergebnis sei ein um 60 Prozent schnelleres Ansprechen der Lader, weil diese nun unter anderem über Titanschaufeln und eine kugelgelagerte Welle verfügen.

Damit das Ganze nicht zu heiß wird, verfügt der Ferrari 488 natürlich auch über eine Ladeluftkühlung. Die Einspritzung erfolgt direkt über jeweils vier Ventile pro Zylinder, und zwar in DOHC-Ausführung - das heißt die Ventile werden von zwei obenliegenden Nockenwellen je Zylinderreihe gesteuert.

Alles in allem erreicht das Aggregat ein Drehmoment von bis 760 Nm, und das bei rund 3.000 Touren. Die Beschleunigung wird mit 3,0 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h angegeben, für die 200-km/h-Marke braucht der Sportwagen etwa 8,3 Sekunden (die Cabrio-Version Spider braucht 0,4 Sekunden länger), die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 330 km/h - womit auch der bisherige Vorsprung durch den McLaren 650 S dahin sein dürfte. Der Verbrauch soll bei 11,4 Litern pro 100 Kilometer liegen, wobei dieser laut Vittorio Dini auch leicht unter zehn Liter gebracht werden hätte können, jedoch "sei es dann kein Ferrari mehr".

Technik des Ferrari 488

Die Motorleistung wird durch ein klassisches Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen auf die Hinterräder übertragen. Auf der Straße machen sich beim Ferrari 488 einige neue technische Raffinessen bemerkbar: Das sogenannte "Side Slip Angle Control 2 System", kurz SSC2, wertet unter anderem die eingeschlagenen Lenk- und Driftwinkel sowie die Pedalstellung aus und erkennt somit, ob der Fahrer am Ende einer Kurve übersteuernd "hinaus" beschleunigen möchte und erlaubt das Durchdrehen der Räder trotz aktiviertem ESP. Ergänzt wird diese Renntechnik durch das elektronische Differenzialgetriebe und die Fahrwerk-Verstelldämpfer, die sich an die besagte Driftwinkelsteuerung automatische anpassen.

Im Gegensatz zum Ferrari 458 wurde beim 488 nochmal großen Wert auf die Verbesserung der aerodynamischen Eigenschaften gesetzt - laut Ferrari habe man das Modell wochenlang im Windkanal optimiert: In der Folge kommen beispielsweise aktive Klappen am Fahrzeugheck, größere Kühlluft-Auslässe in der Kühlerhaube, ein Unterzugspoiler sowie Turbulatoren am Unterboden zum Einsatz. Letztere werden auch als Vortex-Generator bezeichnet und stellen kleine künstlich aufgebrachte Unebenheiten der Oberfläche dar, um die Luftströmung unter dem Fahrzeug konstant zu halten und Strömungsabrisse zu vermeiden - solche Elemente kommen sonst vor allem auf der Tragflächenoberseite von kleinen Flugzeug zum Einsatz. Es wurde wirklich an alles gedacht - sogar die Türgriffe haben aerodynamisch eine Leitfunktion und am Heck befindet sich ein zusätzlicher "versteckter" Spoiler, der alleine durch sukzessives Ausschaben und Optimieren an den Luftstrom im Windkanal entstanden ist. Alles in allem konnte der Anpressdruck des Ferrari 488 um 50 Prozent erhöht werden - bei 200 km/h entstehen bis zu 205 kg Abtrieb auf die Hinterachse. Das Gewicht verteilt sich im Übrigen zu 58,5 Prozent nach hinten und folglich zu 41,5 Prozent nach vorne, der Radstand beträgt 2.650 Millimeter.

Ausstattung des Ferrari 488

Der italienische Hersteller ist besonders stolz auf das faltbare Hardtop des 488 Spider, das sie sogar patentieren ließen. Per Knopfdruck verschwindet es innerhalb von 14 Sekunden hinter den Sitzen. Die äußeren Dimensionen bleiben ansonsten gleich - der GTB ist gerade einmal zwei Millimeter niedriger als sein Cabrio-Bruder. Wie beim Vorgänger werden 20-Zoll-Leichtmetallräder verwendet, auf denen vorne 245/35er und hinten 305/30er Reifen sitzen. Alles in allem wird der Ferrari 488 mit einem Preis von 204.211 Euro in den Markt starten.